Bestiarium aus St. Petersburg

Rf. Lat.Q.v.V.1 - Array (St. Petersburg, Russland)

Alternativ-Titel:

St. Petersburg Bestiary, Bestiario de San Petersburgo

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Kodiologie

Alternativ-Titel

St. Petersburg Bestiary
Bestiario de San Petersburgo

Art
Umfang / Format

182 Seiten / 20.0 x 14.5 cm

Herkunft
Datum
Frühes 12. Jahrhundert
Stil
Genre
Sprache
Buchschmuck

114 Miniaturen (4 ganzseitig), die meisten davon mit Goldhintergrund

Vorbesitzer

Francisc de la Morlier
P. Dubrovsky

Kurzbeschreibung

Die literarische Gattung der Bestiarien gehörte zu den beliebtesten Buchgenres der mittelalterlichen Welt. Es handelt sich hierbei um reich illuminierte Tierdichtung, die Lebewesen aus der Tier- und Fabelwelt auf moralisierende Art und Weise beschreibt. Besonders im England des 12. und 13. Jahrhunderts hatten diese illustrierten Manuskripte eine hohe Bedeutung inne. Das Bestiarium von St. Petersburg ist eines der schönsten und hochwertigsten Beispiele für diese Codices. Es ist ausgesprochen reich illuminiert mit farbigen Miniaturen, die meist mit einem edlen Hintergrund aus Blattgold hinterlegt sind.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

Das Bestiarium von St. Petersburg

Ein Bestiarium ist eine mittelalterliche Tierdichtung, die moralisierend tatsächliche oder vermutete Eigenschaften von Tieren, auch Fabelwesen, allegorisch mit der christlichen Heilslehre verbindet. Bestiarien gehörten zu den beliebtesten Manuskripten des Mittelalters und waren oft reich illustriert. Eines der schönsten und hochwertigsten Beispiele dieses Buchgenres ist das Bestiarium von St. Petersburg. Das Werk ist ausgestattet mit insgesamt 114 fantasievollen, farbigen Miniaturen. Vier davon erstrecken sich über eine ganze Seite und so gut wie alle Bilder wurden vor einen opulenten goldenen Hintergrund gesetzt. Das Manuskript wurde im frühen 12. Jahrhundert in England verfasst und stellt eines der ersten Dokumente des gotischen Stils der Buchmalerei dar.

Ein internationaler Codex

Die literarische Gattung der Bestiarien hatte im England des 12. und 13. Jahrhunderts eine hohe Bedeutung. Untersuchungen zu ihrer inhaltlichen und stilistischen Einordnung waren stets mit Schwierigkeiten verbunden. Die Entstehungsorte der Handschriften sind unbekannt oder nicht eindeutig festzulegen, Ursprung und Ikonografie der Werke ist oft unklar. Das „Bestiarium von St. Petersburg“ entstand wahrscheinlich um 1190 in einem englischen Kloster in den nördlichen Midlands. Im 15. und 16. Jh. befand es sich in Frankreich, was durch zahlreiche Anmerkungen, meist Tiernamen, in französischer Sprache bestätigt wird. Eine Notiz in lateinischer Sprache verweist am Ende des Textes auf einen der Besitzer zu Beginn des 17. Jh.: Franciscus de la Morlière. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts befand sich die Handschrift in der Bibliothek von Pierre Séguier, dem Leiter der königlichen Kanzlei unter zwei Königen Frankreichs, welcher eine der bedeutendsten Büchersammlungen seiner Zeit besaß. Von dort gelangte der Codex über einen Erben in die berühmte Pariser Abtei von Saint-Germain-des-Près. Ende des 18. Jh. erstand der erste russische Besitzer die Handschrift. Dabei handelte es sich um Pierre Dubrowsky, einen bibliophilen Diplomaten, der seinen Namen in verschiedenen Eintragungen verewigte. 1805 ging das Bestiarium gemeinsam mit den übrigen Werken der Bibliothek Dubrowsky in den Bestand der damaligen Kaiserlichen Bibliothek von St. Petersburg über. Diese bildet heute die russische Nationalbibliothek.

Luxuriöses Bildprogramm

Das Bestiarium von St. Petersburg war eines der ersten Luxusbestiarien mit Miniaturmalereien in kostbarer Blattgoldtechnik. Das Werk ist zusätzlich zu seinen Tierdarstellungen mit einem Bildzyklus zur Schöpfungsgeschichte ausgestattet. Die Miniaturen des Bestiariums wurden fertiggestellt, noch bevor ein Schreiber seinen handschriftlichen Text verfasste. Dies wird besonders deutlich an einigen Stellen, die den deutlichen Eindruck machen, dass Textzeilen den Bildszenen ausweichen mussten. Die Miniaturen des Bestiariums wurden von mindestens zwei verschiedenen Buchmalern geschaffen. Einer der Künstler besorgte die Gestaltung der Tierdarstellungen, der andere Meister kümmerte sich um die Illustration des Schöpfungszyklus. Im Stil der Illumination sind einige Besonderheiten zu erkennen, die die Datierung des Codex auf das Jahr 1190 ermöglichen. Die lebhafte Linienführung und die edle, stimmige Farbgebung der Bilder zeugen von einem Malstil, wie er in der englischen Literatur dieser Zeit häufig vorkam. Besonders hervorzuheben ist die Gestaltung der Figuren, vor allem in den Gesichtslinien und den Falten der Gewänder dargestellter Personen. Trotz flächiger Malweise gelang es den Meistern des Bestiariums, ihre Personen plastisch und bewegt-lebendig erscheinen zu lassen.

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