Escorial-Chansonnier

Escorial-Chansonnier

Hof Phillips des Guten, Dijon oder Brügge (Frankreich/Belgien) — Ca. 1430–1445

Eine musikalische Zeitreise an den illustren Hof Philipps des Guten von Burgund: Eine faszinierende Sammlung 63 weltlicher Kompositionen von berühmten und anonymen Komponisten für ein Mitglied des burgundischen Hofs

  1. Der Hof der Herzöge von Burgund war im 14. und 15. Jahrhundert ein machtpolitisches, aber auch künstlerisches Zentrum in Europa

  2. Die sogenannte „Burgundische Epoche“ der europäischen Musikgeschichte brachte einige der prägendsten Renaissance-Komponisten hervor

  3. Das Escorial-Chansonnier bietet einen faszinierenden Einblick in die weltliche Musik, die unter Philipp dem Guten aufgeführt und geschätzt wurde

Escorial-Chansonnier

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Escorial-Chansonnier

Der Hof des Herzogs von Burgund Philipp dem Guten (1396–1467) war seinerzeit nicht nur ein politisches Machtzentrum Europas, sondern vor allem auch ein Zentrum der Künste – allen voran der Musik. Die 1384 gegründete Hofkapelle war zeitweise die größte ihrer Art und überstrahlte selbst die Ensembles des französischen Königshofs und des Papstes von Avignon. Kein Wunder also, dass die sogenannte „Burgundische Epoche“ der europäischen Musikgeschichte einige der prägendsten Renaissance-Komponisten hervorbrachte. Das Escorial-Chansonnier ist eine der faszinierendsten musikalischen Quellen dieser Zeit. Die etwas zwischen 1430 und 1445 entstandene Sammelhandschrift hat ihren Ursprung am Hof Philipps des Guten und wurde vielleicht sogar für den musikaffinen Burgunderherzog höchstpersönlich geschaffen. Sie enthält 63 mehrstimmige, weltliche Musikstücke in Mensuralnotation, darunter Kompositionen der drei wohl bedeutendsten Komponisten der Frührenaissance: John Dunstaple (um 1390–1453), Guillaume Dufay (kurz vor 1400–1474) und Gilles Binchois (um 1400–1460) – letztere zwei standen in direkter Verbindung mit Philipp dem Guten. Die Handschrift gibt einen wunderbaren Einblick in die Musik, die am burgundischen Hof zu weltlichen Festivitäten und anderen Anlässen aller Art aufgeführt und geschätzt wurde. Die kalligrafisch präzise und kunstvolle, mehrfarbige Gestaltung des Codex runden diesen Schatz der Renaissance-Musikgeschichte ab.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Escorial Chansonnier
Escorial Chansonnier
Umfang / Format
124 Seiten / 25,1 × 15,8 cm
Herkunft
Belgien
Datum
Ca. 1430–1445
Stil
Genre
Schrift
Bastarda
Buchschmuck
Rote Notenlinien, Notation in rot und schwarz, mehrfarbige Zierinitialen
Inhalt
63 mehrstimmige, weltliche Musikstücke in Mensuralnotation
Auftraggeber
Mitglied des Hofes Philips des Guten
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Escorial Chansonnier
Bärenreiter-Verlag – Kassel, 1958
Faksimile-Editionen

#1 Codex Escorial Chansonnier

Bärenreiter-Verlag – Kassel, 1958

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Bärenreiter-Verlag – Kassel, 1958
Einband: Gebunden in Pergamentpapier
Kommentar: 1 Band (6 S.) von Wolfgang Rehm
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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