Der Welsche Gast

Der Welsche Gast

Deutschland — 1340

Die prächtig geschmückte Gründungsurkunde des Hospital General de Valencia

  1. 1590 vereinigte König Ferdinand II. von Aragon (1452–1516) die verschiedenen Krankenhäuser von Valencia zu einer großen Einrichtung

  2. Die Charta ist großartig gestaltet mit einem prächtigen Rand, Szenen mit Figuren und zwei Wappen

  3. Die Privilegien des Krankenhauses spiegelten sich in denen wider, die der Papst dem Ospedale di Spirito in Rom gewährt hatte

Der Welsche Gast

Preiskategorie: € (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (2)
Beschreibung
Der Welsche Gast

Mit dem Welschen Gast schrieb der Kleriker Thomasin von Zerklaere (um 1186–1238) um 1215/16 die erste Verhaltenslehre in deutscher Sprache. In den rund 15.000 Versen unternimmt er den Versuch, die mittelalterliche Gesellschaft durch Bildung, Erziehung und Anleitung zu tugendhaftem Verhalten zu verbessern. Insgesamt zehn Bücher vermitteln dem Leser sowohl höfische als auch religiöse Normen, zu denen unter anderem die Treue in der Ehe und die Pflichten eines guten Herrschers gehören. Die mit 120 Miniaturen besonders reich ausgestattete Ausgabe in der Forschungsbibliothek in Gotha entstand um 1340 und lässt die Gedankenwelt des Mittelalters für den heutigen Leser wieder lebendig werden. Auf den Seiten tummeln sich kämpfende Ritter, spielende Menschen, Tiere und Engel, aber auch ungemütlichere Gestalten wie der Teufel sind anzutreffen.

Der Welsche Gast

In der Forschungsbibliothek Gotha befindet sich die wohl herrlichste Ausgabe des Welschen Gastes. Dieses rund 15000 Verse umfassende Gedicht wurde um 1215/16 von dem Kleriker Thomasin von Zerklaere (um 1186–1238) verfasst und ist die älteste Verhaltenslehre in deutscher Sprache. In zehn Bücher gegliedert unternimmt sie den Versuch die Gesellschaft durch Bildung, Erziehung und Anleitung zu tugendhaftem Handeln zu verbessern. Von zentraler Bedeutung sind hier vor allem Werte wie Beständigkeit, Mäßigung und Freigebigkeit. Insgesamt bebildern die um 1340 entstandene Ausgabe 120 originelle Miniaturen mit Rittern, Tieren und Engeln den Text für ein besseres Verständnis.

Deutscher „Knigge“ von norditalienischem Kleriker

Viel ist uns heute über den romanischsprachigen Thomasin von Zerklaere (um 1186–1238) und dessen Lehrgedicht nicht bekannt. Nach eigenen Angaben verfasste er es im Winter 1215/16 in nur zehn Monaten. Deutsch war nicht die Muttersprache des Norditalieners, der sich seiner Fehler durchaus bewusst war; entschuldigt er sich doch beim Leser für die sprachlichen Unzulänglichkeiten. Doch der aus dem Friaul stammende Kleriker war nicht nur für den Text verantwortlich. Es ist anzunehmen, dass er auch den Bilderzyklus selbst konzipierte.

10 Bücher gegen den Sittenverfall

Gewidmet ist das Lehrgedicht der als adligen Dame versinnbildlichten „deutschen Zunge“, dem deutschsprachigen Adel im Reich der Staufer und Welfen. Beide lieferten sich seit 1198 einen erbitterten Kampf um das Königtum. Der Autor erkennt den Sittenverfall als eine Folge der Auseinandersetzungen und unternimmt mit seiner Dichtung den Versuch der Gesellschaft die höfischen und religiösen Normen in zehn Büchern zu vermitteln. Zu diesen gehören vor allem das Benehmen bei Tisch, die Treue in der Ehe, der Umgang mit irdischen Gütern, die Pflichten eines guten Herrschers sowie die Auswirkungen des menschlichen Tuns auf das zukünftige Leben im Jenseits.

