Altas des Antonio Millo - Berlin Codex

Altas des Antonio Millo - Berlin Codex – Edition Deuschle – MS Ham. 446 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)

Italien — 1586

Die Welt im Zeitalter der Entdeckungen und des Aufbruchs: Nautische Präzision, geografisches Wissen und der Glanz der Renaissance meisterlich vereint vom Seefahrer und Kartografen Antonio Millo

  1. Der griechische Seefahrer und Kartograf Antonio Millo vollendete seinen Atlas im Jahre 1586 während seiner Tätigkeit in Venedig

  2. Vierzehn doppelseitige, prachtvoll kolorierte und mit Gold und Silber gehöhte Karten zeigen die damals bekannte Welt

  3. Astronomische und kosmologische Darstellungen erweitern den Atlas zu einem umfassenden Bild von Erde und Himmel

Altas des Antonio Millo - Berlin Codex

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Beschreibung
Altas des Antonio Millo - Berlin Codex

Der Weltatlas des Antonio Millo von 1586 ist ein herausragendes Zeugnis venezianischer Kartografie im Zeitalter der großen Entdeckungen. Der aus der Ägäis stammende Seefahrer und Kartenmacher Antonio Millo verbindet darin praktische nautische Erfahrung mit der wissenschaftlichen und künstlerischen Weltdeutung der Renaissance. Auf prachtvoll kolorierten, mit Gold und Silber gehöhten Karten entfaltet sich das damalige Bild der Erde. Kompassrosen, ein dichtes Netz von Kurslinien sowie zahlreiche Küstenorte, Häfen und Inseln machen den Atlas zugleich zu einem präzisen Instrument der Seefahrt und zu einem Werk von großer ästhetischer Wirkung. Astronomische und kosmologische Darstellungen zum Lauf von Sonne und Mond sowie zum Aufbau des Himmels erweitern das Werk zu einem umfassenden Bild von Erde und Kosmos. Das Kartenwerk mit der Signatur MS Ham. 446 aus der Staatsbibliothek zu Berlin bewahrt damit nicht nur geografisches Wissen, sondern auch den Entdeckergeist einer Epoche, in der die Grenzen der bekannten Welt neu vermessen wurden.

Venedig als Zentrum geografischen Wissens

Im 16. Jahrhundert war Venedig ein bedeutendes Zentrum der Kartografie. Kaufleute, Seefahrer und Gelehrte brachten Nachrichten über Küsten, Handelswege und neue Gebiete in die Lagunenstadt. Hier verband sich praktisches Navigationswissen mit dem Weltverständnis der Renaissance.

Der griechischstämmige Kartograph und Seefahrer Antonio Millo stammte von der Ägäisinsel Milos und wirkte in Venedig. Seine nautische Erfahrung prägte die Erfassung von Küsten, Häfen und Inseln. Mit dem Weltatlas von 1586 führte er die Tradition mediterraner Seekarten zu einer umfassenden Darstellung der bekannten Erde weiter.

Vierzehn Karten einer sich wandelnden Welt

Das Herzstück der Handschrift bilden vierzehn doppelseitige Karten. Sie führen vom Mittelmeer über Europa, Afrika und Asien bis zu den Gebieten der Neuen Welt. So entsteht ein Panorama jener Erde, deren Ausdehnung sich im 15. und 16. Jahrhundert verändert hatte.

Besonders eindrucksvoll sind die Darstellungen der Karibik, Zentralamerikas und der Nordküste Südamerikas. Kuba, Hispaniola und Jamaika erscheinen als Bestandteile eines Weltbildes, das erst wenige Generationen zuvor erweitert worden war. Hier treffen überliefertes Wissen und neue Entdeckungen unmittelbar aufeinander.

Die Unterschiede zwischen den Regionen machen den historischen Reiz des Atlas aus. Die Küsten des Mittelmeers sind mit bemerkenswerter kartografischer Genauigkeit wiedergegeben, während fernere Gebiete noch Unsicherheiten erkennen lassen. Damit zeigt das Werk zugleich die Grenzen des damaligen geografischen Wissens.

Die Welt aus der Perspektive der Seefahrt

Millos Karten stehen in der Tradition der Portolankartografie, die vor allem der Navigation im Mittelmeerraum diente. Küsten, Häfen, Inseln und Ankerplätze sind sorgfältig verzeichnet, während das Landesinnere zurücktritt. Die Welt wird hier konsequent vom Meer her erschlossen.

Ein dichtes Netz aus Kurs- und Richtungslinien überzieht die Karten und verbindet kunstvoll gestaltete Kompassrosen. Zahlreiche Ortsnamen stehen entlang der Küsten. Dadurch wird sichtbar, wie sehr Handel und geografische Erkenntnis von den Seewegen bestimmt wurden.

Wissenschaft und kostbare Ausstattung

Der Atlas war nicht nur ein nautisches Hilfsmittel. Seine Kolorierung und die Höhungen in Gold und Silber verleihen ihm einen repräsentativen Charakter. Geografisches Wissen erscheint nicht bloß als praktische Information, sondern als kostbares und rangvolles Gut.

Kompassrosen, dekorative Elemente und fein abgestufte Farben strukturieren die Blätter. Gerade die Verbindung von nautischer Präzision und künstlerischer Pracht begründet die besondere Wirkung der Handschrift.

Erde, Himmel und Navigation

Der Atlas beschränkt sich nicht auf Länder und Meere. Kosmologische und astronomische Tafeln beziehen auch die Ordnung des Himmels und die Stellung der Erde im Kosmos ein. Erläuterungen zur Navigation verdeutlichen das Zusammenspiel von Erfahrung, Himmelsbeobachtung und mathematischer Berechnung.

Für die Renaissance bildeten Kartografie, Astronomie und Navigation eng verbundene Wissensgebiete. Millos Werk dokumentiert nicht nur die Gestalt der bekannten Welt, sondern auch den Versuch, ihre Gesetzmäßigkeiten zu verstehen und für die Seefahrt nutzbar zu machen.

Ein Dokument der Entdeckungszeit

Der Weltatlas des Antonio Millo von 1586 hält einen entscheidenden Augenblick der europäischen Wissensgeschichte fest. In ihm begegnen sich die Tradition mediterraner Seekarten, die Erfahrung eines Seefahrers und die geografischen Erkenntnisse der großen Entdeckungsreisen.

Die Handschrift fasziniert durch die Verbindung von historischer Aussagekraft, kartografischer Meisterschaft und künstlerischer Schönheit. MS Ham. 446 aus der Staatsbibliothek zu Berlin bewahrt das Weltbild einer Epoche, in der die bekannten Grenzen der Erde neu bestimmt wurden.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Der Weltatlas des Antonio Millo von 1586
Berlin Atlas of Antonio Millo
Herkunft
Italien
Datum
1586

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Altas des Antonio Millo - Berlin Codex – Edition Deuschle – MS Ham. 446 – Staatsbibliothek zu Berlin (Berlin, Deutschland)
Edition Deuschle – Süßen, 1988
Limitierung: 800 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Der Weltatlas des Antonio Millo von 1586

Edition Deuschle – Süßen, 1988

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Edition Deuschle – Süßen, 1988
Limitierung: 800 Exemplare
Einband: Leineneinband, Faksimile und Kommentarband kommen in einer Kassette.
Kommentar: 1 Band von Lothar Zögner und Peter Hogg
Sprache: Englisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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