Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512 Faksimile

Genua (Italien) — 1512

13.000 km, von Südafrika bis zur Nordsee: Die neuesten geografischen Erkenntnisse in vier prachtvoll illuminierten Portolankarten von Visconte Maggiolo

  1. Visconte Maggiolo (1478 – nach 1549) war ein in Genua geborener Seefahrer und Kartograf, der 1511 nach Neapel zog

  2. Obwohl eigentlich ein Spezialist für die Kartierung des Mittelmeers, war Maggiolo der erste, der den Namen des Amazonas auf einer Karte festhielt

  3. Diese vier Karten zeigen die Nord-, West- und Südküste Afrikas, das Mittelmeer und das Schwarze Meer sowie Westeuropa

Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

Vesconte Maggiolo, auch Maiollo und Maiolo genannt, war ein italienischer Kartograf, der in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts sowohl in seiner Heimatstadt Genua als auch in Neapel tätig war. Er schuf zahlreiche Portolankarten, nautische Atlanten und andere kartografische Werke, die bis heute erhalten sind, und gilt als der erste, der 1548 den Namen des Amazonas-Flusses aufzeichnete. 1512, nur ein Jahr nach seiner Übersiedlung nach Neapel, schuf Maggiolo einen Satz von vier Pergamentkarten, die heute in der Biblioteca Palatina in Parma, Italien, aufbewahrt werden. Dieser nautische Atlas ist ein wunderbares Exemplar der italienischen Kartographie und Buchmalerei aus dem Zeitalter der Entdeckungen.

Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

Der berühmte Nautische Atlas von Maggiolo aus dem Jahr 1512 besteht aus vier kartografischen Meisterwerken, die auch ein wunderbares Zeugnis der italienischen Renaissancekunst sind. Ihre Farbpalette besteht aus kräftigen Grundfarben gemalt, die durch wunderschöne goldene Details ergänzt werden. Das erste Kartenwerk zeigt den afrikanischen Kontinent mit seinen nördlichen, westlichen und südlichen Küsten sowie den angrenzenden Regionen des Mittelmeeres und Europas. Darauf folgt eine Karte des Schwarzen Meeres und Kleinasiens sowie Griechenlands und des östlichen Mittelmeers, während die dritte Karte das zentrale und westliche Mittelmeer, den Peloponnes und Kreta darstellt. Die vierte Karte schließlich zeigt die Nordsee- und Atlantikküste Westeuropas, die Britischen Inseln und einen Teil Nordafrikas.

Das Leben eines Meisterkartografen

Vesconte Maggiolo (1478 – nach 1549) wurde in der Republik Genua geboren, einer der großen Seemächte des mittelalterlichen Italiens und zu seinen Lebzeiten ein wichtiges Zentrum des Bankwesens. Er wurde in eine angesehene Familie von Kartografen hineingeboren, die von der Republik für mehr als 150 Jahre mit einem Monopol ausgestattet wurde, das die gleichbleibende Qualität der wichtigen kartografischen Navigationsinstrumente gewährleisten sollte. Als Sprössling dieser Familie war er geradezu prädestiniert, einer der größten Kartografen des 16. Jahrhunderts zu werden.
1511 zog er für einige Jahre nach Neapel, vermutlich um das Familienunternehmen auf die Stadt auszuweiten, die unter der Herrschaft der Krone von Aragonien einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung erlebte. Dort produzierte er unter anderem zwei Atlanten, drei Seekarten und eine nautische Planisphäre, bevor er 1518 vom Dogen Ottaviano Fregoso nach Genua zurückgerufen wurde. Maggiolo wurde zum Magister cartarum pro navigando ernannt, eine Position, die mit einem Gehalt von 100 Lire pro Jahr verbunden war. Im Jahr 1521 bestätigte der genuesische Senat sein Amt und sein Gehalt auf Lebenszeit und 1529 erhielt er das Recht, es an seinen Sohn weiterzugeben. Maggiolos letztes bekanntes Werk wurde 1549 veröffentlicht, ein Jahr nachdem er als erster Mensch den Begriff Rio de Amaxones für den mächtigsten Fluss Südamerikas auf einer Karte verwendet hatte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Vesconte Maggiolo Atlante nautico del 1512
Vesconte Maggiolo - The Nautical Atlas of 1512
Umfang / Format
8 Seiten / 24,0 × 34,0 cm
Herkunft
Italien
Datum
1512
Sprache
Inhalt
Seekarten von Afrika, Europa und seiner Atlantikküste sowie dem Mittelmeer
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Detailbild

Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

Genua und Venedig

Hier sehen wir die beiden großen europäischen Seemächte des Mittelalters: Im Vordergrund steht Genua, das mit seinem Hafen recht akkurat dargestellt ist, während Venedig nur durch den Campanile di San Marco, der die Stadt überragt, erkennbar ist. Die beiden Republiken konkurrierten nicht nur um Handelsmacht, sondern auch um Titel: Während Venedig als La Serenissima,"die durchlauchtigste Republik Venedig", bekannt war, beanspruchte Genua verschiedene Titel, darunter la Superba, la Dominante und la Repubblica dei magnifici,"die Republik der Prächtigen".

Der Seeatlas des Vesconte Maggiolo vom Jahre 1512
Einzelseite

Vesconte Maggiolo - Der Seeatlas von 1512

Afrika, Europa und der Nahe Osten

Große Karten wie diese waren so konzipiert, dass sie von allen Seiten betrachtet werden konnten. Das bedeutet, dass die Beschriftungen im oberen Teil dieser Karte zwar für uns auf dem Kopf stehend erscheinen, aber für jemanden, der am oberen Rand der Karte steht, lesbar sind, ebenso wie die Ortsnamen in Subsahara-Afrika, darunter "Mons Lune", der als Ursprung des Nils und möglicher Standort des Gartens Eden dargestellt ist. Letzterer wird durch eine Schlange repräsentiert, die in einem Schloss einen Baum hinaufklettert.

Verschiedene Herrscher sind meist thronend in kunstvoll gestalteten Zelten abgebildet. Neben Genua und Venedig sind weitere wichtige Handelsstädte an den Küsten des Roten Meeres, das seinem Namen entsprechend koloriert ist, sowie fünf weitere Städte entlang der Donau abgebildet. Die antiken Städte Aleppo, Damaskus und Jerusalem sind im Heiligen Land im Osten abgebildet, während neu entdeckte Atlantikinseln wie die Kanaren und Azoren im Westen in Rot und Blau eingezeichnet sind.

Der Seeatlas des Vesconte Maggiolo vom Jahre 1512
Faksimile-Editionen

#1 Der Seeatlas des Vesconte Maggiolo vom Jahre 1512

Details zur Faksimile-Edition:

Limitierung: 490 Exemplare
Einband: Schuber im Halbleder
Kommentar: 1 Band von Georges Grosjean
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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