Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes

Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes Faksimile

Mallorca (Spanien) — Um 1563

Der Stand der damaligen Wissenschaft zur Navigation auf See: Edle Kompassrosen, mächtige Städte und beeindruckende Segelschiffe auf der Karte eines Mitglieds einer der ältesten Kartographenfamilien Mallorcas

  1. Portolankarten sind Karten, die mit entsprechenden Informationen für Navigationszwecke entworfen worden sind

  2. Mateo Prunes (1532-94) werden dreizehn Portolankarten und ein vierblättriger Atlas zugeschrieben

  3. Kompassrosen, Flaggen, Wappen und Segelschiffe schmücken die kunstvolle und exakte Karte

Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes

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Beschreibung
Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes

Mateo Prunes (1532–94) gehörte zu einer der ältesten und bekanntesten Kartographenfamilien Mallorcas und war selbst ein hervorragender Kartenzeichner. Diese Karte des Mittelmeers und der angrenzenden Regionen weist kunstvolle Ornamente wie Kompassrosen, Flaggen, Wappen und Segelschiffe auf, ist aber auch äußerst genau und eignet sich daher auch für die Navigation. Die Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes ist ein schönes Exemplar der Kartographie des 16. Jahrhunderts, als Mallorca in dieser sich schnell entwickelnden Wissenschaft in Europa führend war und Familien von Kartographen wie die Prunes ihre Fähigkeiten und ihr Wissen weitergaben, so dass jede Generation auf den Schultern der vorangegangenen stehen und von dort aus weiter blicken konnte.

Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes

Diese Handschrift auf farbigem und vergoldetem Pergament wurde von Mateo Prunes (1532–94) angefertigt, wie eine Inschrift auf dem Pergament selbst bestätigt: "Mateo Prunes auf Mallorca, 1563". Sie stellt ein verkürztes Bild der mediterranen Welt des 16. Jahrhunderts dar, in dem die nahe gelegenen Enklaven zusammen mit Hinweisen auf die Neue Welt dargestellt sind. Ihr Autor gehörte zu einer der ältesten und bekanntesten Kartographenfamilien Mallorcas. Dreizehn Portolankarten und ein Atlas mit vier Blättern werden Prunes zugeschrieben.

Was ist eine Portolankarte?

Die mittelalterlichen "portulanos", auch Portolankarten genannt, sind kartographische Instrumente, die zusammen mit anderen nautischen Instrumenten wie dem Kompass zu echten Werkzeugen wurden, die es den Seefahrern erlaubten, sich mit einer gewissen Sicherheit innerhalb der Küsten des Mittelmeers zu bewegen. Ihr Ursprung geht auf die sogenannten "periplos" zurück, die die mündliche Überlieferung der griechischen und römischen Seefahrer sammelten, die entlang der Küste Kurs hielten. Diese Erfahrung wurde weitergegeben und führte zu den "Portolankarten", einer geographischen Zusammenstellung, die Besonderheiten der Häfen enthielt, aber auch ungefähre Entfernungen zwischen Küstenmerkmalen, Flussmündungen, Nachrichten über Ankerplätze und alle sonstigen Hinweise, die für die Navigation nützlich sein konnten. Die Übertragung all dieser schriftlichen Informationen auf ein Pergament oder eine ähnliche Oberfläche führte zu dem, was als Seekarte oder Portolankarte bekannt ist. Die Anfertigung von Seekarten begann im Mittelalter im 13. Jahrhundert und setzte sich bis in die frühe Neuzeit fort. Sie wurden in einem geographischen Gebiet des Mittelmeers geschaffen, in dem es zwischen den entsprechenden Hauptzentren der Kartenherstellung wie Mallorca, Genua und Venedig intensive politische, kommerzielle und kulturelle Beziehungen gab.

Ein Blick auf das Mittelmeer im 16. Jahrhundert

Diese detaillierte Karte misst 50 x 95 cm und zeigt die Mittelmeerküsten Europas, Afrikas und des Nahen Ostens sowie das Schwarze Meer, den östlichen Atlantik mit den Kanarischen Inseln und Madeira sowie zwei Schiffe, die Richtung Westen lossegeln. Eine Darstellung der Madonna mit Kind am westlichsten Rand der Karte steht neben der Aufschrift zur Identifizierung von Prunes. Kompassrosen, Städte, Flaggen und Wappen füllen die Karte in typischer Weise der Zeit, sind aber von kundiger Hand ausgeführt. Die Karte ist nicht nur kunstvoll, sondern auch äußerst genau und identifiziert Tausende von Häfen, Städten und Orten. Dieses prächtige Artefakt der Kartographie des 16. Jahrhunderts wird heute unter der Signatur PM-1 im Madrider Museo Naval aufbewahrt, wo es seit 1926 einen sicheren Aufbewahrungsort gefunden hat.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Portulano del Mediterráneo de Mateo Prunes
Mittelmeer-Portolan von Mateo Prunes
Carta náutica de Mateo Prunes
Portulano de Mateo Prunes
Umfang / Format
1 Karte / 52,0 × 96,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
Um 1563
Sprache
Schrift
Gotisch
Inhalt
Karte des Mittelmeerraumes
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes – PM-1 – Museo Naval (Madrid, Spanien) Faksimile
AyN Ediciones – Madrid, 2005
Limitierung: 995 Exemplare
Detailbild

Portolankarte des Mittelmeers von Mateo Prunes

Beischrift, Segelschiffe, Madonna mit Kind

Da Landkarten in der Regel aus der Haut eines Schafes oder eines anderen Tieres hergestellt wurden, haben sie an einem Ende oft einen verengten Abschnitt, der der Stellung des Halses entspricht. Dies bot sich natürlicher Weise als Ort für die Darstellung einer Madonna mit Kind an, die im Spätmittelalter häufig auf Landkarten aus Mallorca zu finden waren. Die Beischrift "Mateo Prunes in der Stadt Mallorca, 1563" befindet sich zwischen zwei Schiffen: einer großen, mit Kanonen bestückten Karacke und einer kleinen Karavelle mit so genannten Lateinersegeln, also dreieckigen Segeln.

Portulano del Mediterráneo de Mateo Prunes
Faksimile-Editionen

#1 Portulano del Mediterráneo de Mateo Prunes

AyN Ediciones – Madrid, 2005

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: AyN Ediciones – Madrid, 2005
Limitierung: 995 Exemplare
Kommentar: 1 Band von Maria Luisa Verdejo Martin-Meras
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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