Codex Badiano

Codex Badiano – The John Hopkins Press – MS Barb. lat. 241 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vatikanstadt, Vatikanstadt)

Tlatelolco, Mexiko-Stadt (Mexiko) — 1552

Das älteste medizinische Pflanzenbuch Amerikas: 185 leuchtende Pflanzenbilder vereinen Nahua-Heilkunde, lateinisches Wissen und Mexikos faszinierende Naturwelt in einem kostbaren Codex von 1552

  1. Älteste medizinische Handschrift Amerikas und einzigartige Verbindung von Nahua-Wissen, lateinischem Text und mexikanischer Bildkunst

  2. Mit 185 farbenprächtigen Pflanzenbildern und Rezepten zu über 220 Heilpflanzen, geordnet von Kopf bis Fuß

  3. Im Jahr 1552 im Colegio de Santa Cruz de Tlatelolco von Martín de la Cruz verfasst und von Juan Badiano ins Lateinische übertragen

Codex Badiano

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Beschreibung
Codex Badiano

Der 1552 am Colegio de Santa Cruz de Tlatelolco geschaffene Codex Badiano gilt als älteste erhaltene medizinische Handschrift Amerikas. Der Nahua-Arzt Martín de la Cruz stellte das Heilwissen zusammen, Juan Badiano übertrug es ins Lateinische. In dreizehn Kapiteln folgen die Beschwerden der Ordnung des Körpers von Kopf bis Fuß; weitere Abschnitte behandeln Erschöpfung, seelische Leiden, Geburt und andere Erkrankungen. Über 220 Heilpflanzen werden in Rezepten mit pflanzlichen, tierischen und mineralischen Zutaten verbunden. Den besonderen Reiz entfalten 185 farbenprächtige Pflanzenbilder, deren Nahuatl-Namen neben lateinischen Beschreibungen und Anwendungshinweisen stehen. Europäisches Buchformat und lateinische Gelehrtensprache begegnen einer eigenständigen mexikanischen Bildtradition und jahrhundertealtem Nahua-Wissen. So wird der Codex zu einem kostbaren Zeugnis indigener Medizin, Botanik und kultureller Begegnung im frühen kolonialen Mexiko.

Das älteste medizinische Pflanzenbuch Amerikas

Der Codex Badiano entstand 1552 am Colegio de Santa Cruz de Tlatelolco, wenige Jahrzehnte nach der Eroberung Mexikos. Der Nahua-Arzt Martín de la Cruz stellte das überlieferte Heilwissen zusammen; Juan Badiano, ebenfalls indigener Gelehrter, übertrug den Text ins Lateinische. Unter dem Titel Libellus de medicinalibus Indorum herbis wurde so das älteste erhaltene medizinische Werk Amerikas geschaffen.

Das Buch war für den spanischen Hof bestimmt. Es sollte zeigen, welches Wissen über Pflanzen, Krankheiten und Heilverfahren in Neuspanien vorhanden war. Dabei entstand kein europäisches Kräuterbuch, sondern ein Werk, in dem indigene Erfahrung, lateinische Sprache und koloniale Präsentationsformen eng verbunden sind.

Heilmittel von Kopf bis Fuß

Die dreizehn Kapitel folgen zunächst der Ordnung des menschlichen Körpers. Die Behandlung beginnt bei Beschwerden des Kopfes, der Augen, Ohren, Nase und Zähne und schreitet über Brust, Bauch, Gliedmaßen und Haut bis zu den Füßen fort. Weitere Abschnitte widmen sich Erschöpfung, seelischen Leiden, Geburt, Fieber und anderen Störungen.

Die Rezepte nennen Pflanzen, Zubereitungsweisen und Anwendungen. Kräuter werden zerstoßen, gekocht, als Trank, Salbe, Bad oder Umschlag verwendet und mit tierischen oder mineralischen Stoffen kombiniert. Damit bewahrt die Handschrift ein erstaunlich konkretes Bild medizinischer Praxis im Mexiko des 16. Jahrhunderts.

