Gebetbuch von Michelino da Besozzo

Gebetbuch von Michelino da Besozzo Faksimile

Italien — Um 1430

Ein besonderes Evangelistenporträt mit Rezeptionsgeschichte: Da Besozzos erste Darstellung des hl. Lukas als Maler bei seinem letzten Pinselstrich an einem Gemälde Marias mit Kind

  1. Michelino da Besozzo (ca. 1370 - ca. 1455) wurde weithin für seine Arbeit als Buchmaler rühmend anerkannt

  2. 22 ganzseitige Miniaturen, 1 große historisierte Initiale und 46 Zierinitialen schmücken den Codex

  3. Sowohl der Text als auch die Miniaturseiten des unvollendeten Meisterwerks werden von zarten Blumenbordüren gerahmt

Gebetbuch von Michelino da Besozzo

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Gebetbuch von Michelino da Besozzo

Das Gebetbuch von Michelino da Besozzo, benannt nach dem Künstler, der es geschaffen hat, ist eine reich illuminierte Handschrift, die um 1430 in Mailand entstand. Sein Inhalt besteht aus 47 liturgisch angeordneten Gebeten, die verschiedenen Festen aus dem Jahreskreis- und Heiligenzyklus des Kirchenjahres gewidmet sind, und wird von 22 ganzseitigen Miniaturen, einer großen historisierten Initiale und 46 illuminierten Initialen geschmückt. Sowohl die Miniaturen als auch 47 der Textseiten sind von zarten floralen Bordüren umrahmt, wobei jedoch vermutlich mindestens die Hälfte der ursprünglichen Miniaturen und Teile der Texte fehlen. Michelino wurde von seinen Zeitgenossen hoch geschätzt und als "der oberste Maler" und "der hervorragendste aller Maler der Welt" bezeichnet. Dieses kleine Gebetbuch mit seiner großzügigen Verwendung von Blattgold und seiner reichen Farbpalette gilt heute als sein Hauptwerk. Einer der Höhepunkte des Manuskripts ist das Evangelistenportrait des heiligen Lukas, das als eine der ersten westlichen Darstellungen den Schutzpatron der Maler und Malergilden beim Feinschliff eines Tafelbildes der Madonna mit Kind zeigt, ein Motiv, das im Laufe des nächsten Jahrhunderts immer beliebter wurde.

Gebetbuch von Michelino da Besozzo

Michelino Molinari da Besozzo (ca. 1370 - ca. 1455) war einer der führenden italienischen Künstler seiner Zeit und schuf unter anderem für die Visconti, die Herrscher von Mailand, prächtige Handschriften. Zeitgenössische Künstler bezeichneten ihn als den "größten Maler " und der Humanist Umberto Decembrio (gest. 1427) nannte ihn den "hervorragendsten aller Maler der Welt ". Besozzo folgte den Traditionen der lombardischen Schule und einer linearen Form der Weichen Gotik, wobei er den Stil des Trecento beibehielt. Seine sowohl abstrakten als auch naturalistischen Gemälde lehnen den klassizistischen Stil der Renaissance ab. Leider haben nur wenige seiner Werke bis heute überlebt, aber dieses Gebetbuch ist ein wahres Meisterwerk und ein wunderbares Zeugnis für Besozzos künstlerisches Können.

Ein fragmentarisches Meisterwerk

Es wird angenommen, dass mindestens die Hälfte der ursprünglichen Miniaturen und viele Textseiten in dieser Handschrift fehlen. Nichtsdestotrotz verbleiben 22 ganzseitigen Miniaturen mit floralen Umrandungen, 1 historisierte Initiale, 47 Textseiten mit Umrandungen und 46 illuminierte Initialen. Der Text besteht aus 47 Gebeten, die nach dem liturgischen Jahr geordnet sind und verschiedenen Festen aus dem Zyklus des Jahreskreises und der Heiligenfeste des Kirchenjahres gewidmet sind. Die meisten Miniaturen haben einen Hintergrund mit prächtigen Mustern, einige sind einfarbig blau oder goldfarben, andere sind in elegante, aber einfache Architekturen eingebettet. Die einheitliche Schönheit des Bildprogramms steht im Einklang mit der Sauberkeit des Textes, der von einem einzigen hochqualifizierten Schreiber mit brauner Tinte geschrieben wurde.

Lukas malt die Jungfrau

Das berühmteste Bild aus diesem Gebetbuch, das um 1430 in Mailand entstand, ist eine stilbildende ganzseitige Miniatur, die den heiligen Lukas zeigt, wie er einem Gemälde der Madonna mit Kind den letzten Schliff gibt. Es war eine der frühesten Darstellungen dieser Szene im Westen und ist sicherlich eine der schönsten und einflussreichsten. Das Motiv wurde gegen Ende des Jahrhunderts unter den Künstlern allgegenwärtig und blieb während der gesamten Renaissance beliebt. Diese berühmte Miniatur zeigt ** den heiligen Lukas, den Schutzpatron der Maler und Malerzünfte**, in einem fließenden blaugrünen Gewand mit stilvollem Faltenwurf, das mit goldenem Stoff verziert ist. Verschiedene Brauntöne verleihen seinem Haar ein natürliches, strukturiertes Aussehen. Er steht vor einem prächtig gemusterten Hintergrund aus rosa Blumen und Gold und hält ein Tafelbild, das einem Altarbild ähnelt. Ein Ochse mit Heiligenschein, sein Evangelistensymbol, liegt zu seinen Füßen auf dem Boden und beobachtet Lukas, der zwischen einem Stehpult mit schräger Schreibfläche und einer Holzbank, auf der ein Buch liegt, steht.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Prayer Book of Michelino da Besozzo
Bodmer Hours
Offiziolo Bodmer
Hours of Michelino da Besozzo
Stundenbuch von Michelino da Besozzo
Herkunft
Italien
Datum
Um 1430
Sprache
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Gebetbuch von Michelino da Besozzo – MS M.944 – Morgan Library & Museum (New York, USA) Faksimile
G. Braziller – New York, 1981
Faksimile-Editionen

#1 The Prayer book of Michelino da Besozzo

G. Braziller – New York, 1981

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: G. Braziller – New York, 1981
Kommentar: 1 Band von Colin T. Eisler und Patricia Corbett
Sprache: Englisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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