Codex Pray

Codex Pray – Schöck ArtPrint Kft. – MNy 1. – Országos Széchényi Könyvtár (Budapest, Ungarn)

Möglicherweise Benediktinerkloster St. Johannes der Täufer, Boldva (Ungarn) — Mitte des 12. Jahrhunderts, ca. 1192–1200, erste Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts

Ein einmaliger Einblick ins Ungarn des 12. Jahrhunderts: Der älteste erhaltene Prosatext in ungarischer Sprache, die einzigen erhaltenen Annalen des mittelalterlichen Ungarns und liturgische Gesänge mit einer frühen Form der regionalen Neumennotation

  1. Mit seiner einzigartigen Zusammenstellung liturgischer Texte und Gesänge, ergänzt von einem Kalender mit nachgetragenen Annalen, ist der Codex Pray ein herausragendes Zeugnis des Lebens im mittelalterlichen Ungarn

  2. Der Codex enthält den ältesten erhaltenen ungarischen Prosatext, die einzigen bekannten mittelalterlichen Annalen aus Ungarn und weist eine frühe Form der sog. Graner Choralnotation auf

  3. Zwei ganz- und drei halbseitige Miniaturen illuminieren die Handschrift und zeigen bemerkenswerte ikonografische Verbindungen in andere Regionen Europas auf

Codex Pray

  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Codex Pray

Der Codex Pray ist eines der bedeutendsten und einzigartigsten Buchzeugnisse des hochmittelalterlichen Ungarns. Den Hauptteil der romanischen Handschrift bildet eigentlich ein Sakramentar, das die priesterlichen Gebete für die Messfeier enthält. Es wurde jedoch durch Lesungen, Gesänge und andere liturgische Texte ergänzt. Von herausragender Bedeutung ist dabei das Halotti beszéd és könyörgés (Totenpredigt und -gebet), das nicht wie damals üblich auf Latein, sondern auf Ungarisch verfasst wurde. Es ist der älteste bekannte Prosatext in ungarischer Volkssprache und bietet einen unschätzbaren Einblick in die frühe Entwicklung der Sprache. Die liturgischen Gesänge sind aufgrund ihrer Neumennotation nicht minder bemerkenswert. Sie liefern wichtige Informationen über die Anfänge und frühe Entwicklung der Graner Choralnotation (auch Esztergom-Notation). Der Kalender am Anfang des Codex offenbart eine weitere Textrarität: die sog. Annalen von Pressburg (heute Bratislava). Diese chronistischen Notizen dokumentieren wichtige Ereignisse der ungarischen Geschichte zwischen 997 und 1203 und erwähnen dabei immer wieder mächtige Persönlichkeiten wie Könige und Bischöfe dieser Zeit. Sie sind die einzigen erhaltenen Annalen des Mittelalters, die im Königreich Ungarn verfasst wurden.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Pray Codex
The Hungarian Pray Manuscript
Pray-kódex
Sacramentarium Boldvense
Umfang / Format
344 Seiten / 23,5 × 15,0 cm
Herkunft
Ungarn
Datum
Mitte des 12. Jahrhunderts, ca. 1192–1200, erste Jahrzehnte des 13. Jahrhunderts
Stil
Schrift
Frühgotische Minuskel
Buchschmuck
2 ganz- und 3 halbseitige Miniaturen; 2 große Zierinitialen
Inhalt
Synodale Dekrete; Micrologus de ecclesiasticis observationibus von Bernold von Konstanz (erläuternder Text zur Liturgie); Kalendarium; Annales Posonienses (Annalen von Pressburg/Bratislava); Sakramentar mit zusätzlichen Lesungen, Gesängen, vollständigen M
Vorbesitzer
St. Martin Kollegiatskapitel Bratislava

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Pray – Schöck ArtPrint Kft. – MNy 1. – Országos Széchényi Könyvtár (Budapest, Ungarn)
Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025
Faksimile-Editionen

#1 The Pray Codex

Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Schöck ArtPrint Kft. – Szekszárd, 2025
Einband: Dunkelbrauner Ledereinband mit einem goldgeprägten Zitat der Kreuzigungsminiatur auf fol. 28r auf dem Vorderdeckel
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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