Janus Pannonius: Lobgesang auf Guarino da Verona

Janus Pannonius: Lobgesang auf Guarino da Verona – Schöck ArtPrint Kft.

Basel (Schweiz) — 1518

Humanistische Bildung in poetischer Vollendung: Über tausend kraftvolle Verse, erlesene Epigramme und glanzvolle Basler Buchkunst vereint in Janus Pannonius’ kostbarem Denkmal für Guarino da Verona

  1. Mit einer Vorrede aus 18 elegischen Distichen und einem monumentalen Panegyrikus aus 1.073 Hexametern

  2. Poetische Lebensbeschreibung Guarinos von seinen griechischen Studien in Konstantinopel bis zu seiner berühmten Schule in Ferrara

  3. Im Juli 1518 bei Johannes Froben in Basel mit einer Einleitung von Beatus Rhenanus und zuvor ungedruckten Epigrammen erschienen

Janus Pannonius: Lobgesang auf Guarino da Verona

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Beschreibung
Janus Pannonius: Lobgesang auf Guarino da Verona

Janus Pannonius’ Lobgesang auf Guarino da Verona ist weit mehr als die Huldigung eines dankbaren Schülers: In über tausend lateinischen Hexametern erhebt der junge Dichter seinen Lehrer zum Helden des Humanismus. Guarinos Weg führt von frühen Studien über die Reise nach Konstantinopel und die Wiederentdeckung des Griechischen bis zu seiner berühmten Schule in Ferrara, die Gelehrte aus ganz Europa anzog. Janus schildert Unterricht, Tagesablauf, Übersetzungen, Charakter und Familie des Meisters und kündigt zugleich an, die Gaben der Musen nach Ungarn zu tragen. Die 1518 bei Johannes Froben in Basel erschienene Ausgabe stellt dem Panegyrikus eine Vorrede von Beatus Rhenanus voran und ergänzt ihn um zuvor ungedruckte Epigramme. Trauer, Krankheit, Freundschaft, Natur und politische Hoffnung erweitern das Lehrerporträt zu einem vielstimmigen Bild des führenden lateinischen Dichters des ungarischen Humanismus.

Ein Schüler setzt seinem Lehrer ein Denkmal

Janus Pannonius vollendete den Lobgesang auf Guarino da Verona nach sieben Studienjahren in Ferrara. Der junge Humanist aus dem Königreich Ungarn war bereits als außergewöhnliches dichterisches Talent bekannt, als er seinen Lehrer in einem monumentalen lateinischen Gedicht ehrte. Eine kurze Vorrede in elegischen Distichen vergleicht Guarino mit dem weisen Kentauren Chiron, dem Erzieher des Achilles. Janus erklärt damit die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler zum Ursprung seiner Dichtung.

Der Panegyrikus umfasst mehr als tausend Hexameter. Anders als ein höfisches Preisgedicht entstand er nicht in Erwartung einer Belohnung, sondern aus Dankbarkeit und dem Wunsch, Guarinos Namen der Nachwelt zu bewahren. Persönliche Verehrung verbindet sich mit einer poetischen Biografie des großen Renaissancepädagogen.

Die Wiederentdeckung der griechischen Welt

Janus beginnt mit Guarinos Jugend und seiner leidenschaftlichen Hinwendung zu Dichtern und Rednern. Weil viele antike Texte ohne Kenntnis des Griechischen unverständlich blieben, lässt der Dichter Apollon seinen Lehrer zur Reise über das Adriatische Meer auffordern. Guarino gelangt nach Konstantinopel, studiert bei Manuel Chrysoloras und erschließt sich Homer, Philosophie und die griechische Sprache.

Seine Heimkehr nach Italien erscheint als kulturelles Ereignis. Das Schiff trägt in Janus’ Bild nicht allein einen Gelehrten, sondern einen kostbaren Schatz antiker Beredsamkeit. Guarino wird zum Vermittler zwischen Ost und West, der das lange verdunkelte griechische Wissen in Italien erneut lebendig macht.

Ferrara als Schule Europas

Breiten Raum nimmt Guarinos Wirken als Lehrer ein. Janus schildert die Städte seiner Tätigkeit und preist besonders Ferrara, wohin Schüler aus zahlreichen Ländern strömten. Dort lernen sie, lateinische und griechische Texte genau zu lesen, Vergil und Cicero auszulegen und sprachliche Eleganz mit moralischer Bildung zu verbinden.

Anschaulich beschreibt das Gedicht auch Guarinos Tagesablauf: Morgengebet, öffentliche Vorlesungen, Unterricht am Hof, ein bescheidenes Mahl sowie gemeinsame Lektüre und Diskussion bis in den Abend. Gelehrsamkeit erscheint nicht als abstrakter Besitz, sondern als unermüdlich gelebte und großzügig weitergegebene Bildung.

Janus und die Musen Ungarns

Unter den berühmten Schülern nennt Janus schließlich sich selbst. Er verspricht, die Gaben der Musen in seine ungarische Heimat zu tragen und dort seinem Lehrer ein dichterisches Denkmal zu errichten. Diese Passage macht den Panegyrikus zu einem Schlüsseltext des mitteleuropäischen Humanismus: Bildung wandert über Sprachen und Grenzen hinweg und gewinnt in einer neuen Heimat eigene Gestalt.

Janus würdigt außerdem Guarinos Übersetzungen, seine Kenntnis von Plutarch und Strabo, seine Lauterkeit und seine Familie. Am Ende erscheint Guarinos Geburt als Werk göttlicher Vorsehung. Hermes verheißt Europa durch ihn eine neue Blüte der Gelehrsamkeit – der Lehrer wird zum Helden einer geistigen Erneuerung.

Eine Basler Sammlung von 1518

Die im Juli 1518 bei Johannes Froben in Basel gedruckte Ausgabe stellt dem Panegyrikus einen Einleitungsbrief des Humanisten Beatus Rhenanus voran. Darin rühmt er Janus als herausragenden Schüler Guarinos und stellt seine dichterische Qualität neben die berühmtester antiker und zeitgenössischer Autoren.

Auf den Lobgesang folgen zuvor ungedruckte Epigramme. Sie handeln von Natur, Freundschaft und Frieden, bewahren Grabgedichte und Klagen um die Mutter und geben Einblicke in Janus’ eigene Krankheit. Auch sein Abschied von Várad und politische Dichtungen sind enthalten. Mit Titelrahmen, Zierinitialen und Frobens Druckermarke vereint der Band humanistische Buchkunst mit einem reichen Panorama von Janus Pannonius’ poetischer Welt.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Jani Pannonii - Quinqueecclesiensis Episcopi -1518
Janus Pannonius: Panegyric to Guarino da Verona
Panegyrica Silva ad Guarinum Veronensem
Herkunft
Schweiz
Datum
1518
Sprache
Inhalt
Janus Pannonius, Bischof von Pécs (Fünfkirchen), Lobgesang auf seinen Lehrer Guarino da Verona
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Janus Pannonius: Lobgesang auf Guarino da Verona – Schöck ArtPrint Kft.
Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2008
Faksimile-Editionen

#1 Janus Pannonius: Sylva Panegyrica ad Guarinum... (1518)

Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2008

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2008
Einband: Hellbrauner Ledereinband mit Blindprägung und zentralem Medaillon
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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