Joachim von Fiore: Die Prophezeiungen über die Päpste in 46 wunderschönen Miniaturen

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Basel (Schweiz) — Erste Hälfte des 15. Jahrhunderts

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Basel (Schweiz) — Erste Hälfte des 15. Jahrhunderts

  1. Ein Werk mit Prophezeiungen über das Leben und Werk mittelalterlicher Päpste

  2. Der kalabrische Ordensgründer Joachim von Fiore (gest. 1202) galt lange Zeit als Urheber dieser Prophezeiungen

  3. 46 unglaublich phantasievolle, farbenfrohe Porträts zeigen die Päpste von Nicolaus III. (Ca. 1225-1280) bis Eugen IV. (1383-1447)


Vaticinia Pontificum De Gioachino Da Fiore

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Papst Urban VI.

Papst Urban VI. wurde als Bartolomeo Prignano in Inferno geboren, einem Ort nahe Neapel, der für seine Thermalquellen bekannt war, die dampfend an die Erdoberfläche sprudelten. Den römischen Petrusstuhl hatte er von 1378 bis 1389 inne. Jedoch riefen nicht nur die kontroversen Umstände seiner Wahl Unmut hervor, sondern vor allem seine harschen Reformbestrebungen. So kam es kurz nach Amtseinführung in Avignon zur Ausrufung des Gegenpapstes Clemens VII. – der Beginn des Abendländischen Schismas.

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini – A.2848 – Biblioteca dell'Archiginnasio (Bologna, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Im Mittelalter war der Alltag der Menschen von Aberglauben und mystischen Prophezeiungen geprägt. Die Tagespolitik war in der Hand Geistlicher und politisches Oberhaupt der christlichen Welt war der jeweils amtierende Papst. Die sogenannten Vaticinia Pontificium enthalten prophetische Weissagungen über die Päpste, die im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts das oberste Amt in der katholischen Kirche bekleideten. Die Päpste sind hier in hochwertigen Illustrationen im Porträt, zusammen mit allegorischen Tieren oder Fabelwesen, abgebildet.

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Das Wort „Vaticinia“ ist der lateinische Begriff für Weissagungen oder Vorhersagen. Die Schriftensammlung mit dem Titel „Vaticinia Pontificium“ ist ein einzigartiges Manuskript, das sich mit Weissagungen über das Leben und Wirken der Päpste im Mittelalter befasst. Die uns hier vorliegende Ausgabe der Vaticinia Pontificium ist mit unvergleichlich schönen Illustrationen ausgestattet. 46 unglaublich fantasievolle, farbenfrohe Miniaturen stellen die Päpste von Nikolaus III. bis Eugen IV. im Porträt, zusammen mit allegorischen Tieren oder Fabelwesen dar. Zwar wurde das meisterhafte Werk lange Zeit dem italienischen Mönch Gioacchino da Fiore zugeschrieben, allerdings wurde diese Annahme in neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen widerlegt.

Ein rätselhafter Urheber

Joachim von Fiore – so lautet der deutsche Name des Mönches Gioacchino da Fiore – war Abt und Ordensgründer in Kalabrien und wirkte im 12. Jahrhundert als Geschichtstheologe. Der hohe Gelehrte erlangte vor allem Bekanntheit durch sein spezifisches Geschichtsbild und seine heilsgeschichtliche Weltsicht. Seine Lehre wird unter dem Begriff der „Drei-Zeiten-Lehre“ zusammengefasst. Er gliederte die Geschichte der Welt und der Menschheit in drei Zeitalter, welche er mit der Trinität in Verbindung brachte. Aufgrund seines regen Schaffens im 13. Jahrhundert ging man lange Zeit davon aus, dass die mit der heilgeschichtlichen Weltsicht in Verbindung stehenden Vaticinia von Joachim von Fiore verfasst wurden. Da sich diese Annahme in jüngster Zeit als falsch herausstellte, der tatsächliche Urheber des Werkes allerdings bis heute nicht ermittelt werden konnte, bezeichnet man den Autor der Vaticinia heute notgedrungen als Pseudo-Gioacchino. Die traumhaften Bilder wurden von den begabtesten italienischen Hofkünstlern des Mittelalters gestaltet. Unter ihnen war der berühmte Meister der Vitae Imperatorum, welcher am Hof des Filippo Maria Visconti angestellt war.

