Pessach-Haggadah aus Darmstadt – 1733

Pessach-Haggadah aus Darmstadt – 1733

Darmstadt (Germany) — 1733

Fiel den Novemberpogromen 1938 zum Opfer, aber konnte 1951 restituiert werden: Ein in wunderbarer Farbvielfalt illuminiertes Zeugnis der großen Blütezeit jüdischer Buchmalerei im 18. Jahrhundert

  1. Der mährische Gelehrte Joseph ben David von Leipnik war einer der produktivsten und erfolgreichsten Buchkünstler der Blütezeit jüdischer Handschriften-Kultur im 18. Jahrhundert

  2. 1733 schuf er in Darmstadt eine wunderbar illuminierte Haggadah für den aschkenasischen Seder-Ritus, deren Bildprogramm auf der berühmten Amsterdam Haggadah basiert

  3. Die Handschrift fiel den Novemberpogromen 1938 zum Opfer, konnte aber wiedergefunden werden und wurde 1951 der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek überantwortet

Pessach-Haggadah aus Darmstadt – 1733

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Pessach-Haggadah aus Darmstadt – 1733

Der mährische Gelehrte, Buchmaler, Schreiber und Verleger Joseph ben David of Leipnik gehört zu den produktivsten und erfolgreichsten Künstlern, die die im 18. Jahrhundert aufkommende, große Nachfrage nach handgefertigten Haggadot befriedigten. Er fertigte einige der schönsten Zeugnisse dieser Blütezeit jüdischer Handschriften-Kultur an, die vor allem durch den gesellschaftlichen Aufstieg vieler jüdischer Familien in Europa gefördert wurde. Als wandernder Buchkünstler kam er in großen Teilen des Kontinents herum und schuf diese wunderbare aschkenasische Haggadah 1733 während seines Aufenthalts in Darmstadt. Die Texte für den Sederabend werden hierin von eindringlichen Miniaturen begleitet, die sich traditionsbewusst an der berühmten Amsterdam Haggadah von 1695 und 1712 orientieren. Im 20. Jahrhundert kam die kunstvolle Handschrift in den Besitz des jüdischen Kaufmanns Sigmund Nauheim (1874–1935), der seine umfangreiche Judaica-Sammlung dem Museum jüdischer Altertümer in Frankfurt am Main vererbte. Diese wurden jedoch größtenteils im Zuge der Novemberpogrome 1938 durch die SA und SS geplündert und verschleppt. Nach Kriegsende konnten einige dieser Kunstschätze wieder aufgespürt werden. Die Pessach-Haggadah aus Darmstadt – 1733 kam daraufhin 1951 in die Jüdische National- und Universitätsbibliothek in Jerusalem.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Passover Haggadah from Darmstadt – 1733
Herkunft
Deutschland
Datum
1733
Schrift
Quadratschrift
Inhalt
Bibeltexte, religiöse Dichtungen, Lieder und rituelle Vorschriften zum Pessachfest
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Sigmund Nauheim

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Passover Haggadah
W. Turnowsky – Tel Aviv, 1985
Limitierung: -
Faksimile-Editionen

#1 Passover Haggadah

W. Turnowsky – Tel Aviv, 1985

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: W. Turnowsky – Tel Aviv, 1985
Limitierung: -
Kommentar: 1 Band
Sprache: Englisch, Hebräisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Diese Edition kommt mit Goldschnitt und umfasst zwei zusätzliche Karten: Die Karte des Herzogs von Wellington und die Karte von Du Craan.
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