Geschichten der Frau von Bath und vielen weiteren exemplarischen Figuren der mittelalterlichen Gesellschaft während einer Pilgerreise: Eines der frühesten Exemplare von Geoffrey Chaucers Meisterwerk der englischen Literatur

Ellesmere Chaucer

Ellesmere Chaucer

Ellesmere Chaucer

  1. Das mittelenglische Meisterwerk von Geoffrey Chaucer (ca. 1343–1400) ist ein Eckpfeiler der englischen Literatur

  2. Dieses Exemplar stammt etwa aus dem Jahr 1400 und ist eines der frühesten, vollständigsten und maßgeblichsten Chaucer-Handschriften, die jemals angefertigt wurden

  3. Es ist mit mehr als 200 Initialen, Miniaturen der 22 Pilger (darunter ein Ritter, ein Kaufmann und ein Müller) und Demi-Vinet-Ranken-Marginalien ausgeschmückt

Ellesmere Chaucer

Alternativ-Titel:
  • The Canterbury Tales. The New Ellesmere Chaucer
Ellesmere Chaucer – EL 26 C 9 – Huntington Library (San Marino, United States)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie
Kurzbeschreibung

Eines der bedeutsamsten und berühmtesten Bücher des englischen Sprachraums: der sogenannte Ellesmere Chaucer, die schönste Handschrift der berühmten Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer (ca. 1343-1400). Die Handschrift entstand im Jahrzehnt nach Chaucers Tod und ist zugleich eines der vollständigsten und aussagekräftigsten Exemplare der heute verschollenen Originalhandschriften. Das großformatige Manuskript gilt als ein Meisterwerk der spätmittelalterlichen englischen Buchmalerei und enthält mehr als 200 Initialen, die in fantastischen Marginalien eingebunden und in reichen Rot- und Blautönen sowie mit Blattgold ausgeführt sind. Zusätzlich zeigen 23 Miniaturen die verschiedenen Erzähler sowie Chaucer selbst - eine echte Besonderheit, denn Porträts von mittelalterlichen Autoren sind ausgesprochen selten.

Ellesmere Chaucer

Diese englische Handschrift aus dem frühen 15. Jahrhundert ist nicht nur eines der am schönsten verzierten Chaucer-Exemplare, sondern auch eines der frühesten, vollständigsten und maßgebendsten, da die Originalhandschriften heute verloren sind. Als solches dient es als Basistext für die meisten modernen Ausgaben der Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer (ca. 1343-1400), der sie zwischen 1387 und 1400 verfasste. Die in Mittelenglisch geschriebene Geschichte dreht sich um eine Gruppe von Pilgern, die auf dem Weg zur Kathedrale von Canterbury sind, um auf ihren Reisen das Grab von Thomas Becket zu besuchen und an einem Erzählwettbewerb teilzunehmen. Als solche ähnelt die Handlung strukturell dem Decamerone von Giovanni Boccaccio (1313-1375), mit dem Chaucer während seiner Aufenthalte in Italien im Auftrag der englischen Krone in Kontakt gekommen sein dürfte. Der zwischen 1400 und 1410 entstandene Ellesmere Chaucer ist nach dem ehemaligen Besitzer, dem 1. Baron Ellesmere, Sir Thomas Egerton (1540 - 1617) benannt, der auch 1. Viscount Brackley und Mitglied des Geheimrats von Königin Elizabeth I. (1533-1607) war.

Ein Eckpfeiler der englischen Literatur

Es scheint, als sei Chaucer gestorben, bevor er das Werk vollenden konnte – denn obwohl von 31 Pilgern die Rede ist, werden nur 24 Geschichten erzählt und die Rückreise nach London fehlt ebenso. Den Erzählungen stehen kurze Szenen an der Seite, meist in Form von lebhaftem Austausch und sogar Streit unter den Pilgern, die aus allen Lebensbereichen kommen: Ritter, Priorin, Mönch, Kaufmann, Gesetzeshüter, Freisasse, gelehrter Schreiber, Müller, Vogt, Ablassprediger und viele andere. Werke, die einen so breiten Kreis der Gesellschaft abbildeten, waren nahezu unbekannt. Ihre Geschichten reichen von moralisierend bis hin zu regelrecht schlüpfrig und sind offen für Interpretationen, was dazu beiträgt, ihren anhaltenden Reiz zu erklären. Die vorliegende Handschrift ist vermutlich das Werk des Schreibers Adam Pinkhurst, der bereits zu Lebzeiten für Chaucer gearbeitet hat. Die Überarbeitungen des Ellesmere-Manuskripts legen die Vermutung nahe, dass sie von jemandem vorgenommen wurden, der den Autor und seine Absichten kannte und der Zugang zu früheren Entwürfen gehabt haben könnte.

