Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik – Fackelverlag  – Privatsammlung

Frankfurt am Main (Deutschland) — 1743

Woraus der junge Johann Wolfgang von Goethe Geschichte lernte: Mit 156 kleinen Porträts und 328 Kupferstichen von Matthäus Merian d.Ä. eines der populärsten Geschichtswerke des 17. und 18. Jahrhunderts

  1. ohann Ludwig Gottfried (1584-1633) war ein Theologe, Übersetzer und Schriftsteller, der in Heidelberg ausgebildet wurde

  2. Gottfried schrieb eine umfassende Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges

  3. Das Werk hatte nichts von seiner Popularität eingebüßt, als ein Jahrhundert später, 1743, eine überarbeitete und erweiterte zweite Auflage veröffentlicht wurde

Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

Johann Ludwig Gottfried war ein deutscher Theologe, Übersetzer und Schriftsteller, der eines der meistgelesenen historischen Werke der frühen Neuzeit schuf. Er wurde in Amberg geboren, studierte Theologie in Heidelberg und wurde bald von einem Verleger in Oppenheim für seine Fähigkeiten im Umgang mit dem geschriebenen Wort entdeckt. Seine 1631 erstmals veröffentlichte Historische Chronik oder Beschreibung der merckwürdigsten Geschichte erfreute sich im 17. und 18. Jahrhundert großer Beliebtheit und wurde sogar von Goethe studiert. Eine verbesserte und erweiterte zweite Auflage, die auch neuere historische Ereignisse enthält, wurde 1743 veröffentlicht und wird hier vorgestellt.
Gottfrieds Werk zeichnet sich nicht nur durch die Qualität seiner Chronik aus, sondern auch durch seine Übersetzungen und seine Zusammenstellung von Epigrammen, Kompilationen und Paraphrasen. 156 kleine Porträts und 328 Kupferstiche von Matthäus Merian d. Ä. schmücken den umfangreichen Text kunstvoll mit akkuraten Stadtansichten und dramatischen historischen Szenen: Darunter finden sich der Prager Fenstersturz, Belagerungen, Schlachten zu Lande und zu Wasser, Ermordungen, Hinrichtungen und andere eindrucksvolle Ereignisse mehr. Einige der Stiche sind doppelseitig, während andere, darunter auch Karten, ausklappbar sind.

Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

Diese umfassende Übersicht über die Weltgeschichte von Johann Ludwig Gottfried (1584–1633) war so beliebt, dass sie noch vom jungen Wolfgang von Goethe (1749–1832) als Nachschlagewerk benutzt wurde. Die Arbeit an dem ehrgeizigen Projekt wurde nach seinem Tod von Johann Philipp Abelin fortgesetzt. Die beiden Bände dieses Textes sind zweispaltig in Frakturschrift gedruckt und mit hunderten von detaillierten Kupferstichen des Meistergraveurs Matthäus Merian d. Ä. (1593–1650) ausgestattet. Gottfrieds illustrierte historische Chronik ist ein wahres Meisterwerk der Aufklärung und ein wunderbares Exemplar der schönen Druckkunst des 18. Jahrhunderts.