Das Schicksal der katholischen Kirche

Die Vaticinia sind eine Reihe von prophetischen Weissagungen über die Päpste, die im Laufe des 13. und 14. Jahrhunderts das oberste Amt in der katholischen Kirche bekleideten. Die allegorischen, mystischen Texte deuteten mithilfe ihrer metaphorisch aufgeladenen Illustrationen den Einfluss der jeweiligen Päpste auf das Schicksal der katholischen Gemeinschaft weltweit. Papst Urban VI. wird hier als teuflisches Ungeheuer der Apokalypse beschrieben. Er war Papst in einer Zeit, die direkt auf das sogenannte avignonesische Papsttum folgte und war der erste Papst seit 1309, der seinen Sitz nicht in Avignon, sondern in Rom hatte. Seine Amtserhebung löste eine Kette von widrigen Ereignissen aus, die schlussendlich zum Abendländischen Schisma führten. Dabei handelte es sich um die größte Verwerfung, die je innerhalb der lateinischen Kirche herrschte und fast 40 Jahre andauerte. In den Vaticinia wird Urbans Einfluss auf diesen bedeutenden religiösen Streit in geheimnisvoller Bildsprache näher erörtert.

Bedeutende Vorbesitzer

Das weltweit begehrte Meisterwerk befand sich im Laufe der Geschichte im Besitz zahlreicher berühmter Persönlichkeiten. Eine Zeit lang gehörte sie dem Kunstsammler Francesco Antonio Bonali. Der bekannteste Besitzer der kostbaren Schrift war allerdings der italienische Künstler Pelagio Palagi. Der Maler, Bildhauer und Möbelgestalter aus Turin interessierte sich für ägyptische, griechische, etruskische und römische Skulpturen und war bekannt als Sammler von Schriften aus aller Welt. Bis zum Tod des Künstlers befanden sich die kostbaren Vaticinia in seiner privaten Bibliothek. Mit seinem Nachlass ging das Werk an die Biblioteca dell'Archiginnasio in der italienischen Kunstmetropole Bologna über, wo es noch heute aufbewahrt wird.

Kodikologie

Datum
Erste Hälfte des 15. Jahrhunderts
Sprache
Buchschmuck
46 Miniaturen
Künstler / Schule
Vorbesitzer

Vaticinia Pontificum De Gioachino Da Fiore

Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini

Papst Urban V.

Urban V., der von 1362 bis 1370 auf dem Stuhl Petri saß, war der einzige Papst aus der Zeit in Avignon, der selig gesprochen wurde, und ein strikter Anhänger der Benediktinerregel. Seine Bemühungen als Reformer stießen bei den privilegierten Fürsten der Kirche, die an einen opulenten Lebensstil gewöhnt waren, auf großen Widerstand. Er wurde allerdings schon für sein militärisches Engagement gefeiert, um das Papsttum nach Rom zurückzubringen.

Urban V. ruht auf blauen Kissen, trägt einen roten, mit Grün unterfütterten Umhang und eine goldene Krone. Seine Legitimation durch die göttliche Gnade wird dadurch symbolisiert, dass ihm der goldene Schlüssel des heiligen Petrus von einem Engel übergeben wird, der auch einen goldenen Heiligenschein hat. Dass er den Pfau, das Symbol des Stolzes, mit einer roten Geißel in der rechten Hand bedroht, symbolisiert seine Versuche, die Kirche zu reformieren.

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Vaticinia Pontificum De Gioachino Da Fiore
Vaticinia Pontificum, sive Prophetiae Abbatis Joachini – A.2848 – Biblioteca dell'Archiginnasio (Bologna, Italien)
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Vaticinia Pontificum De Gioachino Da Fiore

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
AyN Ediciones – Madrid, 2006
Limitierung
995 Exemplare
Einband
Leder
Kommentar
1 Band von Patricia Stirnemann, Claudia Rabel, Hélène Millet und Jean-Baptiste Lebigue
Sprache: Spanisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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