Benediktionale und Pontifikale

Benediktionale und Pontifikale Faksimile

Frankreich — Um 1480–90

Ein prächtiges Geschenk des Königs von Frankreich an den Kardinal: Eine der am umfangreichsten illuminierten Handschriften des Spätmittelalters mit 35 Miniaturen, Hunderten von Zierinitialen sowie eleganten geometrischen Rahmen mit Blumenmustern und Fleurs-de-Lys

  1. Die Handschrift entstand 1480–90, wahrscheinlich auf Veranlassung von König Karl VIII. von Frankreich (1470-98)

  2. Sie war möglicherweise ursprünglich als Geschenk für Kardinal Guillaume d'Estouteville (ca. 1412–83) gedacht

  3. Man nimmt an, dass Jacques de Besançon, ein um 1475–95/1500 in Paris tätiger Meister, der verantwortliche Künstler ist

Benediktionale und Pontifikale

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Beschreibung
Benediktionale und Pontifikale

Diese prächtig illuminierte Handschrift wurde um 1480–90 im Auftrag eines Mitglieds des französischen Königshauses geschaffen, wahrscheinlich sogar für König Karl VIII. von Frankreich persönlich. Sie scheint ursprünglich als königliches Geschenk an Kardinal Guillaume d'Estouteville, einen französischen Aristokraten von königlichem Geblüt, in Auftrag gegeben worden zu sein. Der Text ist mit 10 großen Miniaturen, 25 kleinen Miniaturen und hunderten von großen und kleinen Zierinitialen sowie eleganten geometrischen Rahmen mit floralen Mustern und Fleurs-de-Lys, dem königlichen Symbol Frankreichs, verziert. Das Werk gilt als eine der am umfangreichsten illuminierten Handschriften des Spätmittelalters und wurde vermutlich von Jacques de Besançon geschaffen, einem Meister der Buchmalerei, der zwischen 1475 und 1515 in Paris tätig war. Der weiße Ledereinband ist mit Goldprägungen versehen und trägt auf dem Vorderdeckel ein goldenes Abzeichen mit dem Wappen des Hauses Valois.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Pontifikale Karls VIII.
Benedictionale
Bénédictionnaire et pontifical
Umfang / Format
334 Seiten / 35,0 x 24,0 cm
Herkunft
Frankreich
Datum
Um 1480–90
Sprache
Buchschmuck
10 große Miniaturen, 25 kleine Miniaturen und Hunderte von großen und kleinen Zierinitialen sowie elegante Rahmen mit floralen Mustern und Fleurs de Lys
Künstler / Schule
Detailbild

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Der Erzengel Michael

Darstellungen des heiligen Michael als Engelskrieger gehören zu den ältesten in der christlichen Kunst und stammen aus der Regierungszeit von Kaiser Konstantin im frühen 4. Jahrhundert. Auch im Westen wird er oft in einer Rüstung im Stil eines Offiziers der byzantinischen Armee dargestellt, doch hier handelt es sich um ein spätmittelalterliches Beispiel, das ihn in einer zeitgenössischen Rüstung zeigt. Die Kürasse, die Beinschienen und der Knieschutz, die zusammen seine Beine schützen, sind besonders detailliert und realistisch. Michael hält außerdem einen Schild mit der Fleur-de-Lys des französischen Königswappens.

Einzelseite

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Die Auferstehung Jesu

Jesus, der die Wunden der Kreuzigung trägt, einen Stab mit Kreuz in der Hand hält und mit einem kreuzförmigen Nimbus geschmückt ist, entsteigt seinem Grab, das als steinerner Sarkophag vorgestellt ist. Der Engel des Herrn, der nach den Evangelien den Stein weggerollt hat und den Anhängern Jesu mitteilen wird, dass er auferstanden ist und sie ihn in Galiläa suchen sollen, hat eine leuchtend rote Haut mit ebensolchen Flügeln und ist in strahlend weiße Gewänder gehüllt. Er sitzt souverän auf der Grabplatte.

Die verängstigten Soldaten, die das Grab bewacht hatten, sind bewaffnet und gepanzert wie die schwere Infanterie des späten Mittelalters: Bei ihnen handelte es sich in der Regel um Söldner, die für ihr rücksichtsloses und gieriges Verhalten weithin verachtet wurden. Ein wunderschöner Rahmen umgibt die Szene mit Lilien, Akanthusblättern, Beeren, Rosen und anderen Blumen.

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