Das Werk zweier genialer Köpfe

Der in Amberg geborene Johann Ludwig Gottfried begann 1601 ein Theologiestudium in Heidelberg und war von 1603 bis 1624 als evangelischer Diakon in den Kirchengemeinden Gau-Odernheim, Eimsheim, Monzernheim und Weinolsheim tätig. Mit dem Verlag von Johann Theodor de Bry (1561–1623) in Oppenheim kam er erstmals 1619 in Berührung, als er Ovids Metamorphosen ins Lateinische übertrug, was sich aufgrund seiner vielseitigen Sprachkenntnisse und Bildung als Beginn einer vielversprechenden Karriere erwies. De Brys Schwiegersohn war Matthäus Merian der Ältere, der die beiden Intellektuellen zusammenbrachte.
Der in der Schweiz geborene Kupferstecher wurde in Zürich ausgebildet und arbeitete und studierte in Straßburg, Nancy und Paris, bevor er 1615 nach Basel zurückkehrte. Im nächsten Jahr zog er nach Oppenheim, wo er de Bry kennenlernte. Nachdem Oppenheim 1620 von den Spaniern niedergebrannt worden war, siedelten sie schließlich nach Frankfurt um, wo er den größten Teil seiner Karriere verbrachte. In Frankfurt schuf Merian in den Jahren 1629 bis 1634 die prächtigen Kupferstiche für Gottfrieds Text. Und die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind schlichtweg spektakulär!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Johann Ludwig Gottfried - Historical Chronicle
Johann Ludwig Gottfrieds Historische Chronick oder Beschreibung der merckwürdigsten Geschichte
Umfang / Format
2456 Seiten / 34,0 × 19,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1743
Stil
Sprache
Buchschmuck
156 kleine Porträts und 328 meisterliche Kupferstiche von Matthäus Merian d. Ä.
Künstler / Schule
Detailbild

Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

Die Enthauptung von König Karl I.

Fast vier Jahre nach seiner Niederlage und Gefangennahme durch parlamentarische Truppen weigerte sich Karl I. immer noch, eine konstitutionelle Monarchie zu akzeptieren und hielt an seinem Glauben an das göttliche Recht auf die Königswürde fest. Er wusste, dass er mit seinem Festhalten am Prinzip der absoluten Monarchie sein eigenes Todesurteil unterschrieb, und wurde letztlich am 30. Januar 1649 für seine Überzeugungen enthauptet. Es handelt sich um eine genaue Darstellung der Hinrichtung auf einem Schafott, das vor dem Festsaal des Palastes von Whitehall errichtet wurde. Im Vordergrund fällt eine Frau ohnmächtig zu Boden, während sich ein Mann an seinen Stock lehnt und sich die Tränen aus den Augen wischt.

Johann Ludwig Gottfrieds Historische Chronick oder Beschreibung der merckwürdigsten Geschichte
Einzelseite

Johann Ludwig Gottfried - Historische Chronik

Allegorisches Frontispiz

Der Titel wird von einer gekrönten nackten weiblichen Figur mit der Aufschrift LVX VERITAS (Licht der Wahrheit) enthüllt, die den Betrachter direkt anschaut. Auf der linken Seite zeigt ein Lehrer in wallendem Gewand, der die Geschichte verkörpert, einem Kind ein Blatt Papier und deutet auf das Wort HISTORIA, während ein Hund zu seinen Füßen liegt und den Betrachter geradezu anstarrt. In den Stein, auf dem die Gruppe angeordnet ist, sind die Worte MAGISTRA VITAE (Lehrer des Lebens) eingemeißelt. Dieser Satz stammt von Cicero und drückt die Idee aus, aus der Vergangenheit Lehren für die Zukunft zu ziehen.

Die Steinplatte, die sie von den grotesken Figuren in Ketten darunter trennt, trägt die Inschrift INSCITIA (Unwissenheit). Männer mit Eselsohren sitzen in der Mitte zwischen maskierten Figuren - MENDACIUM (Falschheit) - und jenen, die langsam in der Tiefe versinken - OBLIVIO (Vergessenheit). Gekrönt wird die gesamte Seite jedoch von TEMPVS (Zeit), der auf einem geflügelten Hirsch reitet, eine Sanduhr in der einen und eine Sense in der anderen Hand hält und über alles gebietet.

Johann Ludwig Gottfrieds Historische Chronick oder Beschreibung der merckwürdigsten Geschichte
Faksimile-Editionen

#1 Johann Ludwig Gottfrieds Historische Chronick oder Beschreibung der merckwürdigsten Geschichte

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 1480 Exemplare
Einband: Ledereinband
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