Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Archiv Verlag – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)

Basel (Schweiz) — 1543

Die Pflanzenwelt der Renaissance neu gesehen: Antikes Heilwissen, genaue Naturbeobachtung und 517 meisterhafte Holzschnitte vereint in Leonhart Fuchs’ berühmtem Kräuterbuch

  1. 1543 bei Michael Isingrin in Basel erschienen

  2. 517 beeindruckend genaue Pflanzenholzschnitte

  3. Ausführliche Beschreibung der Heilwirkung bei zahlreichen Krankheiten

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (5)
Beschreibung
Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs

Die 1543 bei Michael Isingrin in Basel erschienene deutsche Erstausgabe von Leonhart Fuchs’ Neuem Kräuterbuch zählt zu den einflussreichsten botanischen Werken der Renaissance. Fuchs machte darin das Wissen des berühmten Arztes und Botanikers einem breiten Publikum zugänglich. Er beschreibt Namen, Gestalt, Standort, Blütezeit und Heilwirkung der Gewächse und verbindet dabei das überlieferte Wissen der Antike mit genauer Naturbeobachtung. Den außergewöhnlichen Rang des Buches begründen vor allem 517 meisterhafte Pflanzenholzschnitte, die Wurzeln, Stängel, Blätter, Blüten und Früchte mit einer bis dahin kaum erreichten Genauigkeit wiedergeben. Die beeindruckenden Illustrationen entstanden aus der genauen Beobachtung und dem sorgfältigen Studium realer Pflanzen in der Natur und faszinieren durch ihre außergewöhnliche Detailtreue und lebendige Wirkung. Als Meilenstein der wissenschaftlichen Pflanzenillustration bereitete das Werk den Weg zu einer Botanik, die ihre Erkenntnisse zunehmend aus der unmittelbaren Betrachtung der Natur gewann.

Pflanzenkunde im Dienst der Medizin

Leonhart Fuchs war nicht nur Botaniker, sondern vor allem Arzt und Hochschullehrer. Für ihn gehörte die sichere Kenntnis der Heilpflanzen zu den Grundlagen einer verantwortungsvollen Medizin. Viele Ärzte seiner Zeit kannten die beschriebenen Gewächse jedoch kaum aus eigener Anschauung. Mit seinem Kräuterbuch wollte Fuchs antikes Heilwissen und unmittelbare Naturbeobachtung wieder zusammenführen.

Die deutsche Ausgabe von 1543 folgte ein Jahr nach dem lateinischen Hauptwerk De historia stirpium. In deutscher Sprache erschloss Fuchs seine Erkenntnisse einem größeren Leserkreis. Das Neue Kräuterbuch wurde damit zu einem praktischen Kompendium für Ärzte, Apotheker und Pflanzenkundige.

Ein umfassendes Wissen über die Pflanzenwelt

Jedes Pflanzenkapitel folgt einem klaren Aufbau. Fuchs nennt deutsche, griechische und lateinische Bezeichnungen, beschreibt Gestalt und charakteristische Merkmale, erläutert Standort und Blütezeit und fasst die medizinischen Eigenschaften und Verwendungsmöglichkeiten zusammen. So verbindet das Werk genaue Pflanzenbeschreibung mit praktischem Heilwissen.

Drei Register erleichtern die Benutzung: eines zu den deutschen Pflanzennamen, eines zu den griechischen und lateinischen Bezeichnungen sowie ein Verzeichnis der Krankheiten und Beschwerden. Der Leser konnte sowohl von einer Pflanze als auch von einem Anwendungsgebiet ausgehen. Diese Ordnung machte das Buch zu einem außergewöhnlich vielseitigen Nachschlagewerk.

Bilder als Grundlage der Erkenntnis

Den bleibenden Ruhm des Werkes begründeten vor allem seine 517 Pflanzenholzschnitte. Sie zeigen die Gewächse meist einzeln und in ganzer Gestalt – von den Wurzeln über Stängel und Blätter bis zu Blüten, Samen und Früchten. Anders als viele ältere Kräuterbücher wiederholte Fuchs nicht lediglich tradierte Bildmuster. Die Pflanzen sollten anhand ihrer sichtbaren Merkmale eindeutig bestimmbar werden.

Die beeindruckenden Illustrationen entstanden aus der genauen Beobachtung und dem sorgfältigen Studium realer Pflanzen in der Natur. Albrecht Meyer fertigte die Vorzeichnungen, Heinrich Füllmaurer übertrug sie auf die Holzstöcke, und Veit Rudolf Speckle führte den Schnitt aus. Fuchs würdigte die drei Künstler sogar durch eigene Porträts – ein bemerkenswertes Zeichen der Anerkennung.

