Winchester Psalter

Winchester Psalter Faksimile

Winchester Cathedral, Winchester (Vereinigtes Königreich) — 1127–1171

Beauftragt vom Enkel Wilhelm des Eroberers: 38 meisterliche Miniaturen der Romanik mit dramatischen Darstellungen vom Kampf Gut gegen Böse

  1. 38 erstklassige romanische Miniaturen zeigen verschiedene Szenen aus dem Alten und dem Neuen Testament

  2. Der Höhepunkt ist eine dramatische Darstellung der Hölle mit makabren Dämonen, die die dahingerafften Körper der Verdammten quälen

  3. Dieses Meisterwerk wurde wahrscheinlich von dem Mönch Henry de Blois, dem Enkel von Wilhelm dem Eroberer (ca. 1028–87), in Auftrag gegeben

Winchester Psalter

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Beschreibung
Winchester Psalter

Der Winchester Psalter zählt zu den Höhepunkten der romanischen Buchmalerei und beeindruckt den Leser mit 38 faszinierenden Miniaturen, die den Kampf zwischen Gut und Böse wirkungsvoll in Szene setzen. Die Handschrift entstand wahrscheinlich im Auftrag des Mönchs und Bischofs Heinrich von Blois (ca. 1100-1171 irgendwann zwischen der Mitte des 12. und spätestens der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Miniaturen sind dem Text der Psalmen vorangestellt und unterstützen so als visuelle Einleitung seine moralische Botschaft. Der Höhepunkt ist eine besonders dramatische Darstellung der Hölle mit den gebrochenen Körpern der Verdammten, die von makabren Dämonen gequält werden.

Winchester-Psalter

Wohl der Mönch und spätere Bischof Heinrich von Blois (ca. 1100-1171) war es, der mit dem Winchester-Psalter ein wahres Meisterwerk der romanischen Buchmalerei in Auftrag gab. Die 284-seitige Pergamenthandschrift entstand irgendwann zwischen der Mitte des 12. und der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts in Winchester in England und enthält die biblischen Psalmen. Diese waren für den täglichen religiösen Gebrauch von großer Bedeutung, da auch die Andachtspraxis außerhalb der Gottesdienste durch tägliches Rezitieren der Psalmen geprägt war. Dem Text sind 38 ganzseitige Miniaturen vorangestellt, die die moralische Botschaft des Textes eindrucksvoll unterstützen und als visuelle Einführung dienen.

Der Kampf zwischen Gut und Böse

Die 38 erstklassigen Miniaturen stellen verschiedene Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, vom Leben Jesu und der Jungfrau Maria bis zur Auferstehung und zum Jüngsten Gericht, besonders dramatisch dar. Der Künstler zeigt dem Betrachter auf kreative Weise die verschiedenen Modelle von Gut und Böse und die daraus resultierenden Strafen. Ausgesprochen schrecklich ist etwa die Darstellung der Hölle: Die kleinen zerbrochenen Körper der Verdammten werden von großen, grausamen, grinsenden Dämonen mit Folterwerkzeugen gequält. Ebenso ausdrucksstark ist die Szene des Judaskusses. Der Maler charakterisiert die Soldaten als schreckliche Monster mit großen Mündern, scharfen Zähnen und langen, schnabelartigen Nasen.