Mehr als zweihundert Heilpflanzen

Im Mittelpunkt stehen über 220 Pflanzen. Viele tragen ihre Nahuatl-Namen, während die Erläuterungen auf Latein verfasst sind. Nicht alle Gewächse lassen sich heute zweifelsfrei botanisch bestimmen, doch gerade ihre Benennung und Beschreibung bewahren ein einzigartiges Zeugnis indigener Naturkenntnis.

Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten und Früchte werden so dargestellt, dass charakteristische Merkmale erkennbar bleiben. Botanische Beobachtung und künstlerische Gestaltung verbinden sich zu einer eigenständigen Form visueller Wissensvermittlung.

185 leuchtende Pflanzenbilder

Die 185 farbigen Darstellungen gehören zu den eindrucksvollsten Leistungen des Codex. Kräftige Konturen, intensive Pigmente und rhythmisch angeordnete Pflanzenkörper erinnern an mesoamerikanische Bildtraditionen, während Seitenaufbau, Schrift und Buchform europäischen Vorbildern folgen.

So begegnen auf jeder Seite zwei Systeme des Wissens. Der lateinische Text ordnet und erklärt; die Bilder bewahren Formen, Farben und Namen der mexikanischen Pflanzenwelt. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Werk kultureller Übersetzung, in dem indigene Bildsprache sichtbar bleibt.

Wissen im Zeichen kolonialer Begegnung

Martín de la Cruz und Juan Badiano arbeiteten am Colegio de Santa Cruz, wo indigene Schüler in Latein, Theologie und europäischen Wissenschaften unterrichtet wurden. Der Codex zeigt jedoch, dass dieses Umfeld auch Nahua-Heilkunde für einen neuen politischen und gelehrten Zusammenhang lesbar machte.

Die Handschrift ist zugleich medizinischer Ratgeber, botanisches Bilderbuch und historisches Dokument. Sie bewahrt praktische Heilrezepte und präsentiert indigenes Wissen gegenüber der spanischen Krone als wertvoll und gelehrt.

Ein kostbares Zeugnis mexikanischer Heilkunst

Die Pflanzenbilder sind nicht bloßer Schmuck, sondern wesentliche Träger des Wissens. Die Gliederung nach Krankheiten und Körperregionen macht den Band zu einem benutzbaren Arzneibuch, während Nahuatl-Namen und lateinischer Text zwei sprachliche Welten verbinden.

In dieser außergewöhnlichen Verbindung liegt seine bleibende Bedeutung: Nahua-Medizin, mexikanische Pflanzenkunde und europäische Buchkultur begegnen sich in einem der schönsten medizinischen Manuskripte des 16. Jahrhunderts.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Badianus Manuscript
Libellus de Medicinalibus Indorum Herbis
Aztec herbal
Aztektisches Kräuterbuch
Codex de la Cruz-Badiano
Codex Barberini
Manoscritto Badiano
Herkunft
Mexiko
Datum
1552
Sprache
Buchschmuck
185 Pflanzenillustrationen
Inhalt
Beschreibung der medizinischen Eigenschaften und Vewendung von 250 Pflanzen
Auftraggeber
Jacobo de Grado
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Don Francisco de Mendoza
Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1500–1558)
Diego de Cortavila y Sanabria
Kardinal Francesco Barberini (1597–1679)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile-Editionen

#1 Badianus Manuscript

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Hellbrauner Leineneinband
Kommentar: 1 Band von Emily Walcott Emmart and Henry E. Sigerist
Sprache: Englisch

Der Kommentar enthält ein Vorwort von Henry E. Sigerist sowie eine Einführung zum Text und eine Übersetzung mit Anmerkungen von Emily Walcott Emmart.
Kommentar und Faksimile befinden sich klar getrennt voneinander in einem Band.
Faksimile: 1 Band Teilfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Die Seiten sind auf einem größeren, weißen Hintergrund dargestellt.
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