De Balneis Puteoli - Pietro da Eboli

BH Ms. 838] (G. 2396) - Biblioteca General e Histórica de la Universidad (Valencia, Spanien)

Alternativ-Titel:

Über die Bäder von Pozzuoli, Petrus de Ebulo: De balneis Puteolanis, Arnoldus de Villa Nova: Tabula super balneis Puteoli

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Kodiologie

Alternativ-Titel

Über die Bäder von Pozzuoli
Petrus de Ebulo: De balneis Puteolanis
Arnoldus de Villa Nova: Tabula super balneis Puteoli

Art
Umfang / Format

76 Seiten / 30.0 x 21.9 cm

Herkunft
Datum
Vor 1494
Stil
Genre
Sprache
Künstler / Schule

Autor: Arnaldus, de Villanova ( d. 1311) und Petrus, de Ebulo (1196)

Vorbesitzer

Biblioteca de Alfonso, duque de Calabria
Biblioteca del Duque de Calabria
Librería de San Miguel de los Reyes

Kurzbeschreibung

Die Handschrift „Über die Bäder von Pozzuoli“ von Pietro da Eboli ist ein spannendes und wertvolles Zeugnis der Anfänge der wissenschaftlichen Medizin und der italienischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts. Als erstes Traktat über Heilquellen versammelt es eine Beschreibung von 35 Quellen rund um Pozzuoli am Golf von Neapel und deren medizinische Heilwirkung. Reich illustriert werden die Erklärungen mit zahlreichen herrlich gestalteten Initialen und wunderschönen Miniaturen. Diese zeigen die einzelnen Quellen und die Art ihrer Anwendung. Das Traktat von Pietro da Eboli aus dem 13. Jahrhundert wird in der Handschrift ergänzt durch ein medizinisches Werk aus der Hand von Arnaldus de Villanova, einem Zeitgenossen des Autors und berühmten spanischen Arzt und Diplomatiker. Die Handschrift De Balneis Puteoli wirkt so als Gesamtkunstwerk und bietet einen beeindruckenden Einblick in die Welt der italienischen Heilbäder des 13. Jahrhunderts.

Verfügbare Faksimile-Ausgaben

Beschreibung

De Balneis Puteoli - Pietro da Eboli

Die Handschrift „Über die Bäder von Pozzuoli“ von Pietro da Eboli ist ein spannendes und wertvolles Zeugnis der Anfänge der wissenschaftlichen Medizin und der italienischen Buchmalerei des 15. Jahrhunderts. Als erstes Traktat über Heilquellen versammelt es eine Beschreibung von 35 Quellen rund um Pozzuoli am Golf von Neapel und deren medizinische Heilwirkung. Reich illustriert werden die Erklärungen mit zahlreichen herrlich gestalteten Initialen und wunderschönen Miniaturen. Diese zeigen die einzelnen Quellen und die Art ihrer Anwendung. Das Traktat von Pietro da Eboli aus dem 13. Jahrhundert wird in der Handschrift ergänzt durch ein medizinisches Werk aus der Hand von Arnaldus de Villanova, einem Zeitgenossen des Autors und berühmten spanischen Arzt und Diplomatiker. Die Handschrift De Balneis Puteoli wirkt so als Gesamtkunstwerk und bietet einen beeindruckend lebendigen Einblick in die Welt der italienischen Heilbäder des 13. Jahrhunderts.

Berühmte Heilbäder im Golf von Neapel

Die Bäder von Pozzuoli sind spätestens seit dem 13. Jahrhundert weithin für ihre Heilwirkung bekannt. Die Stadt Pozzuoli westlich von Neapel liegt in vulkanischem Gebiet und kann so in ihrem Umland zahlreiche heiße Quellen aufweisen. Diese wurden seit der Antike als Thermalbäder und Heilquellen zur medizinischen Anwendung genutzt. In der Tradition des Galen wurden in den heißen Quellen verschiedenste Leiden und Krankheiten geheilt. Zur Bekanntheit der Quellen von Pozzuoli im 13. Jahrhundert trug schließlich Pietro da Ebolis Schrift aus der Zeit um 1220 maßgeblich bei, die zugleich wissenschaftliches Traktat und dichterisches Werk ist.

Medizinische Traktate von berühmten Ärzten und Poeten

Die Handschrift mit dem Titel „Nomina et virtutes balneorum Putheoli et Baiarum“ wird heute in Valencia aufbewahrt. Autor dieses ersten Traktates über Heilquellen war Pietro da Eboli, ein italienischer Autor und Chronist des 13. Jahrhunderts. Eboli verfasste unter anderem ein Lobgedicht zu Ehren Kaiser Heinrich VI., das ihm höchste Ehren einbrachte, und eine berühmte Lobrede auf Kaiser Friedrich Barbarossa. Sein Werk über die Heibäder von Pozzuoli erfuhr eine weite Verbreitung und zahlreiche Übersetzungen, die von der Beliebtheit der Schrift zeugen. In der Handschrift, die gegen Ende des 15. Jahrhunderts vermutlich in Neapel entstanden ist, wird der Text des Pietro da Eboli ergänzt durch die „Tabula super balneis Puteoli“ des Arnaldus de Villanova (um1240-1311). Diese Verbindung macht die Handschrift einzigartig. Arnaldus de Villanova war spanischer Arzt, Diplomat und Kirchenreformer und unter anderem als Leibarzt verschiedener Pöpste und von Friedrich II. tätig. Seine „Tabula“ bietet eine Auswahl verschiedener Krankheiten in alphabetischer Reihenfolge. Auf diese Weise konnte man herausfinden, welche Quelle und welches Bad zur Heilung der gesuchten Krankheit empfohlen wurde. Außerdem enthält die Handschrift am Beginn ein Widmungsgedicht zu Ehren des Herzogs von Kalbrien und Königs von Neapel, Alfons II., und eine Elegie am Ende.

Lebendige Illustrationen der dichterischen Beschreibung

Die 76 Seiten der Handschrift sind reich geschmückt mit 36 herrlichen Illustrationen. Diese ergänzen die Beschreibung der 35 Bäder rund um Pozzuoli. Die ganzseitigen Miniaturen in buntfarbigen Rahmungen zeigen die Quellen und die Art der Heilung. Mit viel nackter Haut, vielen Aktdarstellungen von Badenden im Wasser werden die Erklärungen illustriert. Die Badenden befinden sich auf den Darstellungen entweder in eingefassten Becken im Freien oder in Badehäusern, zum Teil sogar in Bottichen und Kesseln. Sie waschen ihre Körper ab, manche tauchen gar unter, andere ruhen sich nach dem Bad in einem Zelt liegend aus. Die Szenen sind eingebettet in eine harmonische Landschaft und präsentieren sich als herrlich lebendige Szenen. Zusätzlich schmücken wunderschöne Initialen das Schriftbild des Gedichts. Bunte Zierleisten, Blattgold und Flechtband-Ornament verbinden sich zu einer beeindruckenden Pracht. Diese Verbindung von medizinischer Erklärung, unterhaltsam-lehrreichem Traktat und wunderschönen Illustrationen macht die Handschrift De Balneis Puteoli zu einem wahren Schatz der Buchkunst des Mittelalters.

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