Legendarium der Sforza

Legendarium der Sforza

Mailand (Italien) — 1476

Geschaffen für Galeazzo Maria Sforza, den bibliophilen Herzog von Mailand: Das Leben der Renaissance in biblischen Bildern von Cristoforo de Predis

  1. Cristoforo de Predis schuf 1476 eines der schönsten Manuskripte der italienischen Renaissance

  2. Der Mailänder Herzog Galeazzo Maria Sforza beauftragte die Miniaturen, in denen sich Szenen aus der Bibel mit dem Leben der Renaissance mischen

  3. Sie zeigen die Landschaften und Stadtansichten der Poebene in leuchtenden Farben und Blattgold

Legendarium der Sforza

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (2)
Beschreibung
Legendarium der Sforza

Das Sforza-Savoia-Legendarium wurde etwa im Jahr 1476 in Mailand angefertigt. Es entstand im Auftrag des Herzogs Galeazzo Maria Sforza und wurde vom berühmten und überaus talentierten Hofmaler Christoforo de Predis illustriert. Die sensiblen und realitätsgetreuen Darstellungen des taubstummen Malers gehören zu den schönsten Miniaturen der italienischen Renaissance.

Das Sforza-Savoia-Legendarium

Einige der aufregendsten und schönsten Erzeugnisse der italienischen Buchkunst der Renaissance entstanden im Auftrag des Galeazzo Maria Sforza. Das Legendarium, welches 1476 in Auftrag gegeben wurde, zählt zu den schönsten Werken der Privatbibliothek des Fürsten. Die Handschrift beschäftigt sich mit den Legenden aus dem Leben der Heiligen Jungfrau Maria und ihrer Eltern Anna und Joachim. Sie ist eines der am reichsten gestalteten illuminierten Manuskripte des Mittelalters. Neben 324 beeindruckenden Vollbildern wird das Meisterwerk durch 107 kostbare, vergoldete Initialen geschmückt.

Ein berühmter Auftraggeber

Galeazzo Maria Sforza, der Sohn des Francesco I. Sforza und Bianca Maria Visconti, war bis zu seinem Tod im Jahre 1476 Herzog von Mailand. Er war berühmt als Patron der Kunst und der Musik. Ebenso kannte man ihn allerdings auch für seinen wollüstigen, grausamen und tyrannischen Charakter. Nichtsdestotrotz erlangte die italienische Kunst in der Regierungszeit des Herzogs eine wahre Blütezeit. Einige der populärsten Musiker und Künstler jener Zeit waren am Hofe des Galeazzo tätig. Der taubstumme Buchmaler Christoforo de Predis war einer von ihnen.

Sensible Malkunst

Christoforo de Predis war einer der begabtesten Buchmaler der italienischen Renaissance. Der Künstler kam taubstumm zur Welt. Möglicherweise schärfte seine Behinderung seine Beobachtungsgabe und sein Talent, seine Umgebung unglaublich realitätsgetreu wiederzugeben. Seine bewegenden Darstellungen zeigen die sanften Landschaften der Po-Ebene, die lebendigen Straßen und Viertel mittelalterlicher Städte, sowie Innen- und Außenansichten der architektonischen Meisterleistungen Italiens. Die von de Predis dargestellten menschlichen Gesichter zeigen ein unfassbar großes Spektrum verschiedenster Emotionen.

Biblische Szenen in italienischer Umgebung

Der Herzog von Mailand nutzte das kostbare Legendarium zum stillen Gebet und zur privaten Meditation. Die Szenen, die das prächtige Werk illustrieren, zeigen Episoden aus dem Leben der jungen Maria. Es wird von ihrer Kindheit und Jugend berichtet, bis zu dem Tag der Verkündigung und der Geburt ihres Kindes Jesus Christus. Die biblischen Szenen wurden dabei in ein Umfeld übersetzt, welches Galeazzo Sforza bekannt war. Christoforo de Predis wählte für seine Darstellungen Schauplätze, die an das Mailand des 15. Jahrhunderts erinnern und stellte seine Personen in typisch italienischem Gewand dar. Damit ist der schöne Codex nicht nur ein literarischer und künstlerischer Genuss, sondern er stellt gleichzeitig eine interessante Quelle über das alltägliche Leben im Italien der Renaissance dar.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Sforza-Savoia-Legendarium
Légendier des Sforza
Codice Varia 124 della Biblioteca Reale di Torino
Legendarium der Sforza
Leggendario Sforza-Savoia
Umfang / Format
316 Seiten / 26,2 × 18,5 cm
Herkunft
Italien
Datum
1476
Buchschmuck
324 große Miniaturen und 107 goldene Initialen
Inhalt
Legenden des Neues Testaments, beginnend mit den Eltern Marias über das Leben Christi bis hin zum Pfingstwunder
Auftraggeber
Galeazzo Maria Sforza
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Galeazzo Maria Sforza

