Al-Gazuli

Cod. Vindob. Mixt. 1876 - Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich)

Alternativ-Titel:

al’Hayrat. Hinweisungen zur Wohltätigkeit, Abu Abdallah Muhammed ibn Abi Bakr ibn Sulayman al-Gazuli. Dala’il

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Kodiologie

Alternativ-Titel

al’Hayrat. Hinweisungen zur Wohltätigkeit
Abu Abdallah Muhammed ibn Abi Bakr ibn Sulayman al-Gazuli. Dala’il

Art
Umfang / Format

636 Seiten / 11.4 x 11.4 cm

Datum
17. Jahrhundert
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Autor: Al-Gazuli (631–658)

Buchschmuck

Viele Zierseiten mit geometrischen und floralen Ornamenten

Vorbesitzer

Vermutlich ein Stammesführer in Gambia oder Mauretanien

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Hinweisungen zur Wohltätigkeit

Zu den am häufigsten kopierten und gelesenen arabischen Schriften religiösen Inhalts gehören die Dala’il al-hayrat, die Hinweisungen zur Wohltätigkeit. Al-Gazuli, beim Berberstamm der Gazula im marokkanischen Sus geboren und aufgewachsen, studierte zunächst in seiner Heimat und ging dann nach Fez, wo er in die Madrasat assaffarin eintrat, und schrieb mit Dala’il al-hayrat die bekannteste seiner mystischen Schriften.

Das Werk selbst ist in seinem Stil einzigartig. Es ist in gereimter Prosa verfasst, wobei die fortlaufenden Wiederholungen von Satzteilen innerhalb der einzelnen Abschnitte auffallen. Durch sie entsteht der Eindruck, der Text sei für eine bestimmte Rezitationsform konzipiert worden. Dies lag wohl auch in der Absicht des Autors, denn an einer Stelle heißt es, er habe die Wiederholungen eingesetzt, „um dem Leser das Auswendiglernen zu erleichtern“. Bis heute wird an Wochenenden oder religiösen Festtagen aus diesem Gebetbuch gemeinsam im Chor – laut und ohne Pause – gelesen. Der zu Beginn des Vortrages ruhige Rhythmus steigert sich langsam und erreicht in den letzten Versen seinen Höhepunkt.

Von der überaus großen Beliebtheit der Dala’il al-hayrat zeugt nicht nur ihre Verwendung bis in die heutige Zeit, sondern auch die Anfertigung zahlreicher Abschriften des Gebetbuches. Nahezu alle Bibliotheken im Orient und in Europa besitzen eine oder mehrere Fassungen dieses Werkes. Wohlhabende Muslime ließen prachtvoll ausgestattete Exemplare der Handschrift herstellen.

Eines der schönsten von ihnen ist der Codex in Wien, der vermutlich einem Sippenoberhaupt in Gambia oder Mauretanien gehört hat. Das vollständig erhaltene Gebetbuch gibt den arabischen Text in einer im Westen entwickelten späten Magribı-Schrift wieder. Ihr kalligraphischer Reiz liegt in den exakten Formen der Schriftzeichen, aber auch in der Verwendung von farbiger – schwarzer, goldener, roter, grüner und blauer – Tinte. Das Schriftfeld der Textseiten wird jeweils von einem goldenen und einem blauen Balken gerahmt.

Daneben finden sich zahlreiche Zierseiten, die mit geometrischen und floralen Schmuckformen, Arabesken und Ranken in den verschiedensten Farben kunstvolle Akzente setzen. Der feine Duktus von Schrift und Ornamentik deutet auf einen geübten Künstler hin, der in Erfüllung seines Auftrages eines der schönsten Beispiele nordafrikanischer Buchkunst schuf.

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