Erquickende Miniaturen zum besseren Verständnis

Mit stolzen 120 Miniaturen ist die Handschrift äußerst reich an Darstellungen, welche die Gedankenwelt des Mittelalters für den Leser lebendig werden lassen. Die stets ungerahmten Bilder zeigen stark gestikulierende Figuren mit geschwungenen Spruchbändern, die als Sprechblasen fungieren. Zu finden sind außerdem sich im Kampf befindende Ritter auf Pferden, Menschen bei den unterschiedlichsten Tätigkeiten, kleine Tiere, himmlische Engel, aber auch finstere Gestalten wie der Teufel. Als Verständnishilfe für den Leser veranschaulichen die Illustrationen den Text und die Figuren sind meist Personifikationen von Kräften oder Denkweisen, die im Gegensatz zueinander stehen und die Menschen beeinflussen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
The Romance Stranger
Der Wälsche Gast
Welscher Gast
Der Welhische Gast
Umfang / Format
204 Seiten / 32,0 × 23,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1340
Stil
Sprache
Schrift
Gotische Textualis
Buchschmuck
120 Miniaturen in Deckfarbenmalerei, davon 119 Illustrationen zum Welschen Gast, größtenteils in die Kolumnen inseriert oder an den Seitenrändern, selten halb-, dreiviertel- oder ganzseitig, Widmungsbild mit dem später ergänzten Wappen der bayerischen Adelsfamilie Raidenbuch
Inhalt
Der Welsche Gast in Gotha ist die am reichsten bebilderte Handschrift der 1215/16 entstandenen Verhaltenslehre des Thomasin von Zerklaere
Auftraggeber
Unbekannt, Geschenk für eine adlige Dame
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Der Welsche Gast – Ms. Memb I 120 – Forschungs- und Landesbibliothek (Ghota, Deutschland)
Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2018
Limitierung: 680 Exemplare

Der Welsche Gast – Ms. Memb I 120 – Forschungs- und Landesbibliothek (Ghota, Deutschland)
Reichert Verlag – Wiesbaden, 1980
Limitierung: 500 Exemplare
Detailbild

Der Welsche Gast

Backgammon

Das Backgammon-Spiel wird seit über 5.000 Jahren gespielt und war beim europäischen Adel wegen seiner perfekten Mischung aus Strategie und Glück sehr beliebt. Es ist eines der ältesten Brettspiele der Welt und wurde heute längst wie das Schachspiel auch von Informatikern untersucht. Es gibt keine allgemein anerkannte, verbindliche Textfassung der Spielregeln, aber sie sind im internationalen Wettbewerb ziemlich einheitlich. Die zwölf Punkte jedes Bretts sind detailliert dargestellt, ebenso wie die Würfel.

Der Welsche Gast
Einzelseite

Der Welsche Gast

Kampf zwischen Tugend und Laster

Diese moralisierende Handschrift, die einen ritterlichen Verhaltenscodex vermitteln soll, beginnt mit einer ganzseitigen Turnierszene und zeigt dort den Kampf zwischen Tugend und Laster. Frau Tugend sitzt gelb gekleidet in der oberen linken Ecke, klatscht in die Hände und feuert ihre Ritter auch noch mit einer Banderole an, die Laster zu vertreiben. Frau Laster mahnt ihre Ritter dagegen: „Schützt euch vor den Tugenden“.

Auf dem Feld unten kämpfen Ritter auf Pferden in Einzelkämpfen, einige tragen große Helme: Es kämpft die Treue gegen Illoyalität, Gerechtigkeit gegen Ungerechtigkeit, Mäßigung gegen Übermaß und Großzügigkeit gegen Geiz. Die Tugenden besiegen schließlich die Laster und jagen sie vom Platz. Das soll besagen, dass der Mensch durch moralische Erziehung geformt und gebildet werden kann.

Der Welsche Gast
Faksimile-Editionen

#1 Der Welsche Gast

Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2018
Der Welsche Gast – Ms. Memb I 120 – Forschungs- und Landesbibliothek (Ghota, Deutschland)
Der Welsche Gast – Ms. Memb I 120 – Forschungs- und Landesbibliothek (Ghota, Deutschland) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2018
Limitierung: 680 Exemplare
Einband: Heller Einband aus feinstem Schweinsleder mit Linien, floralen Motiven und Spruchbändern in Blindprägung.
Kommentar: 1 Band
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Der Kommentarband enthält die vollständiger Übersetzung des Textes ins Neuhochdeutsche und Beschreibungungen sämtlicher 120 Miniaturen.
Preiskategorie: € (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!

#2 Der Welsche Gast

Reichert Verlag – Wiesbaden, 1980

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Reichert Verlag – Wiesbaden, 1980
Limitierung: 500 Exemplare
Einband: Halbeder
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Farbigkeit). Das Format und der der Einband entsprichen nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband (verkleinerte Ausgabe mit Halbledereinband). Der Kommentarband enthält die vollständiger Übersetzung des Textes ins Neuhochdeutsche und Beschreibungungen sämtlicher 120 Miniaturen.
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