Verbindungen zur berühmten Abtei von Cluny in Frankreich

Eigentlich ist der Auftraggeber dieses atemberaubenden Psalters unbekannt, aber sowohl der Kalender, die Litanei als auch das Gebet zu St. Swithun, dessen Überreste in der Handschrift erwähnt werden, lassen vermuten, dass das Buch in Verbindung zu Winchester steht. Darüber hinaus enthält der Kalender viele Feste, die zu der einflussreichen Abtei von Cluny in Frankreich führen. Daher ist der wahrscheinlichste Auftraggeber Henry de Blois, der Enkel von Wilhelm dem Eroberer. Er war ursprünglich ein Mönch in Cluny und zudem zwischen 1129 und 1171 Bischof von Winchester. In Anbetracht seiner großen Leidenschaft für die Künste mag es wohl sein, dass wir ihm dieses fantastische Manuskript verdanken.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Psalter of Henry of Blois
St Swithun’s Psalter
Umfang / Format
284 Seiten / 32,3 × 23,5 cm
Datum
1127–1171
Stil
Schrift
Protogotisch
Buchschmuck
38 ganzseitige Miniaturen; Kalenderminiaturen (Monatsarbeiten) and -Medaillons; 1 historisierte Initiale
Inhalt
Calendarium; Psalter (gallikanisch); Kantaten, Gloria in Excelsis; Pater Noster; Apostolisches Glaubensbekenntnis; Quicunque Uult; Litanei; 10 Kollekten; 36 Gebete; unvollständiges Kolophon
Auftraggeber
Henry von Blois, Bischof von Winchester und Abt von Glastonbury
Vorbesitzer
Henry of Blois
Sir Robert Cotton

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Winchester Psalter – Cotton MS Nero C IV – British Library (London, Großbritannien) Faksimile
The Folio Society – London, 2015
Limitierung: 980 Exemplare
Detailbild

Winchester Psalter

Tod der Jungfrau Maria

Nach dem archetypischen Bild aus der byzantinischen Kunst lassen die zwölf Apostel auf wundersame Weise ihre ferne Missionstätigkeit kurz ruhen und haben sich um das Sterbebett der Jungfrau Maria versammelt. Während diese selbst friedlich und ohne jede Spur von Leid wirkt, sind die Gesichter der Apostel traurig; einer von ihnen schwingt links mit gesenktem Kopf und voller Trauer ein goldenes Weihrauchfass. Christus selbst steht im Hintergrund und hält ein Baby, das die Seele seiner Mutter repräsentiert: Diese Darstellung führt die beiden mit vertauschten Rollen wieder zusammen. Er hält das kleine Kind hoch, als wolle er es der Hand Gottes übergeben. Diese streckt sich nach unten und macht eine Segensgeste, wobei sie von Engeln mit weiten Gewändern gerahmt wird.

The Winchester Psalter
Einzelseite

Winchester Psalter

David, Saul und Goliath

Vier Ereignisse, die sich zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten abspielen, wurden auf kreative Weise in zwei Registern zusammengefasst. Im oberen Register ist David auf der linken Seite in Jerusalem, angedeutet durch einen architektonischen Rahmen, zu sehen, wie er die ihm von König Saul angebotene Rüstung zugunsten seines bescheidenen Stabes und seiner Schleuder ablehnt. Der Moment des Aufpralls, in dem der Stein Goliath mitten auf die Stirn trifft, ist rechts auch schon dargestellt, und man erkennt die Wucht des Treffers an Goliaths Augen.

Unten verfolgt das Heer der Israeliten die fliehenden Philister im Hintergrund, während David den Kopf von Goliath abschlägt und ihn dann als Trophäe nach Jerusalem zurückbringt, um ihn Saul zu überreichen. Während dieser im oberen Register sitzend und direkt nach außen gewandt ist, steht er hier zu drei Vierteln David zugewandt. Ein gehörnter Schlangenkopf taucht aus Sauls Gewand auf und deutet auf seinen Groll und seine Angst hin, dass David ihn verdrängen könnte.

The Winchester Psalter
Faksimile-Editionen

#1 The Winchester Psalter

The Folio Society – London, 2015
Winchester Psalter – Cotton MS Nero C IV – British Library (London, Großbritannien) Faksimile
Winchester Psalter – Cotton MS Nero C IV – British Library (London, Großbritannien) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: The Folio Society – London, 2015
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Indischer Ziegenledereinband mit Goldprägung, designt von Joe McLaren, 2-farbig
Kommentar: 1 Band von Kristine Edmondson Haney
Sprache: Englisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion der ff. 1-39 des Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
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