Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943

Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943 Faksimile

Wohl Padua (Italien) — 1320–1350

Dantes berühmtes Opus Magnum in einem goldgeschmückten Meisterwerk des italienischen Trecento: 253 innovative wie wunderschöne Miniaturen von der Hand des begabten "Meisters des Antiphonars von Padua"

  1. Die Göttliche Komödie von Dante Alighieri (ca. 1265–1321) war prägend für das moderne Italienisch

  2. 253 Miniaturen und andere Illuminationen lassen die Einflüsse des italienischen Trecento und der Bologneser Schule erkennen

  3. Wenn auch der Auftraggeber unbekannt ist, wird dieses Werk dem Meister des Antiphonars von Padua zugeschrieben

Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943

Eines der ältesten und schönsten Exemplare der Göttlichen Komödie von Dante Alighieri (ca. 1265-1321) entstand im frühen 14. Jahrhundert in Padua. Das Werk wurde prägend für die moderne italienische Sprache und Dante gilt als einer der bedeutendsten Autoren des gesamten Mittelalters. Obwohl der Auftraggeber dieser besonderen Handschrift anonym bleibt, wird angenommen, dass es aus Padua aus der Werkstatt des Meisters des Antiphonars von Padua stammt. Die 253 Miniaturen und andere Ausschmückungen des Manuskripts zeigen Einflüsse aus dem italienischen Trecento und speziell aus der Bologneser Schule. Innovative Merkmale wie frühe Versuche der Dreidimensionalität lassen sich entdecken, sodass es unter den illuminierten Handschriften von Dantes Opus maximum herausragt.

Die Göttliche Komödie - Egerton 943

Dante Alighieri (ca. 1265-1321) gilt als Vater der italienischen Sprache und seine Divina Commedia ist nicht nur das herausragende Werk der italienischen Literatur, sondern wird auch als das bedeutendste Gedicht des Mittelalters betrachtet. Darin reist er unter der Führung des römischen Dichters Vergil (70-21 v. Chr.) durch Hölle, Fegefeuer und Paradies. Auf seiner allegorischen Reise kommt er mit vielen schon verstorbenen prominenten Persönlichkeiten in Kontakt. Das Werk hat seither unzählige andere Autoren beeinflusst und ist eines der meist zitierten Werke der westlichen Literaturtradition.

Ein frühes Dante-Meisterwerk

Das Exemplar aus Padua aus dem frühen 14. Jahrhundert, das wir vor uns haben, ist eine der ältesten und schönsten Ausgaben von Dantes Werk und wird tatsächlich dem Adjektiv "göttlich" im Titel gerecht, der in dieser Form allerdingst erstmals 1555 erschien. Diese Ausgabe enthält 253 Miniaturen in roten Rahmen zusätzlich zu historisierten Initialen und Darstellungen von Himmel, Hölle und Erde. Die schönen Farben der Illustrationen werden durch die Verwendung von schimmerndem Gold und Silber noch hervorgehoben. Dieses künstlerische Programm wurde dem Meister des Antiphonars von Padua zugeschrieben und soll dem Leser direkt das Verständnis des Textes erleichtern, der Teil einer Tradition ist, die als "Dante Illustrato" bekannt geworden ist. Ein Auftraggeber ist nie namentlich bestimmt worden. Jede Seite enthält entweder 16 Terzette (dreizeilige Gedichte) oder 12-13 Terzette mit einer Miniatur. Der Einfluss des Trecento und insbesondere der Bologneser Schule zeigt sich in den Ziergründen und in der Tendenz der Figuren, ihren Rahmen zu überschreiten. Die Figuren sind bemerkenswerterweise oft vom Leser abgewandt, wodurch der Eindruck erweckt wird, dass die Miniatur nur ein Fenster zu einer größeren Szene ist. Die Miniaturen besitzen eine im Entstehen begriffene Dreidimensionalität, was zum erzählerischen Realismus der Handschrift beiträgt. All dies ist von einem mit Gold verzierten roten Ledereinband aus dem 17. Jahrhundert umgeben.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Divine Comedy Egerton 943
La Divina Commedia - Il codice Egerton
Umfang / Format
376 Seiten / 39.0 × 26.0 cm
Herkunft
Italien
Datum
1320–1350
Schrift
Gotische Textualis Rotunda
Buchschmuck
261 gold- und silbergeschmückte Miniaturen in roten Rahmen; 3 historisierte Initialen; 2 Diagramme zur Darstellung der Hölle; durchgehend florale Initialen aus Blattwerk
Inhalt
Der Text der Göttlichen Komödie mit lateinischen Kommentaren und den von Jacopo Alighieri ergänzten Versen
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Baron August von Koller

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943 – Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Ms. Egerton 943 – British Library (London, Vereinigtes Königreich) Faksimile
Istituto dell'Enciclopedia Italiana - Treccani – Rom, 2015
Limitierung: 599 Exemplare
Detailbild

Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943

Dominikus, Thomas von Aquin und Franziskus

In der vierten Sphäre des Himmels, wo sich die Sonne und das Reich der Weisen befinden, begegnen Dante und Beatrice einigen Seelen, die die Welt intellektuell bereichert haben. Die Miniatur greift dafür drei der bedeutendsten Persönlichkeiten der mittelalterlichen Kirche heraus: In einer Dreierformation erscheinen der heilige Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, sein Ordensbruder und Theologe Thomas von Aquin und der heilige Franz von Assisi in bescheidenem Braun, Gründer des Franziskanerordens. Obwohl die beiden Orden sich auf Erden nicht immer freundlich gesinnt waren, preisen sie sich hier im Zeichen der Liebe gegenseitig.

La Divina Commedia - Il codice Egerton
Einzelseite

Dante Alighieri - Göttliche Komödie - Egerton 943

Trajan und die Witwe / Der Stolze, der schwere Steine trägt

Die christlichen Theologen des Mittelalters betrachteten den römischen Kaiser Trajan, der von 98 bis 117 n. Chr. regierte, als einen tugendhaften Heiden und ein Vorbild an Gerechtigkeit, Herrlichkeit, Demut und Ritterlichkeit. Der hier dargestellten Legende nach hielt er eines Tages sein großes Gefolge an, um einer armen Witwe Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Die dunkle gekleidete Frau streckt ihre Hand hilfesuchend Trajan entgegen, der gekrönt und prächtig in Rot gekleidet auf seinem Ross sitzt.

Die untere Miniatur soll das genaue Gegenteil zeigen: die hochmütigen Träger sind mit so schweren Steinen beladen, dass sie ihre Last nur stark gebeugt schultern können. Durch die großen Steine sind sie nicht mehr als Individuen zu erkenn, zumal sie lediglich mit schlichten Tuniken bekleidet und barfuß sind. Währenddessen schauen Dante und Vergil in ihren elaborierten Gewändern von links aus zu. Der rote Hintergrund ist mit einem kunstvollen Rautenmuster verziert, das Vierpässe und griechische Kreuze mit Kleeblattenden zeigt.

La Divina Commedia - Il codice Egerton
Faksimile-Editionen

#1 La Divina Commedia - Il codice Egerton

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 599 Exemplare
Einband: Roter Ledereinband mit reicher Goldprägung
Kommentar: 1 Band von Massimo Bray, Federica Toniolo, Chiara Ponchia, Marco Santagata und Anna Pegoretti
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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