Lucca Chorbuch

Lucca Chorbuch Faksimile

Brügge (Belgien) — Ca. 1463

Als Einband von Akten im Archiv von Lucca zweckentfremdet: Erfolgreiche Rekonstruktion einer lange verschollenen Musikhandschrift aus dem 15. Jahrhundert

  1. 1965 wurde zum ersten Mal festgestellt, dass verschiedene Notariatsakten in den Archiven von Lucca ähnliche Einbände hatten

  2. Bei den Fragmenten handelte es sich um die Überreste eines gigantischen, um 1463 in Brügge in Auftrag gegebenen Codex für eine Kathedrale

  3. Der Musikwissenschaftler Reinhard Strohm (geb. 1942) hat ihn in Zusammenarbeit mit Archivaren in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellt

Lucca Chorbuch

Ms 238 / Ms 97 Archivio di Stato di Lucca (Lucca, Italien) / Archivio Arcivescovile di Lucca (Lucca, Italien)
€ (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Lucca Chorbuch

Mitte des 20. Jahrhunderts bemerkte Reinhard Strohm, dass die Einbände einiger Bücher im Staatsarchiv von Lucca, Italien, aus den Seiten eines jahrhundertealten Musikmanuskripts bestanden. Im Laufe der nächsten Jahre arbeitete Strohm mit den Archivaren zusammen, um diese Blätter zu entfernen und so viel wie möglich von dem ursprünglichen Manuskript wieder zusammenzusetzen. Diese bedeutende kulturelle Entdeckung ist nun als Das Lucca Chorbuch bekannt, ein wieder zusammengesetztes Buch, das die Überreste eines gigantischen Codex einer Kathedrale enthält, der um 1463 in Brügge in Auftrag gegeben wurde. Die im Manuskript enthaltene geistliche Musik aus dem 15. Jahrhundert umfasst Lieder in englischer, französisch-flämischer und italienischer Sprache - darunter Werke der berühmten Komponisten Guillaume Du Fay und Henricus Isaac.

Lucca Chorbuch

Im 17. Jahrhundert wurde ein gewaltiges, bereits um 1463 in Brügge entstandenes Gesangsbuch ausgeschlachtet und zerlegt, um seine großen Pergamentblätter zum Einbinden verschiedener Notariatsakten im Archiv der norditalienischen Stadt Lucca zu verwenden. Glücklicherweise fiel die Ähnlichkeit dieser Einbände im 20. Jahrhundert auf und führte 1965 zur Rekonstruktion und Ordnung des Werkes durch den Musikwissenschaftler Reinhard Strohm (geb. 1942) und die Archivare von Lucca. Dabei entdeckten sie eine verschollene Handschrift, die möglicherweise ursprünglich von Stefano Trenta, dem Bischof von Lucca (1448-78), in Auftrag gegeben worden war.

Der Weg von Brügge nach Lucca

Unter Papst Paul II. (reg. 1464-71) war Bischof Trenta päpstlicher Nuntius in England und Burgund. Die Erwähnung von Paul II. auf f. 1 sowie das Repertoire an englischer, französisch-flämischer und italienischer Kirchenmusik, das sich in der Handschrift findet, belegen die Verbindung zu dieser Handschrift. Dazu gehören Fragmente von Messordinarien, Motetten, Magnificats und Hymnen von Domarto, Dufay, Frye, Heyns, Isaac, Martini, Peragulfus, Plummer, Puillois, Stone und Tik. Neben dem Kern von MS 238 aus dem Archivio di Stato, Lucca, gibt es auch kleine Ergänzungen aus Ms 97 des Archivio arcivescovile, Lucca, und Cartella 11/III aus dem Archivio arcivescovile, Biblioteca Maffi, Lucca.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Lucca Choirbook
Herkunft
Belgien
Datum
Ca. 1463
Stil
Genre
Inhalt
Französisch-flämische, englische und italienische geistliche Musik des fünfzehnten Jahrhunderts, darunter Werke der Komponisten Guillaume Du Fay und Henricus Isaac

Verfügbare Faksimile-Editionen:
University of Chicago Press – Chicago, 2008
Faksimile-Editionen

#1 The Lucca Choirbook

University of Chicago Press – Chicago, 2008

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: University of Chicago Press – Chicago, 2008
Kommentar: 1 Band von Reinhard Strohm
Sprachen: Französisch, Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
Das könnte Sie auch interessieren:
Polyphonien des 13. Jahrhunderts – Codex Montpellier
Paris (Frankreich) – Ca. 1250–1300

Harmonische Töne, wertvolle historisierte Initialen und die lebendige Darstellung von Jagd- und Spielszenen: Mehr als nur ein musikwissenschaftlicher Schatz zur Datierung von französischer Polyphonie und Motetten

Erfahren Sie mehr
Lesenswerte Blog-Artikel
Filterauswahl
Verlag