Ungarische Bilderchronik

Ungarische Bilderchronik

Ungarn — Zwischen 1358 und 1373

Von den legendären Anfängen Ungarns bis zur Regentschaft König Ludwigs I.: Eine der wohl schönsten mittelalterlichen Bilderchroniken, reich illuminiert und als Hochzeitsgeschenk in die illustre Bibliothek Karls V. von Frankreich gelangt

  1. Der Kanoniker Mark von Kalt (fl. 1336–1368) kompilierte den Text im Auftrag König Ludwigs I. von Ungarn (1326–1382)

  2. Die Chronik verfolgt die Geschichte Ungarns von seinen legendenhaften Anfängen bis zur Regentschaft König Ludwigs I.

  3. Er schenkte den Codex dem französischen König Karl V. (1338–1380) zum Anlass der Vermählung ihrer Kinder

Ungarische Bilderchronik

Cod. Lat. 404 Széchényi-Nationalbibliothek (Budapest, Ungarn)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Ungarische Bilderchronik

Unter den zahlreichen mittelalterlichen Chroniken zur ungarischen Geschichte sticht die Ungarische Bilderchronik durch ihren außerordentlichen Bilderreichtum besonders hervor. Auf ihren 146 Seiten finden sich 142 figürliche Illuminationen in Form von Miniaturen und historisierten Initialen, die von wunderschönem ornamentalen Buchschmuck ergänzt werden. Der durchweg reiche Goldschmuck macht die Handschrift besonders kostbar. Diese Ausstattung macht den Codex zudem zu einer wichtigen kunst- und kulturhistorischen Quelle zu Maltechniken, Kleidung und höfischer Kultur im Königreich Ungarn des späten Mittelalters. Dort entstand die Chronik im Auftrag von König Ludwig I. von Ungarn (1326–1382), der Mark von Kalt (fl. 1336–1368) mit der Kompilation beauftragte. Der Autor schloss seine Arbeit 1358 ab, woraufhin Miklόs Meggyesi, Sohn von Ludwigs Hofmaler, mit der Illumination begann. Der kunstvolle Codex erzählt die Geschichte Ungarns von seinen legendenhaften Anfängen bis zur Regentschaft König Ludwigs I. und diente diesem schließlich als eindrucksvolles Geschenk an den französischen König Karl V. (1338–1380), dessen Sohn 1374 mit Ludwigs Tochter Katharina (1370–1378) vermählt wurde.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Illuminated Chronicle of Hungary
Chronicon Pictum
Képes Krónika
Obrázková kronika
Chronica Hungarorum
Illustrated Chronicle
Chronicon Hungarie Pictum
Chronica Picta
Chronica de Gestis Hungarorum
Marci de Kalt Chronica de Gestis Hungarorum
Mark of Kalt's Chronicle About the Deeds of the Hungarians
Mark von Kalts Chronik über die Taten der Ungarn
Umfang / Format
146 Seiten / 30,0 × 21,0 cm
Herkunft
Ungarn
Datum
Zwischen 1358 und 1373
Stil
Sprache
Schrift
Textualis
Buchschmuck
142 figürliche Illuminationen, davon 10 größere und 29 zeilenbreite Miniaturen, 4 Bas-de-page-Medaillons, 99 historisierte Initialen, sowie 5 Ornament-Initialen und 61 Bordüren
Inhalt
Chronik über die ungarische Geschichte, beginnend in biblischer Zeit bis zum Jahr 1330
Auftraggeber
Ludwig I. von Ungarn (1326–1382)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Karl V. von Frankreich (1338–1380)
Karl VII. von Frankreich (1403–1461)
Đurađ Branković (1377–1456)
Hof von King Matthias Corvinus (1443–1490)
Osmanische Dynastie
Kaiserliche Hofbibliothek Wien

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Chronicon Pictum
Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025
Faksimile-Editionen

#1 Chronicon Pictum

Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025
Einband: Brauner Ledereinband mit dem Wappen Ludwig I. von Ungarn auf dem Vorderdeckel
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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