Alle 150 Psalmen prächtig geschmückt: Eine der schönsten jüdischen Handschriften des Mittelalters

Parma-Psalter

Emilia (Italien) — Um 1280

Parma-Psalter

Parma-Psalter

Emilia (Italien) — Um 1280

  1. Dieses norditalienische Werk gilt als eines der am reichsten geschmückten Judaica-Handschriften, die bis heute erhalten geblieben ist

  2. Wunderschöne figurative Elemente, kostbares Gold und grandiose Kompositionen illustrieren alle 150 Psalmen König Davids

  3. Neben verschiedenen menschlichen und tierischen Figuren, die den Text schmücken, ist Musik ein herausragendes künstlerisches Thema

The Parma Psalter

Parma-Psalter

Psalm 126

Dieser Psalm betrifft die babylonische Gefangenschaft und wird von Juden während der Birkat ha-Mason (dem Tischgebet nach einer Mahlzeit), am Sabbat und an jüdischen Feiertagen rezitiert und ist außerdem ein regelmäßiger Bestandteil der Liturgie von Katholiken und Protestanten gleichermaßen. Er wird auf dieser Seite von vier menschlichen Figuren geschmückt, die in Randverzierungen eingebettet sind. Das rechte Paar blickt nach oben, der eine mit gespreizten Lippen, der andere mit ausgestrecktem Arm, mit dem er das Tablett mit den beiden anderen Figuren hält, die den Kopf mit geschlossenen Augen in die Hände gelegt haben.

Parma-Psalter

MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Alternativ-Titel:
  • Tehillim
  • Parma Psalter
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
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Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der sogenannte Parma-Psalter gilt als eine der beeindruckendsten hebräischen Handschriften der Buchmalerei. Die hebräische Handschrift wurde um 1280 in Norditalien für einen wohlhabenden Auftraggeber gefertigt. Wunderschönes Ornament mit figürlichen Elementen, kostbares Gold und grandiose Bildkompositionen illustrieren die 150 Psalmen, die in der jüdischen Religion und Kultur eine große Bedeutung einnehmen: die Psalmen wurden zu besonderen Anlässen – im Alltag oder zu besonderen Ereignissen – rezitiert. Der Parma-Psalter bietet auf diese Weise neben seinem Status als herausragendes Kunstobjekt des 13. Jahrhunderts auch einen wunderschönen Einblick in die jüdische Kultur des Mittelalters!

Parma-Psalter

Der sogenannte Parma-Psalter gilt als eine der beeindruckendsten hebräischen Handschriften in der Geschichte der Buchmalerei. Die hebräische Handschrift wurde um 1280 in Norditalien für einen wohlhabenden Auftraggeber gefertigt. Wunderschönes Ornament mit figürlichen Elementen, kostbares Gold und grandiose Bildkompositionen illustrieren die 150 Psalmen, die in der jüdischen Religion und Kultur eine große Bedeutung einnehmen: die Psalmen wurden zu besonderen Anlässen – im Alltag oder zu besonderen Ereignissen – rezitiert. Der Parma-Psalter bietet auf diese Weise neben seinem Status als herausragendes Kunstobjekt des 13. Jahrhunderts auch einen wunderschönen Einblick in die jüdische Kultur des Mittelalters!

Die Bedeutung der Psalmen

Der Codex MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) der Biblioteca Palatina von Parma, Italien gilt als eine der beeindruckendsten hebräischen Handschriften und als besonderer Schatz der Sammlung. Bei der Handschrift handelt es sich um ein Buch der Psalmen, auch bekannt als Tehillim. Ein solches Psalmenbuch hatte große Bedeutung für die jüdische Religion und Kultur. Die Psalmen wurden zu festgelegten Tageszeiten und Ereignissen gesprochen, etwa bei Hochzeiten, bei der Beschneidung oder am Sabbat. Diese bedeutungsvollen Zeremonien sind in der Handschrift zusätzlich erläutert.