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2013
Limitierung: 750 Exemplare (99 Exemplare davon für den Quaternio Verlag Luzern)

Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2013
Limitierung: 99 Exemplare (Gesamtauflage: 750 Exemplare zusammen mit Franco Cosimo Panini Editore)
Detailbild

Legendarium der Sforza

Porträt des Herzogs und der Herzogin von Mailand

Galeazzo Maria Sforza steht unter einer himmelblauen, mit Sternen geschmückten Arkade und ist Hand in Hand mit seiner Gemahlin dargestellt, bei der es sich um Bona von Savoyen handeln muss, da seine erste Frau, Dorotea Gonzaga, drei Jahre vor der Entstehung des Manuskripts starb. Beide sind in fließende rote Gewänder gekleidet, die mit Goldgewebe verziert sind. Ihre Köpfe sind dabei jeweils von einem Strahlennimbus umgeben. In der Ferne sind die Türme einer ummauerten Stadt zu sehen, die wahrscheinlich Mailand darstellen soll.

Leggendario Sforza-Savoia
Einzelseite

Legendarium der Sforza

Heraldische Symbole Galeazzo Maria Sforzas

Für die erste Seite des Manuskripts schuf Cristoforo de Predis eine ganzseitige Miniatur mit den heraldischen Symbolen Galeazzo Maria Sforzas, die ganz dem luxuriösen Kunstgeschmack des Herzogs entsprach. Wie die anderen 323 Miniaturen des Werks wurde sie mit leuchtenden, kräftigen Farben und schimmerndem Blattgold geschaffen.

Inmitten von Flammen und Funken sitzt ein Löwe, der den geschlossenen Helm eines Ritters trägt und einen blauen Stock hält, an dem zwei goldene Eimer schwingen. Die Wappensymbole sind in einer klassischen Architektur mit korinthischen Säulen aus rosafarbenem Marmor dargestellt, die ein mit Friesen ornamentiertes Gebälk tragen, das zusätzlich mit fruchtbehangenen Girlanden geschmückt ist, die von goldenen Vorrichtungen herabhängen.

Leggendario Sforza-Savoia
Faksimile-Editionen

#1 Leggendario Sforza-Savoia

Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Franco Cosimo Panini Editore – Modena, 2013
Limitierung: 750 Exemplare (99 Exemplare davon für den Quaternio Verlag Luzern)
Einband: Roter Samt. Auf dem Vorderdeckel das Wappen der Sforza und Savoy
Kommentar: 1 Band von Pier Luigi Mulas, Giovanni Saccani und Luisa Giordano
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Auf dem Geheiß von Galeazzo Maria Sforza, dem Herzog von Mailand, reflektiert dieses luxuriöse Manuskript nicht nur den verfeinerten Geschmack seines Schirmherrn, sondern auch den künstlerischen Charakter der Mailänder Manuskripte sowie die Architektur und Landschaft des Herzogtums.

#2 Das Legendarium der Sforza

Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2013
Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien)
Legendarium der Sforza – Ms. Varia 124 – Biblioteca Reale di Torino (Turin, Italien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Quaternio Verlag Luzern – Luzern, 2013
Limitierung: 99 Exemplare (Gesamtauflage: 750 Exemplare zusammen mit Franco Cosimo Panini Editore)
Einband: Roter Samt. Auf dem Vorderdeckel das Wappen der Sforza und Savoy
Kommentar: 1 Band von Luisa Giordano, Pier Luigi Mulas und Giovanni Saccani
Sprachen: Englisch, Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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