Nikolaus von Oresme: Traktat über den Ursprung, die Natur, das Gesetz und die Abwertung des Geldes

Nikolaus von Oresme: Traktat über den Ursprung, die Natur, das Gesetz und die Abwertung des Geldes – Verlag Wirtschaft und Finanzen – Latin 8733 A – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich)

Flandern — Um 1485

Revolutionäre Herrschaftskritik und Geldpolitik auf Grundlage aristotelischer Geldtheorie: Eine der prächtigsten Abschriften des wegweisenden volkswirtschaftlichen Traktats eines der bedeutendsten Gelehrten des 14. Jahrhunderts

  1. Nikolaus von Oresme (vor 1330–1382) war einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler und Philosophen des 14. Jahrhunderts

  2. In seinem revolutionären Traktat von ca. 1358 stellt der die herrscherliche Praxis der Münzverschlechterung zum finanziellen Profit infrage

  3. Stattdessen plädiert er dafür, dass die Volksgemeinschaft den Wert des Geldes langfristig festlegen sollte

Nikolaus von Oresme: Traktat über den Ursprung, die Natur, das Gesetz und die Abwertung des Geldes

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Beschreibung
Nikolaus von Oresme: Traktat über den Ursprung, die Natur, das Gesetz und die Abwertung des Geldes

Im Mittelalter war es eine gängige Praxis der Herrschenden, den materiellen Wert der Münzen heimlich zu verschlechtern. Ohne den nominalen Wert anzupassen, ließen sie Münzen mit geringerem Edelmetallgehalt herstellen, um finanziell zu profitieren. Die damit einhergehende Inflation trugen in der Regel die unteren Bevölkerungsschichten. Zudem setzte sich mit der kommerziellen Revolution des 13. Jahrhunderts die Geldwirtschaft schließlich vollends in Europa durch und Münzgeld war aus keinem Alltag mehr wegzudenken. Abgaben mussten zunehmend in Form von Geld statt in Naturalien entrichtet werden. Im gleichen Zeitraum verbreiteten sich die Schriften Aristotles‘ durch lateinische Übersetzungen im spätmittelalterlichen Europa, darunter auch dessen Schrift über Geldtheorie. Auf dieser Basis verfasste der französische Bischof, Mathematiker und Physiker Nikolaus von Oresme (vor 1330–1382) um 1358 seinen Traktat über den Ursprung, die Natur, das Gesetz und die Abwertung des Geldes. Wie sein antiker Vordenker maß er Geld keinen intrinsischen Wert zu. Den Wert bekäme es erst durch seine gesellschaftliche Verwendung. Seine ausdrückliche Kritik der herrscherlichen Praxis der Münzverschlechterung war von historischer Bedeutung und beeinflusste den Diskurs über Geldpolitik erheblich. Er vertrat die geradewegs revolutionäre Ansicht, dass der Wert des Geldes nicht von den Herrschenden, sondern von der Volksgemeinschaft selbst bestimmt werden sollte. Dabei sollte es Wertveränderungen nur im absoluten Notfall geben. Diese Gedanken waren noch im 15. Jahrhunderts äußerst prägend für nachfolgende Gelehrte wie Gabriel Biel (vor 1410–1495), der Nikolaus‘ Ausführungen weiterentwickelte. Die etwa um 1485 entstandene Abschrift des Traktats in der Bibliothèque Nationale de Paris ist ein wunderschönes Zeugnis der Aktualität, die das Werk noch über ein Jahrhundert nach seiner Entstehung innehatte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Nicolaus Oresmius: Tractatus de Origine et Natura, Iure & Mutationibus Monetarum
Nicole Oresme: Treatise on the Origin, Nature, Law, and Alterations of Money
Tractatus de origine, natura, ihre et mutationibus monetarum
Nicolai Oresmii, Lexoviensis Episcopi, tractatus de origine et natura, jure et mutationibus monetarum
Umfang / Format
88 Seiten / 20,0 × 14,5 cm
Herkunft
Belgien
Datum
Um 1485
Sprache
Schrift
Bastarda
Buchschmuck
Erste Seite prachtvoll illuminiert mit einer großen Miniatur, einer umlaufenden Bordüre und einer großen Zierinitiale; Diverse Zierinitialen verschiedener Größen, ornamentale Zeilenfüller und Auszeichnungsschrift in der restlichen Handschrift
Inhalt
Traktat über Geldwirtschaft
Auftraggeber
Ludwig van Gruthuysen (gest. 1492)
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Königliche Bibliothek Frankreichs

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile-Editionen

#1 Nicolaus Oresmius: Tractatus de Origine et Natura, Iure & Mutationibus Monetarum

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 500 Exemplare
Einband: Dunkelbrauner Ledereinband mit Blindprägung
Kommentar: 1 Band (219 S.) von François Avril, Odd Langholm, Dieter Lindenlaub, Bertram Schefold und Hans Tietmeyer
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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