Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften

Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. 2398 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

Mailand (Italien) — Um 1475

Ein seltenes Zeugnis fĂŒr politische Intrigen und Spionage im Mittelalter: Eine faszinierende Kryptografiesammlung mit mehreren Hundert ChiffreschlĂŒsseln aus der Privatkanzlei der mĂ€chtigen Sforza

  1. Diese Kryptografiesammlung gibt einen Einblick in die Welt der mittelalterlichen Spionage

  2. Es enthĂ€lt Hunderte von Chiffren und "SchlĂŒsseln", die in der Privatkanzlei der Sforzas in Mailand verwendet wurden

  3. Ein Zeugnis fĂŒr politische Intrigen im Mittelalter, nicht weniger raffiniert als heutige

Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften

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Beschreibung
Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften

Die Welt der mittelalterlichen Spionage und Geheimhaltung rĂŒckt durch dieses ungewöhnliche Dokument in so greifbare NĂ€he, dass die einzelnen Prinzipien der Chiffrierung in der Privatkanzlei der Sforza ĂŒberprĂŒfbar und nachvollziehbar werden: Diese mĂ€chtige Familie, die von 1450 bis 1535 die Herzöge der Lombardei stellte und umfangreichste Beziehungen pflegte, verwendete fĂŒr die Kommunikation mit auswĂ€rtigen Herrschern, Agenten und den im Ausland befindlichen eigenen Gesandten ein ausgeklĂŒgeltes System der Chiffrierung, damit wichtige Informationen nicht in die falschen HĂ€nde gerieten. Francesco Tranchedino, von etwa 1470 bis 1500 SekretĂ€r der Kanzlei, stellte in diesem Werk ungefĂ€hr 300 unterschiedliche ChiffreschlĂŒssel zusammen, die dem engagierten Leser interessante RĂŒckschlĂŒsse auf das damalige Chiffrewesen erlauben.

Der Codex Vindobonensis 2398 ist das Werk des Francesco Tranchedino, der als SekretĂ€r in der Kanzlei der Sforza in der Zeit von etwa 1470 bis 1500 tĂ€tig war. Die Handschrift enthĂ€lt das Protokoll der in der Sforzakanzlei im Schriftverkehr mit auswĂ€rtigen Herrschern, Agenten bzw. mit den eigenen im Ausland befindlichen Gesandten fĂŒr die Zeit von 1450 bis 1496 verwendeten Chiffren.Der Codex dĂŒrfte um 1475 als Kanzleibehelf auf Grund bereits vorliegenden Materials angefertigt worden sein und wurde von diesem Zeitpunkt an als echtes Protokoll in Chiffreangelegenheiten weitergefĂŒhrt - nicht nur von Tranchedino, sondern von den mit der Korrespondenz jeweils befassten SekretĂ€ren.

Die etwa 300 angefĂŒhrten ChiffreschlĂŒssel bieten eine ausgezeichnete Übersicht ĂŒber das bereits voll entwickelte und vorbildliche mailĂ€ndische Chiffrewesen, in dem sich fĂŒr diesen Zeitraum keine Steigerung mehr feststellen lĂ€ĂŸt. Der Codex Vindobonensis 2398 ist jedoch nicht nur ein exzellentes Beispiel fĂŒr das rein spezielle Gebiet der Kryptologie, sondern ist auch in manch anderer Hinsicht eine Ă€ußerst wertvolle Quelle. So gewĂ€hrt der oft sehr reichhaltige Nomenklator einen vielfach erschöpfenden Einblick in den Kreis jener Personen, die durch die Sforza-Politik in irgendeiner Weise betroffen wurden. Die Nennung der Adressaten, mit denen man in der angegebenen Chiffre verkehrte - in der Mehrzahl der FĂ€lle ist auch noch das Datum angegeben -, wird in Verbindung mit dem Namenmaterial im Nomenklator fĂŒr den Fachmann unzweifelhaft von Interesse sein. Zudem lassen sich ĂŒber die Bedeutung der jeweiligen Korrespondenz aus der Beschaffenheit und dem Schwierigkeitsgrad der Chiffre RĂŒckschlĂŒsse ziehen.

Obwohl der Codex Vindobonensis 2398 seit je bekannt und bei Wattenbach (Anleitung zur lateinischen PalĂ€ographie) und auch in Aloys Meisters bis heute noch unĂŒbertroffen gebliebener Abhandlung ĂŒber ""Die AnfĂ€nge der modernen diplomatischen Geheimschrift"" erwĂ€hnt ist, blieb er unbearbeitet. Dies Ă€ndert jedoch nichts an seiner Bedeutung als Quelle der Kryptographie und fĂŒr die Geschichte der Sforza in Mailand in der 2. HĂ€lfte des 15. Jh.s. Er ist eine Quelle, die in sehr schöner Weise dokumentiert, was Franz Stix gefordert hat: Chiffrenkunde als Hilfswissenschaft.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Francesco Tranchedino: Diplomatic Secret Documents
Umfang / Format
338 Seiten / 26,5 × 19,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
Um 1475
Sprache
KĂŒnstler / Schule
Vorbesitzer
Philipp Eduard Fugger von Kirchberg und Weissenhorn (1546–1618)

VerfĂŒgbare Faksimile-Editionen:
Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften – Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Cod. Vindob. 2398 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1970
Faksimile-Editionen

#1 Francesco Tranchedino: Diplomatische Geheimschriften

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Leinen mit LederrĂŒcken
Kommentar: 1 Band (46 Seiten) von Walter Höflechner
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Detailnahe Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprĂŒnglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Ausgabe bei uns verfĂŒgbar
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