Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8

Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8 Faksimile

Heidelberg (Deutschland) — 1430

Szenen vom Pessach-Seder, aber auch nackte Männer und Frauen beim Baden oder das unkoschere Töten von Tieren als Sport: Eine reich mit Gold illuminierte und in vielerlei Hinsicht außergewöhnliche aschkenasische Haggadah

  1. Die um 1430 entstandene Handschrift besteht hauptsächlich aus Texten über die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft

  2. Sie ist mit 2 ganzseitigen Miniaturen und 24 gerahmten dekorativen Initialseiten, teilweise mit Menschen- und Tierfiguren, geschmückt

  3. Die Darstellungen des unkeuschen Umgangs zwischen den Geschlechtern und des unkoscheren Tötens von Tieren zum Sport sind beispiellos

Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8

Cod. Or. 8 Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (Darmstadt, Deutschland)
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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8

Diese feine aschkenasische Haggadah aus der Zeit um 1430 zeichnet sich nicht nur durch die Raffinesse ihrer Schrift oder die Schönheit ihrer Miniaturen aus, sondern auch durch ihren ungewöhnlichen Inhalt: Sie umfasst nämlich eine Sammlung von biblischen und homiletischen Versen, Gebeten, Gedichten, religiösen Bräuchen und Liedern, die sich hauptsächlich auf das Buch Exodus und die Befreiung aus der ägyptischen Knechtschaft beziehen. Obwohl sich der begabte Schreiber im Text als Israel ben Meir aus Heidelberg zu erkennen gibt, bleibt der Künstler, der für die rätselhafte und manchmal geheimnisumwobene Bildsprache der Handschrift verantwortlich ist, anonym. Zu ihren Darstellungen gehören Männer und Frauen, die gemeinsam Bücher halten, Frauen mit unbedecktem Kopf, eine Jagdszene und eine Darstellung des Jungbrunnens mit nackten Männern und Frauen beim Baden. In der mittelalterlichen jüdischen Kunst gibt es keinen weiteren Beleg zu dieser Art der Darstellung des unkeuschen Umgangs zwischen den Geschlechtern und des unkoscheren Tötens von Tieren als Sport. Das Manuskript ist mit 2 ganzseitigen Miniaturen und 24 gerahmten dekorativen Initialseiten geschmückt, von denen einige menschliche und tierische Figuren zeigen. Sie gehen wahrscheinlich bis auf eine Tradition des Rabbi Eleazar von Worms zurück, spiegeln aber auch den zeitgenössischen Geschmack des christlichen Adels wider. Der wohlhabende Auftraggeber dieser Handschrift wollte zweifellos weltliche Texte und Themen in die eigentlich religiöse Handschrift integrieren.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Darmstadt Pessach Haggadah - Codex Orientalis 8
Umfang / Format
116 Seiten / 24,5 x 35,5 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1430
Sprache
Buchschmuck
2 ganzseitige Miniaturen, 24 gerahmte dekorative Initialseiten, teilweise mit menschlichen und tierischen Figuren
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Detailbild

Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8

Der Jungbrunnen

Diese Miniatur zeigt Männer und Frauen beim Baden im Jungbrunnen, einem im Spätmittelalter beim weltlichen Adel beliebten künstlerischen und philosophischen Thema. Die Miniatur erscheint am Ende des Manuskripts zusammen mit einer Jagdszene, die in einer Haggada eigentlich ebenso fehl am Platz ist (gejagtes Fleisch ist nicht koscher). Ein Mann mit einer Krücke betritt ein Tor auf der rechten Seite und sucht das heilende Wasser, das durch zwei Zuflüsse in Form von Tierköpfen gespeist wird, während sich Menschen vor dem gotischen Brunnen entkleiden.

Die Darmstädter Pessach-Haggadah : Handschrift: Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt
Einzelseite

Darmstädter Pessach-Haggadah - Codex Orientalis 8

Männer und Frauen studieren gemeinsam den Talmud

Eine kunstvoll gestaltete gotische Architektonik mit Wasserspeiern, die eine goldene Initiale mit schwarzem Hintergrund umgibt, wird von verschiedenen elegant gekleideten Damen und Herren bevölkert. Sie besteht aus einer Reihe von Räumen, einige mit gewölbten Decken, in denen Menschen entweder allein oder zu zweit den Talmud studieren, darunter ein Mann und eine Frau in der oberen linken Ecke, die sich ein Buch teilen und darüber diskutieren.

Oberhalb der Initiale ist ein Mann dargestellt, der von zwei Frauen flankiert wird, mit denen er diskutiert, während unten der umgekehrte Fall vorliegt: Eine Frau wird von zwei Männern flankiert, von denen einer einen grünen "Judenhut" und der andere eine modische schwarze Kappe trägt. Auf der rechten Seite hält ein Mann seinen Codex mit beiden Armen über dem Kopf und neigt den Kopf nach hinten, offenbar frustriert ihn seine Debatte mit der Frau gegenüber gerade.

Die Darmstädter Pessach-Haggadah : Handschrift: Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt
Faksimile-Editionen

#1 Die Darmstädter Pessach-Haggadah : Handschrift: Codex Orientalis 8 der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt

Propyläen Verlag – Darmstadt, 1971/1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Propyläen Verlag – Darmstadt, 1971/1982
Limitierung: 50 Exemplare
Einband: Handgebunden durch den Restaurator der Hessischen Landesbibliothek, nach dem Original in Kalbsleder über Buchenholz.
Kommentar: 1 Band von Joseph Gutmann
Faksimile: 1 Band 8-farbiger Druck, Goldauflage mit Prägedruck unter Verwendung von 24-karätigem Blattgold
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