Wissenschaftliche Präzision und Buchkunst

Die Holzschnitte verzichten weitgehend auf erzählerische Hintergründe und konzentrieren den Blick auf die jeweilige Pflanze. Diese Klarheit verleiht ihnen wissenschaftlichen Wert, ohne ihre ästhetische Wirkung zu mindern. Fein geschwungene Stängel, differenzierte Blattformen und präzise erfasste Blüten machen jede Darstellung zu einem Meisterwerk botanischer Buchillustration.

Das großzügige Folioformat gibt den Pflanzenbildern Raum zur Entfaltung. Text und Illustration sind so aufeinander abgestimmt, dass sich Beschreibung und Erscheinungsbild unmittelbar vergleichen lassen. Die Verbindung von Wissen und künstlerischer Vollendung setzte einen neuen Maßstab für spätere botanische Werke.

Ein Meilenstein der Botanikgeschichte

Fuchs blieb in seiner medizinischen Deutung den großen Autoritäten der Antike, insbesondere Dioskurides und Galen, verpflichtet. Zugleich leitete seine Methode einen Wandel ein: Nicht allein die Überlieferung, sondern auch das genaue Sehen und Vergleichen der Natur sollte Erkenntnis hervorbringen. Damit steht das Werk an der Schwelle zur neuzeitlichen Botanik.

Die Illustrationen wurden über Jahrzehnte in anderen Kräuterbüchern aufgegriffen und nachgeahmt. Ihre Klarheit und Genauigkeit prägten die Darstellung zahlreicher Pflanzen weit über das 16. Jahrhundert hinaus. Das Exemplar mit der Signatur Lo I 6 der Universitätsbibliothek Basel bewahrt somit nicht nur eines der schönsten Pflanzenbücher der Renaissance, sondern ein Werk, das die wissenschaftliche Betrachtung der Natur nachhaltig veränderte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
New Kreüterbuch
Leonhart Fuchs.New Kreüterbuch im Jar MDXLIII
Umfang / Format
888 Seiten / 38,5 × 25,5 cm
Herkunft
Schweiz
Datum
1543
Sprache
Buchschmuck
4 Holzschnittporträts, 515 ganzseitige Pflanzenholzschnitte
Inhalt
Deutsche Übersetzung von Fuchs De historia stirpium commentarii insignes
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Beat Hagenbach (1625–1641)
Jacob Hagenbach (1595–1649)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Archiv Verlag – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)
Archiv Verlag – Braunschweig
Limitierung: 300 Exemplare

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Urs Graf – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)
Urs Graf – Dietikon/Zürich, 1981–1985
Limitierung: 490 Exemplare

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Facsimilia Art & Edition Ebert KG – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)
Facsimilia Art & Edition Ebert KG – Darmstadt, 1989

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Ernst Battenberg – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)
Ernst Battenberg – München, 1983
Limitierung: 1000 Exemplare

Neues Kräuterbuch - Leonhart Fuchs – Konrad Kölbl Verlag – Lo I 6 – Universitätsbibliothek Basel (Basel, Schweiz)
Konrad Kölbl Verlag – München, 1964
Faksimile-Editionen

#1 Leonhart Fuchs.New Kreüterbuch im Jar MDXLIII

Archiv Verlag – Braunschweig

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Archiv Verlag – Braunschweig
Limitierung: 300 Exemplare
Einband: Brauner Ledereinband mit Blindprägung über Holz (aus dem Atelier Stemmle in Zürich), zwei Schließen, Grünschnitt; Das Faksimile kommt in einer Leinenkassette.
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Die kolorierten Holzschnitte wurden auf der Basis der lateinischen Ausgabe von 1542, aufbewahrt unter der Signatur Nat.G.fol.160 in der Württembergischen Landesbibliothek, faksimiliert.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#2 Leonhart Fuchs.New Kreüterbuch im Jar MDXLIII

Urs Graf – Dietikon/Zürich, 1981–1985

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Urs Graf – Dietikon/Zürich, 1981–1985
Limitierung: 490 Exemplare
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#3 Leonhart Fuchs.New Kreüterbuch im Jar MDXLIII

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Facsimilia Art & Edition Ebert KG – Darmstadt, 1989
Einband: Brauner Ledereinband mit Goldprägung aus dem Atelier Stemmle in Zürich
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Die kolorierten Holzschnitte wurden auf der Basis der lateinischen Ausgabe von 1542, aufbewahrt unter der Signatur Nat.G.fol.160 in der Württembergischen Landesbibliothek, faksimiliert.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#4 D. Leonhart Fuchs. New Kreüterbuch

Ernst Battenberg – München, 1983

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Ernst Battenberg – München, 1983
Limitierung: 1000 Exemplare
Einband: Halbleder
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Gedruckt auf Bütterpapier mit dreiseitigem Farbschnitt.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)

#5 Leonhard Fuchs 1543. New Kreüterbuch

Konrad Kölbl Verlag – München, 1964

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Konrad Kölbl Verlag – München, 1964
Einband: Weißer Kunstledereinband
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue, verkleinerte Reproduktion des gesamten Originaldokuments. Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €
(unter 1.000€)
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