Psalmen-Illustrationen

Der Parma-Psalter ist als Werk für einen wohlhabenden Auftraggeber um 1280 in Norditalien entstanden. Auf den insgesamt 452 Seiten der Handschrift, 13,5 x 10 cm groß, werden die 150 Psalmen wunderschön bebildert. Kunstvolles Ornament mit teilweise figürlichen Elementen schmückt die Seiten des hebräischen Psalters. Die qualitätvollen Malereien wurden zusätzlich mit Blattgold veredelt. Ein herrlich kreativer Bildschmuck - Tiere, Menschen und Phantasiewesen zu verschiedenen Themen - bildet die wunderschönen Kompositionen der Seiten. Ein besonderer Fokus liegt dabei thematisch auf der Musik. So werden unter anderem – selten zu finden in der Kunst der Zeit – verschiedene historische Musikinstrumente abgebildet. Diese Miniaturen, die den Inhalt der Psalmen illustrieren, machen den besonderen Reiz des Parma-Psalters aus!

Ein seltener Psalmen-Kommentar

Die Handschrift in Parma befand sich unter anderem im Besitz von Giovanni Bernardo de Rossi, einem bedeutenden christlichen Hebraisten, der die Handschrift bekannt machte. Der Parma-Psalter enthält neben den 150 Psalmen eine Besonderheit: den berühmten Kommentar von Abraham Ibn Esra. Dieser war ein bedeutender jüdischer Dichter und Gelehrter des 12. Jahrhunderts. Sein berühmter Kommentar zu den Psalmen ist jedoch aus dieser Zeit sehr selten überliefert. Der Parma-Psalter präsentiert sich also rundherum als ein beeindruckendes Zeugnis jüdischer Gelehrsamkeit im Mittelalter!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Tehillim
Parma Psalter
Umfang / Format
452 Seiten / 13,5 x 10,0 cm
Datum
Um 1280
Sprache
Buchschmuck
Jeder der 150 Psalmen illuminiert
Vorbesitzer
The Parma Psalter

Parma-Psalter

Psalm 76

„Gott gab sich zu erkennen in Juda, sein Name ist groß in Israel.“ (Ps 76, 2) - so beginnt der vorliegende Psalm, der von einer unglaublich sauberen Hand geschrieben ist. Musikalische Motive waren in Psalterien üblich, weil das Buch der Psalmen in der Tradition König David zugeschrieben wurde, der auch durch seine Hinneigung zur Musik bekannt war. Daher werden auf der Seite mehrere Instrumente detailliert abgebildet, darunter Lauten und eine Zither.

Das Tier-Mensch-Mischwesen, das am rechten Rand Geige spielt, ist ein typisches Beispiel für die hebräische Buchmalerei. Es ist mit Pigmenten aus Dunkelblau, rotem Orange und Blattgold komponiert. Mit einem konzentrierten Gesichtsausdruck - anscheinend dem eines Vogels - spielt die Figur ihre Geige mit einem übergroßen Bogen, den sie in ihren langen, schlanken Fingern hält.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Parma-Psalter“

The Parma Psalter
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
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Parma-Psalter – MS. Parm. 1870 (De Rossi 510) – Biblioteca Palatina (Parma, Italien)
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The Parma Psalter

Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Facsimile Editions Ltd. – London, 1996
Limitierung
550 Exemplare
Einband
Der Einband des Parma Psalters ist von einem Meisterbinder aus London reproduziert worden. Der einzig erhaltene Teil des originalen Einbands ist der Buchrücken, der minuziös auf Havana Schafshaut goldbedruckt, wettergegerbt und per Hand 'gealtert' worden ist. Die beiden Buchdeckel sind mit feinstem englischen Pergament überzogen. Vor dem Binden wurden die unregelmäßigen Seitenkanten des Psalters mühsam auf die exakte Größe und Form des Originals zugeschnitten und anschließend vergoldet. Nach der Fertigstellung ist jedes Buch mithilfe von kleinen Stahlstempeln diskret auf der Innenseite nummeriert worden. Der Kommentar-Band ist in dunkelbraunes Kalbsleder eingebunden und auf dem Buchrücken goldbedruckt.
Kommentar
1 Band (280 Seiten) von Jeremy Schonfield, Emmanuel Silver, Malachi Beit-Arié und Thérèse Metzger
Sprache: Englisch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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