Losbuch Konrad Bollstatters

Losbuch Konrad Bollstatters

Augsburg (Deutschland) — 1450–1473

Die Sorgen, Hoffnungen und Werte der Menschen im späten Mittelalter: Die faszinierende und mit Hunderten von Federzeichnungen illuminierte Losbuchsammlung des Augsburger Kanzleischreibers Konrad Bollstatter

  1. Losbücher dienten der Weissagung verschiedenster Fragestellungen, vom Wetterbericht über Liebesbeziehungen bis hin zu politischen Entwicklungen

  2. Das Genre war insbesondere im 14. bis 16. Jahrhundert in Europa populär und geben uns heute einen wichtigen Einblick in die Sorgen und Hoffnungen der damaligen Menschen

  3. Der Kanzleischreiber Konrad Bollstatter (um 1420/30 – um 1482/83) erstellte eine individuelle Losbuchsammlung, die er mit 340 Federzeichnungen illuminierte

Losbuch Konrad Bollstatters

Cgm 312 Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Losbuch Konrad Bollstatters

Losbücher waren im Europa des 14. bis 16. Jahrhunderts ein echtes Bestseller-Genre, obwohl sie insbesondere zur Zeit der Hexenverfolgung als Zauberei galten und demnach eigentlich verboten waren. Auch der Berufsschreiber Konrad Bollstatter (um 1420/30 – um 1482/83) war vom Blick in die Zukunft und den diversen Wahrsagemethoden, die die kursierenden Losbücher offenbarten, fasziniert. Als Kanzleischreiber der Grafen von Öttingen hatte er zudem vollen Zugriff auf die gräfliche Bibliothek und erfreute sich somit einer umfassenden Kenntnis der älteren deutschen Literatur. So verwundert es kaum, dass er zwischen 1450 und 1473 sein ganz persönliches und reich illuminiertes Losbuch selbst erstellte. Er kompilierte darin die Texte von neun älteren Losbüchern, an denen er offenbar Gefallen gefunden hatte, und verfasste einen zehnten Text selbst. Dieser diente der spielerischen Weissagung von 16 Fragen zu Themen wie Liebe, Glück und Reichtum. In ihrer Gesamtheit hält die faszinierende Textsammlung spannende Einblicke in das spätmittelalterliche Wertesystem bereit und legt viele Sorgen und Hoffnungen der Menschen dieser Zeit offen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Ein Losbuch Konrad Bollstatters: Aus Codex Germanicus Monacensis 312 der Bayerischen Staatsbibliothek München
Konrad Bollstatter: Ein mittelalterliches Wahrsagespiel. Konrad Bollstatters Losbuch in CGM 312 der Bayerischen Staatsbibliothek München
Losbuch of Konrad Bollstatter
Umfang / Format
354 Seiten / 29,5 × 20,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1450–1473
Stil
Sprache
Schrift
Bastarda
Buchschmuck
340 Federzeichnungen, davon 259 koloriert und 16 laviert, sowie 32 Diagramme
Inhalt
Sammlung von zehn verschiedenen Losbuchtexten
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Konrad Bollstatter (ca. 1420–1482)
Benediktinerkloster St. Ulrich und Afra in Augsburg
Faksimile-Editionen

#1 Konrad Bollstatter: Ein mittelalterliches Wahrsagespiel. Konrad Bollstatters Losbuch in CGM 312 der Bayerischen Staatsbibliothek München

Reichert Verlag – Wiesbaden, 1973

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Reichert Verlag – Wiesbaden, 1973
Kommentar: 1 Band (44 S.) von Karin Schneider
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion der fol. 120r bis 143r (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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