Lobgedicht auf Robert von Anjou

Lobgedicht auf Robert von Anjou – De Agostini/UTET – Banco Rari 38 – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze (Florenz, Italien)

Florenz (Italien) — Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts

Mittelalterliche Propaganda in ihrer schönsten Form: 30 großartige Miniaturen und lobpreisende Lyrik zu Ehren des Machtpolitikers und Kunstmäzens Roberts des Weisen, König von Neapel

  1. Robert von Anjou (1275–1343), König von Neapel, war ein angesehener Herrscher, der als Robert der Weise bekannt wurde

  2. Ein ihm gewidmetes Lobgedicht wurde gegen 1320 von Convenenole da Prato (ca. 1270–1338) geschrieben

  3. 30 meisterhafte Miniaturen aus einer florentinischen Werkstatt in einem von Taddeo Gaddi beeinflussten Stil schmücken den Text

Lobgedicht auf Robert von Anjou

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Beschreibung
Lobgedicht auf Robert von Anjou

Die Biblioteca Nazionale Centrale in Florenz verwahrt eine reich ausgestattete Abschrift des berühmten Lobgedichts auf Robert von Anjou, die nicht allzu lange nach der Entstehung des Autografs in einer Florentiner Werkstatt geschaffen wurde. Robert von Anjou, auch bekannt als Robert der Weise, war eine der am meisten gerühmten Figuren seiner Zeit. Als König von Sizilien wurde er von vielen als der größte politische Führer seiner Zeit und als eine beispielhafte Figur, die Italien schließlich vereinen sollte, angesehen. Das Lobgedicht, das der italienische Autor, Notar und Lehrer Petrarcas Convenole da Prato ursprünglich um 1320 verfasste und König Robert widmete wird nicht nur von goldleuchtenden Zierinitialen und floralen Bordüren geschmückt, sondern auch mit 30 großen und teils ganzseitigen Miniaturen, die wunderbare Beispiele für die fesselnde Kunst des Florentiner Trecento sind.

Panegyrikus zur Ehrung König Roberts von Anjou

Ein Panegyrikus (von altgr. panēgyrikós „Festrede“) ist ein prunkvolles, erhabenes Dichtwerk zum Lob und Preis eines Herrschers, in diesem Fall, des Robert von Anjou (1275–1343), König von Neapel, auch bekannt als Robert der Weise. Er war zu seinen Lebenszeiten die zentrale Figur der italienischen Politik und kam dem Ziel, die italienische Halbinsel in einem einzigen Reich zu vereinen, näher als je ein anderer zuvor. Für den Widerstand, den er gegen die Ansprüche der deutschen Kaiser und der Könige von Aragon leistete, erhielt den Beinamen “Friedensstifter von Italien“. Er verwandelte Neapel von einem schmutzigen Seehafen in eine elegante mittelalterliche Stadt. Das vorliegende Lobgedicht stammt aus der Feder Convenole da Pratos (ca. 1270–1338), eines italienischen Autors, Notars, Botschafters und Lehrers des berühmten Humanisten Petrarca (1304–74), der es um das Jahr 1320 verfasste. Begleitet wird die Dichtung von 30 meisterhaften Miniaturen, die aus einer Florentiner Werkstatt stammen und stilistisch vom Einfluss Taddeo Gaddis (ca. 1290–1366) zeugen. Eine besonders berühmte Doppelseite zeigt eine Majestas Domini mit Christus auf einem Thron sitzend und die Erdkugel in Händen haltend, auf der die drei damals bekannten Kontinente Europa, Asien und Afrika zu erkennen sind, während auf der gegenüberliegenden Seite die betende Jungfrau Maria abgebildet ist. Bei Petrarca wird König Robert als Mann der Kultur und großzügiger Förderer der Künste gedacht und Boccaccio (1313–75) beschrieb ihn als „einzigartig unter den Königen unserer Tage“ und als „Freund des Wissens und der Tugend“.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Panegyric in Honor of King Robert of Anjou
Regia Carmina
Regia Carmina: Panegirico in onore di Roberto d'Angiò
Umfang / Format
140 Seiten / 37,0 × 24,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
Erste Hälfte des 14. Jahrhunderts
Stil
Buchschmuck
30 große, teils ganzseitige Miniaturen, zahllose ornamentale und teils goldgeschmückte Zierinitialen, darunter diverse Fleuronnée-Initialen, sowie farbenfrohe florale Bordüren

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Lobgedicht auf Robert von Anjou – De Agostini/UTET – Banco Rari 38 – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze (Florenz, Italien)
De Agostini/UTET – Rom/Turin, 2004
Limitierung: 330 Exemplare
Detailbild

Lobgedicht auf Robert von Anjou

Ritter von Anjou

Dieser vollständig bewaffnete Ritter trägt eine blaue Rüstung mit einem Helm, der von einer goldenen Lilienblüte gekrönt ist. Diese ist auch auf seinem Schild, seinem Mantel und auf der roten Pferdedecke zu finden. Das offene Visier seines Helms zeigt ein bärtiges Gesicht, das den Betrachter kühl und direkt anschaut. Sein Pferd hat den gleichen Blick, da dessen Augen blutunterlaufen und kriegerisch erscheinen. Ein sehr ähnliches Bild aus dem Manuskript Royal 6 E IX der British Library wird noch heute als Teil des Wappens der Provinz Prato verwendet.

Regia Carmina: Panegirico in onore di Roberto d'Angiò
Einzelseite

Lobgedicht auf Robert von Anjou

Porträt von Robert von Anjou

Auf der gegenüberliegenden Seite verkörpert eine traurige weibliche Figur Italien und bittet um dessen Einung. Hier sitzt Robert auf einer Thronbank und hält in der einen Hand einen Reichsapfel und in der anderen ein Zepter mit einer Lilie. Sein wunderschön gemustertes rotes Gewand mit Goldbesatz steht im farblichen Kontrast zu dem Lapislazuli-Hintergrund, auf dem ein Muster aus goldenen Lilien abgebildet ist, die mit den überaus zahlreichen Tugenden des Herrschers beschriftet sind.

Durch diese Eintragungen wird Robert von seinen erwartungsvollen italienischen Verehrern als die größte Hoffnung des Italiens des 14. Jahrhunderts auf eine Einung und auf das Ende des Papsttums von Avignon gepriesen. Im Gegensatz zu fast identischen Abbildungen in zeitgenössischen Manuskripten dieser Panegyrik ist Robert hier nicht glatt rasiert, sondern mit einem Bart dargestellt.

Regia Carmina: Panegirico in onore di Roberto d'Angiò
Faksimile-Editionen

#1 Regia Carmina: Panegirico in onore di Roberto d'Angiò

De Agostini/UTET – Rom/Turin, 2004

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: De Agostini/UTET – Rom/Turin, 2004
Limitierung: 330 Exemplare
Einband: Blauer Samt
Kommentar: 1 Band von Lorenzo Tanzini
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€€ (3.000€ - 7.000€)
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