Pontifikale Gundekarianum

Pontifikale Gundekarianum Faksimile

Eichstätt (Deutschland) — 1071-1517

Seit über 600 Jahren in Eichstätt in Gebrauch: Ein Pontifikalbuch mit einem illustrierten Verzeichnis der Bischöfe von Eichstätt als exemplarische Dokumentation über die Entwicklung der Buchmalerei von der Romanik bis zur Renaissance

  1. Die Handschrift wurde 1071 von Bischof Gundekar II. von Eichstätt (1019-75) als Pontifikalbuch in Auftrag gegeben

  2. Gundekar ließ auch Miniaturen von Christus, 12 Ortsheiligen und allen 18 Bischöfen in die Handschrift einfügen

  3. Verschiedene andere Bischöfe ließen die Handschrift im Laufe der Jahrhunderte mit insgesamt 29 Miniaturen ergänzen

Pontifikale Gundekarianum

Codex B 4 Diözesanarchiv Eichstätt (Eichstätt, Deutschland)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Pontifikale Gundekarianum

Das 1071 auf Veranlassung des Eichstätter Bischofs Gundekar II. als Pontifikale angelegte Gundekarianum wurde bis 1697 von den Eichstätter Bischöfen benutzt und in der Art einer Genealogie laufend fortgeführt. Es ist die umfangreichste mittelalterliche Handschrift ihrer Art und stellt auch für die Liturgie- und Kunstgeschichte eine wertvolle Quelle dar. Der ursprüngliche Teil der Handschrift enthält eine Reihe von Miniaturen, die Christus, zwölf mit Eichstätt verbundene Heilige und alle achtzehn Bischöfe von Eichstätt seit der Gründung der Diözese durch Willibald, einschließlich Gundekar selbst, abbilden. Mehr als ein Jahrhundert später fügte Bischof Otto das Register bis zu seiner eigenen Regierungszeit hinzu und schuf damit ein Muster für seine Nachfolger. Ab etwa 1300 wurden die kurzen Texte durch lange Lebensläufe ersetzt und Einzelporträts traten an die Stelle zusammenhängender Bischofsgruppen. Die letzten Miniaturen wurden 1517 hinzugefügt, insgesamt sind es 29. Sie zeigen die Entwicklung der Buchmalerei in viereinhalb Jahrhunderten und machen die Handschrift nicht nur zu einem wichtigen Zeugnis der Eichstätter Bischöfe, sondern auch zu einer hervorragenden Quelle für das Studium der Kunstgeschichte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Liber pontificalis Eichstetensis
Umfang / Format
84 Seiten / 46,0 x 37,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1071-1517
Sprache
Buchschmuck
29 Deckfarben-Miniaturen, große und kleine goldgeschmückte Initialen
Auftraggeber
Bischof Gundekar II.

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Pontifikale Gundekarianum – Codex B 4 – Diözesanarchiv Eichstätt (Eichstätt, Deutschland) Faksimile
Reichert Verlag – Wiesbaden, 1987
Limitierung: 350 Exemplare
Detailbild

Pontifikale Gundekarianum

Gundekar II., Bischof von Eichstätt

Der Namensgeber dieser Handschrift, Gundekar II. (1019-75), soll sie 1071 in Auftrag gegeben haben, bevor er sie 1072 dem Dom zu Eichstätt schenkte. Als Bischof von Eichstätt war er ein Verfechter der Kirchenreform und scheint ein bescheidener Mensch gewesen zu sein, da er keine ganzseitige Widmungsminiatur von sich selbst in Auftrag gab. Stattdessen erscheint er lediglich zusammen mit den anderen 17 Bischöfen von Eichstätt in einem klassisch gestalteten architektonischen Rahmen, gekleidet in liturgische Gewänder und mit Buch und Bischofsstab in der Hand.

Pontifikale Gundekarianum
Einzelseite

Pontifikale Gundekarianum

Johann von Eych, Fürstbischof von Eichstätt

Das von Bischof Gundekar II. begonnene Werk wurde von seinen Nachfolgern bis 1697 weitergeführt und so kann man exemplarisch die Entwicklung der künstlerischen Stile von der Romanik bis zur Renaissance studieren. Diese prächtige ganzseitige Miniatur im Stil der Renaissance zeigt noch immer die aufwendige Ornamentik der Gotik in Kombination mit den daran anschließenden Innovationen bei der Darstellung menschlicher Figuren.

Johann von Eych (gest. 1464) war auch Kurfürst-Erzbischof von Mainz und Fürstbischof von Augsburg und wurde schließlich Kardinal, obwohl er nie den Kardinalshut erhielt. Sein hübsches Porträt zeigt den Reformator als mächtigen Kirchenfürsten und sein Gefolge aus Klerikern und Laien verweist auf seine geistliche und weltliche Autorität.

Pontifikale Gundekarianum
Faksimile-Editionen

#1 Pontifikale Gundekarianum

Reichert Verlag – Wiesbaden, 1987
Pontifikale Gundekarianum – Codex B 4 – Diözesanarchiv Eichstätt (Eichstätt, Deutschland) Faksimile
Pontifikale Gundekarianum – Codex B 4 – Diözesanarchiv Eichstätt (Eichstätt, Deutschland) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Reichert Verlag – Wiesbaden, 1987
Limitierung: 350 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Andreas Bauch und Ernst Reiter
Sprache: Deutsch
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