Ein künstlerisches Meisterwerk

Der Ellesmere Chaucer enthält 22 der 24 Geschichten, aus denen sich die Geschichten, wie wir sie kennen, zusammensetzen, die mit über 200 Initialen in prächtigem Rot, Blau und Blattgold geschmückt sind. Zusätzlich enthält er Miniaturen der 22 Pilger am Anfang ihrer jeweiligen Geschichten, die ebenfalls mit wunderbaren Marginalien aus verschiedenen Ranken, sogenannten Demi-vinet-Bordüren, geschmückt sind. Diese zeichnen sich durch ihre große Raffinesse und Detailgenauigkeit aus und weisen darauf hin, dass die verantwortlichen Künstler, vielleicht drei an der Zahl, aus East Anglia stammten. Eine weitere Miniatur ist ein Porträt von Chaucer, was als echte Besonderheit gelten muss, denn Darstellungen mittelalterlicher Autoren sind ausgesprochen selten, auch wenn das Porträt ein Jahrzehnt nach Chaucers Tod entstanden ist. Das große Format der Handschrift, das 40 x 28,4 cm misst, ließ sowohl dem Schreiber als auch dem für die Illumination und die Miniaturen verantwortlichen Künstlerteam viel Raum für eine elegante und übersichtliche Gestaltung. Dieses Meisterwerk ist unglaublich gut erhalten, weil es 300 Jahre lang unberührt in der Bibliothek der Barone von Ellesmere lag, bevor man sich in der Huntington Library professionell darum kümmerte und es 1995 neu band, um sicherzustellen, dass die 240 Blätter ihren ausgezeichneten Zustand behalten.

"Margery seynt John ys a shrew!"

Viele illuminierte Handschriften tragen Indizien ihrer Besitzgeschichte in sich, wie z.B. Wappenschilder von Adeligen, die sie besaßen, oder Notizen von Bibliothekaren, die sie katalogisierten. Aber nur wenige haben die Art von reichen "Graffiti", die das Vorsatz des Ellesmere Chaucer aufweist. Am auffälligsten ist die in einer Schrift aus dem 16. Jahrhundert geschriebene Anklage, dass jemand namens Margery St. John ein Spitzel ist. Die arme Margery wurde daraufhin jahrhundertelang durch dieses Vorsatz verleumdet, aber ihre Identität und die der Hand, die sie beleidigte, sind nicht bekannt. Der Ausbruch könnte ebenso gut das Ergebnis einer Geschwisterfehde sein wie unerwiderte Liebe. Diese und viele andere derartige Einträge in den dem Text vorausgehenden und nachfolgenden Blättern enthalten die Namen Robertus Drury, Thomas Calthorpp und Edwarde Waldegrave, der zufällig zwei Cousins namens Margery St. John hatte. Zusätzlich findet man einige Verszeilen in Latein und Englisch, daneben Schreibübungen, Kritzeleien und Federproben. Die Handschrift kam 1917 in die Vereinigten Staaten und war ein Höhepunkt in der Sammlung von 8000 früh gedruckten Büchern und 13000 Handschriften zu vielfältigen Themen aus dem Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert, die John Francis Granville Scroop Egerton (1872-1944), 4. Earl of Ellesmere, an den amerikanischen Eisenbahnmagnaten Henry E. Huntington (1850-1927) verkaufte. Heute stellt die Handschrift einen Höhepunkt der Sammlungen der wunderschönen Huntington Library in San Marino, Kalifornien, dar.

Kodikologie
Alternativ-Titel
The Canterbury Tales. The New Ellesmere Chaucer
2 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Ellesmere Chaucer“

The Canterbury Tales. The New Ellesmere Chaucer Faksimile

Ellesmere Chaucer – EL 26 C 9 – Huntington Library (San Marino, United States)
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