Borgia-Codex

Faksimile: Borgia-Codex

Wohl geschrieben im Gebiet von Puebla-Tlaxcala-Cholula (Mexiko) — 15. Jahrhundert

Bemalte und gefaltete Blätter mit einer Gesamtlänge von fast 11 Metern: Ein bilderreiches Zeugnis der scheinbar fremden Welt des alten Mexiko vor Ankunft der Conquistadores

  1. 39 beidseitig bemalte und gefaltete Blätter mit einer Gesamtlänge von fast 11 Metern

  2. Mit Beschreibungen der großen Tempelrituale der Azteken

  3. Enthält auch Beschreibungen privater Rituale und einen Kalender für Vorhersagen

Borgia-Codex

Preiskategorie: € (unter 1.000€)
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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (3)
Beschreibung
Borgia-Codex

Die Welt der Azteken auf fast 11 Metern: Der Borgia-Codex ist wie eine riesige, gefaltete Eintrittskarte in eine von uns weit entfernte Welt: Nicht nur 9500 Flugkilometer und 500 Jahre trennen die Welt der Azteken vom heutigen Mitteleuropa, sondern auch eine andere Art zu denken, zu leben und zu gestalten. Das machen die 39 beidseitig bemalten Blätter auf fast 11 Metern deutlich. Dabei erlaubt diese „grösste und bemerkenswertheste der altmexikanischen Bilderschriften“ (A. v. Humboldt) einen faszinierenden Einblick in staatliche wie privat-persönliche Rituale und auch in das für die mexikanische Religion so grundlegende Tonalamatl. Dabei handelt es sich um einen auf der Zahl 20 aufbauenden Kalender, mit dem die Zeit bestimmt und in Erfahrung gebracht werden konnte, ob ein Tag für ein bestimmtes Vorhaben günstig sein würde. Eine Welt mit einer anderen, aber gerade deshalb faszinierenden Logik.

Der Codex Borgia ist wohl die schönste der erhalten gebliebenen altamerikanischen Bilderhandschriften. Der überwiegende Teil der Handschrift bezieht sich auf die Kalendermantik, also auf die Beherrschung der Zeitabläufe und Jahreszeiten durch die Tempelgelehrten. Phantastische Figurengruppen und geheimnisvolle Götter beleben die 78 Bildseiten der Handschrift. Außerdem findet man darin die erstaunlichsten Rituale des großen Aztekenreiches – besonders faszinierend, da es sich um Rituale handelt, die vornehmlich privaten, persönlichen Charakter hatten.

Völlig einzigartig innerhalb der Gruppe der erhaltenen altmexikanischen Handschriften ist jedoch die Schilderung der großen, „staatlichen“ Tempelrituale im Codex Borgia. Die geistlichen Handlungen zeugen von der fremdartig erscheinenden Welt Alt-Mexikos vor der Zerstörung durch die spanischen Konquistadoren.
Die Fülle des Stoffes, die uns auf den Seiten dieser prachtvollen Handschrift entgegentritt, ist unerschöpflich. Sie zeigt die Weisheit der alten Priestergelehrten in ihrer höchsten Vollendung und beweist die tiefsinnige Konzeption und die künstlerische Vollendung der Maler, die die altmexikanischen Bilderhandschriften schufen und uns so an ihrer großen versunkenen Kultur teilhaben lassen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Borgia
Códice Borgia
Codex Borgianus
Codex Mexicanus Borgianus
Codice borgiano
Codice messicano borgiano
Codex de Velletri
Codex Yoalli Ehēcatl
Umfang / Format
78 Seiten / 27,0 × 26,5 cm
Herkunft
Mexiko
Datum
15. Jahrhundert
Schrift
Piktogramme
Buchschmuck
76 Miniaturen
Inhalt
Informationen über die aztekische Religion, einschließlich Rituale und Feste
Vorbesitzer
Kardinal Stefano Borgia (1731–1804)

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Faksimile: Borgia-Codex – Cod. Vat. mess. 1 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1976

Faksimile: Códice Borgia
Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 2008
Limitierung: 980 Exemplare

Faksimile: Códice Borgia
Egeria, S.L. – Madrid, 2008
Limitierung: 980 Exemplare
Detailbild

Borgia-Codex

Der verstorbene Gott Mixcóatl

Auf einem rätselhaften Kalenderquadrat, das möglicherweise die Himmelsrichtungen im Land der Toten anzeigt, sehen wir ganz oben den Gott Mixcóatl mit seiner markanten rot-weiß gestreiften Haut und einer schwarzen Maske über den Augen. Seine darunter sichtbaren Augen sind geschlossen - er ist tot auf seinem Thron dargestellt: in ein Bündel gewickelt und mit Grabbannern geschmückt. Mixcóatl war der Gott der Jagd, der Vater von Quetzalcóatl und Schutzpatron der so genannten Tageszeichen des Südens, die auf den roten Quadraten zu seinen Füßen zu sehen sind.

Codex Borgia
Einzelseite

Borgia-Codex

Die Nagual

Diese seltene präkolumbische Handschrift beschreibt nicht nur Tempelrituale und aztekische Gottheiten, sondern auch Naguals: Schutzgeister, die menschliche, tierische oder sogar pflanzliche Gestalt annehmen und in mehreren mesoamerikanischen Volkstraditionen vorkommen. Manchmal waren sie ein Teil der religiösen Hierarchie einer Gemeinschaft, obwohl sie auch dann mit einer Mischung aus Angst und Respekt behandelt wurden, andere Nagual stießen dagegen auf viel Feindseligkeit und lebten wie Ausgestoßene.

Dass sich die Nagual in Tiere verwandeln konnten, lässt sich als Teil des mesoamerikanischen Totemismus verstehen: Dabei hat jeder Mensch ein Tier, mit dem er durch seinen Geburtstag in einer engen, spirituellen Verbindung steht. Diese bizarre, farbenfrohe und detailreiche Miniaturseite hat eine psychodelische Ästhetik, auch ein Hinweis auf die Bedeutung halluzinogener Drogen in dieser religiösen Tradition.

Codex Borgia
Faksimile-Editionen

#1 Codex Borgia

Faksimile: Borgia-Codex – Cod. Vat. mess. 1 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt)
Faksimile: Borgia-Codex – Cod. Vat. mess. 1 – Biblioteca Apostolica Vaticana (Vaticanstadt, Vaticanstadt) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Leporello-Faltung. Zusammen mit Kommentar in Schatulle.
Kommentar: 1 Band (52 Seiten) von Karl Anton Nowotny
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch

Karl Anton Nowotny, Köln. Zusammenfassungen in englischer, französischer und spanischer Sprache. 52 Seiten, Falttafel, 8 Textillustrationen.
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: € (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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#2 Códice Borgia

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Testimonio Compañía Editorial – Madrid, 2008
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Screenfold-Faksimile zwischen zwei mit Leder verbundenen Holztafeln. Zusammen mit Kommentar in Schatulle.
Kommentar: 1 Band (556 pages) von Batalla Rosado
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.

#3 Códice Borgia

Egeria, S.L. – Madrid, 2008

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Egeria, S.L. – Madrid, 2008
Limitierung: 980 Exemplare
Einband: Leporello-Faltung. Zusammen mit Kommentar in Schatulle.
Kommentar: 1 Band von Elena Landa
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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