Breviarium Novi II

Breviarium Novi II – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Župa Arhiv (Novi Vinodolski, Kroatien)

Paulinenkloster und Kirche der Heiligen Muttergottes in Osap (Kroatien) — 1493–1495

Gleichermaßen wichtig für die Linguistik, Philologie, Liturgie, Musikwissenschaft und die Kunstgeschichte: Eine einmalige kirchenslawische Textsammlung, die Sprache und Kunst aus 5 Jahrhunderten vereint

  1. Ein Kompendium liturgischer Texte aus dem 10. bis 15. Jahrhundert, das alte und neue sprachliche und künstlerische Elemente miteinander verbindet

  2. Die Textsammlung ist gleichermaßen wichtig für die Linguistik, Philologie, Liturgie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte

  3. Das Brevier ist in der kroatischen Redaktion des Kirchenslawischen verfasst, was es zu einem seltenen und wertvollen volkssprachlichen Text macht

Breviarium Novi II

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Preiskategorie: €
(unter 1.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Breviarium Novi II

Glagolitisch ist eine Buchstabenschrift, die im 9. Jahrhundert zu Missionszwecken von Kyrill von Saloniki (ca. 826/827-869) entwickelt wurde und das früheste slawische Alphabet darstellt. Mit ihr wurden unter anderem kroatische, serbische und altkirchenslawische Texte geschrieben. Altkirchenslawisch ist die älteste slawische Schriftsprache und war in den slawische Gebieten bis in die Neuzeit die wichtigsten traditionelle Liturgie- und Literatursprache. Das bedeutende Breviarium Novi II ist sowohl für diese geschichtsträchtige Sprache als auch das zugehörige Alphabet ein wichtiges Zeugnis. Der Inhalt des kroatischen Breviers unterscheidet sich deutlich von Brevieren des lateinischen Westens: Es handelt sich um eine weitgestreute Sammlung erbaulichen mittelalterlichen Lesestoffs aus 5 Jahrhunderten, der neben biblischen Texten beispielsweise einen Schwerpunkt auf die Passionserzählungen frühchristlicher Heiliger legt. Neben dem Missale war das Brevier das wichtigste liturgische Buch für die Feier des altslawischen Gottesdienstes, weshalb es für Linguistik, Philologie, Liturgie, Musikwissenschaft und Kunstgeschichte gleichermaßen von Bedeutung ist.

Breviarium Novi II

Das zweite Novi-Brevier ist ein großer Codex mit 500 Folios. Der größte Teil davon wurde vom Priester Martinac transkribiert, der aus dem Bezirk Lapac in Grobnic stammt, einer der freien mittelalterlichen Gemeinden von Vinodol in Kroatien. In seinen Kolophonen erwähnt er 1493, 1494 und 1495 als die Jahre, in denen der Codex geschrieben und fertiggestellt wurde. Er wurde für das Paulinerkloster und dessen Kirche St. Maria auf Osap, einem kleinen Hügel außerhalb der Mauern von Novi Vinodolski, geschaffen, das heute nicht mehr erhalten ist. Die Paulinermönche in den glagolitischen Gebieten feierten die altslawischen Gottesdienste aus glagolitischen liturgischen Büchern. Die Schrift, insbesondere die des Priesters Martinac, ist eine saubere und gut lesbare liturgische Schrift der eckigen kroatischen Glagoliza, wie sie im 14. und 15. Jahrhundert verwendet wurde. Die Sprache des Codex ist die ursprüngliche Redaktion des Kirchenslawischen. Die Texte stammen aus dem 10. bis 15. Jahrhundert und alte und neue sprachliche Elemente sind miteinander vermischt. Das Breviarium Novi II bewahrt die Gesamtheit des Breviers der römischen Kurie, das sich durch Lektionen von beträchtlicher Länge und detaillierte Beschreibungen der Ämter in den Rubriken auszeichnet.

  1. Proprium de tempore (fol. 1-267d)
  2. Kalender (fol. 268-275)
  3. Psalterium (fol. 276a-322c)
  4. Officium defunctorum (fol. 322c-324c)
  5. Commune Sanctorum (fol. 324c-355c)
  6. Officium ""de Beata"" (fol. 356a-359c)
  7. Proprium Sanctorum (fol. 382a-500d)

Alle Bestandteile dieses Codex, Sprache, Schrift, Illuminationen und Text, sind durch eine Mischung aus älteren Formen und jüngeren Innovationen gekennzeichnet. Sie stellen ein breites Interessensgebiet für Sprach- und Philologiewissenschaftler, Bibliothekare, Liturgiker, Musikwissenschaftler und Kunsthistoriker dar.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Novi Breviary
Novi-Brevier
Umfang / Format
1.000 Seiten / 36,0 × 26,0 cm
Herkunft
Kroatien
Datum
1493–1495
Schrift
Eckige Glagoliza
Buchschmuck
Zahlreiche, teils historisierte Initialen und kleinere Miniaturen
Inhalt
Kompendium liturguischer Texte aus dem 10. bis 15. Jahrhundert
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Breviarium Novi II – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Župa Arhiv (Novi Vinodolski, Kroatien)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1977
Detailbild

Breviarium Novi II

Historisierte Ⱃ-Initiale

Diese wunderbare Ⱃ-Initiale, konstruiert aus verschlungenen Leisten und pflanzenartigen Ranken leitet ein Gebet im Psalterium des Breviers ein. Sie zeigt in ihrem Binnenfeld Christus in rotem Mantel als Salvator mundi, also „Erlöser der Welt“, mit Reichsapfel und Segensgestus und ist reich mit goldenen Details geschmückt. Der Buchstabe Rzi bzw. Ⱃ (/r/ ausgesprochen) ist der 19. Buchstabe des glagolitischen Alphabets.

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Einzelseite

Breviarium Novi II

Ⰱ-Zierinitiale

Nur mit Hilfe roter Tinte wurde diese kunstvolle Flechtbandinitiale konstruiert, die den glagolitischen Buchstaben Ⰱ zeigt und deren Rankenausläufer sich fast über die gesamte Seite erstrecken. Der Buchstabenkörper wird aus miteinander verflochtenen Leisten gebildet, deren Enden sich zu Blattmotiven entwickeln und die mit kleinen, gemalten Perlen besetzt sind. Sowohl an das linke obere Ende als auch an den unteren Balken schließen sich filigrane Rankenausläufer an, die abgesehen von ihrer kantigen Ausführung Reminiszenzen an Fleuronnée-Initialen aufwerfen, die im Spätmittelalter äußerst verbreitet waren.
Ⰱ bzw. Buky ist der zweite Buchstabe des glagolitischen Alphabets und wird /b/ ausgesprochen. Er leitet schmuckvoll ein Gebet im Psalterium des Breviers ein.

Breviarium Novi II – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Župa Arhiv (Novi Vinodolski, Kroatien)
Faksimile-Editionen

#1 Breviarium Novi II

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Zweifarbiger Viertelledereinband mit Goldprägung auf dem Buchrücken
Kommentar: 1 Band von Marija Panteli´c und Anica Nazor
Sprachen: Deutsch, Englisch

Umfasst unter anderem ein glagolithisches Alphabet und
Faksimile: 1 Band Der Umfang, das Format, die Farbigkeit oder der Einband entsprechen möglicherweise nicht (vollumfänglich) dem Original. 8 Seiten in Farbe, die anderen Seiten in schwarz-weiß faksimiliert. Reduzierte Buchgröße: 27,5 × 20,5 cm.
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