Flavius Blondus: Roma Instaurata
Das antike Rom war seine ganze Leidenschaft: Flavio Biondo (1392–1463) war ein italienischer Humanist und stand als Kanzleisekretär in den Diensten mehrerer Päpste, was ihm ideale Voraussetzungen für sein forschendes Interesse am antiken Rom bot. Wenn ihm auch die für die spätere historische und archäologische Wissenschaft charakteristische Quellenkritik noch fehlte, spürte er dennoch bemerkenswerte Dinge längst vergangener Zeiten auf. So entstand z. B. im Auftrag des ebenalls für die Antike brennenden Matthias Corvinus (1443–1490), des Königs von Ungarn und Kroatien, diese rekonstruierende Beschreibung der römischen Topographie. Sie geht von den damals noch sichtbaren Ruinen und Spuren aus Roms großer Vergangenheit aus. Roma instaurata ist eine der wenigen Schriften, welche die Zerstörung der damals zweitgrößten Bibliotheca Corviniana in Buda durch die Türken im Jahre 1541 überlebte.
Flavius Blondus: Roma Instaurata
Darstellungen des antiken Rom aus der größten Sammlung weltlicher Bücher der Renaissance, aus der Bibliotheca Corviniana: Dieses historische Dokument stellt eines der wenigen übrig gebliebenen Exemplare der berühmten Bibliothek dar, die von den osmanischen Türken nach der Schlacht von Mohács 1526 zerstört wurde.
Ein großer König und Mäzen der Künste
Die Bibliothek von König Matthias Corvinus (1443-1490), die so genannte Bibliotheca Corviniana, war Europas größte Renaissance-Sammlung weltlicher Bücher: historische Chroniken, philosophische und wissenschaftliche Werke des fünfzehnten Jahrhunderts. Matthias Corvinus war König von Ungarn und Kroatien und einer der mächtigsten Herrscher seiner Zeit. Er war in Italien ausgebildet worden und seine Faszination für die Errungenschaften der italienischen Renaissance führte zur Förderung italienischer kultureller Einflüsse in Ungarn. Matthias begann mit dem Sammeln von Büchern ab etwa 1460. Nach dem Tod des Königs bestand die Bibliothek aus etwa 3.000 Codices oder Corvinen, die viele Werke von klassischen griechischen und lateinischen Autoren enthielten. Sie repräsentierte die literarische Produktion der Renaissance, die den Stand des Wissens und der Künste einschließlich Philosophie, Theologie, Geschichte, Recht, Literatur, Geographie, Naturwissenschaften, Medizin, Architektur usw. widerspiegelt. Die Bibliotheca Corviniana war nach der Bibliothek des Vatikans die zweitgrößte in Europa. Im Jahr 1489 schrieb Bartolomeo della Fonte von Florenz, dass Lorenzo de' Medici, ermutigt durch das Beispiel des ungarischen Königs, seine eigene griechisch-lateinische Bibliothek gründete. Die türkische Invasion in Ungarn im 16. Jahrhundert zerstörte die meisten Codices. Nur etwa 650 Corvinen überlebten, verteilt auf mehrere Bibliotheken in ganz Europa. Bände aus der Bibliotheca Corviniana wurden 2005 in Anerkennung ihrer historischen Bedeutung in das UNESCO-Register des Gedächtnisses der Welt aufgenommen.
Ruinen der Ewigen Stadt
Das Original der vorliegenden Corvine mit dem Titel Roma Instaurata ist ein interessantes Werk über die antiken Ruinen von Rom. Der Autor, Flavio Biondo (Flavius Blondus) war ein italienischer Renaissance-Humanist und Historiker, der auch als einer der ersten Archäologen bekannt ist. Flavio veröffentlichte drei enzyklopädische Werke: Roma Instaurata (1440-63), Roma Triumphans (1456-60) und Italia Instaurata (1456-60). Sie sind systematische und dokumentierte Führer zu den Ruinen und der Topographie des antiken Rom; spätere Antiquare und Historiker konnten auf den von Flavio und seinem älteren Zeitgenossen Poggio Bracciolini gelegten Fundamenten aufbauen. Zu dieser Zeit waren die Ruinen des antiken Roms noch überwuchert, unerforscht und teilweise in Vergessenheit geraten. Als Bracciolini 1420 das Kapitol bestieg, sah er nur verlassene Felder. Auf dem Forum, unter erodiertem Oberboden begraben, weideten Kühen, während sich in der unkrautartigen Vegetation des Campo Vaccino Schweine tummelten. Flavio und andere Humanisten wie Leone Battista Alberti begannen, die Architektur, Topographie und Geschichte Roms zu erforschen und zu dokumentieren und ließen dabei eine Vision von Roms einstigem Glanz wieder aufleben. Flavios erstes Werk war De Roma Instaurata (Rom restauriert, 1444-1448) und ist eine Rekonstruktion der antiken römischen Topographie. De Roma Instaurata war und bleibt eine höchst einflussreiche humanistische Vision der Wiederherstellung Roms zu seiner früheren Höhe und Erhabenheit, indem auf der Grundlage der erhaltenen Ruinen rekonstruiert wird, wie Rom einst ausgesehen haben musste.
Kodikologie
- Umfang / Format
- 204 Seiten / 24,0 × 14,5 cm
- Herkunft
- Italien
- Datum
- 15. Jahrhundert
- Stil
- Sprache
- Schrift
- Humanistische Kursive
- Buchschmuck
- Goldene Initialen mit weißer Weinstockbordüre, genannt "bianchi girari", und ein Wappen
- Inhalt
- Leitfaden zu den Ruinen und der Topographie des antiken Roms
- Auftraggeber
- Matthias Corvinus (1443-90), König von Ungarn und Kroatien
- Künstler / Schule
- Flavio Biondo / Flavius Blondus (1392–1463) (Autor)
#1 Flavius Blondus: Roma Instaurata
Details zur Faksimile-Edition:
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