Codex Borbonicus

Codex Borbonicus

Mexiko — 16. Jahrhundert

Entstanden am Vorabend der spanischen Eroberungen: Ein aztekischer Wahrsagekalender und unschätzbares Zeugnis der Sprache, Religion und Kultur Mexikos vor Ankunft der Europäer

  1. Entstanden am Vorabend der spanischen Eroberung und noch völlig frei von europäischer Beeinflussung

  2. Seltenes aztekisches Priester-Manuskript mit unschätzbaren Piktogrammen zur Sprache, Religion und Kultur Mexikos

  3. Mit aztekischem Wahrsagekalender und einigen Teilen, die noch zu entschlüsseln und erforschen sind

Codex Borbonicus

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Codex Borbonicus

Eines der interessantesten Dokumente über das vorspanische Mexiko aus dem 16. Jahrhundert: Da nur wenige Originaldokumente der Azteken die Eroberung Mexikos durch die Spanier ab 1519 überdauert haben, ist der Codex Borbonicus von unschätzbarem Wert. Er stellt ein außergewöhnlich seltenes aztekisches Priestermanuskript dar, das noch ganz frei ist von europäischem Einfluss. Faszinierende Piktogramme erzählen von Sprache, Religion und Kultur in Mexikos, wenn man sich in sie hineinvertieft; ein aztekischer Wahrsagekalender gibt Zeugnis von der mystischen Seite dieser von den Europäern so bald darauf zerstörten Hochkultur. Einige Teile schließlich bleiben bislang unverstanden und warten nur darauf, erforscht und entschlüsselt zu werden. Der Wert des Codex für die Mexikanistik wird dadurch nochmals unterstrichen, dass er aus dem näheren Umfeld der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlán stammt.

Codex Borbonicus

Der Codex Borbonicus ist eines der interessantesten Dokumente über das vorspanische Mexiko aus dem 16. Jh. Diese großformatige Bilderhandschrift bringt viele sonst nirgends überlieferte Nachrichten. Dass sie darüber hinaus noch Rätsel aufgibt, die bisher nicht gelöst sind, macht sie nur noch interessanter.
Der Stil der Bilderhandschrift ist jener des Hochtales von Mexico zur Zeit vor der Eroberung durch die Spanier. Die Ausstattung der aztekischen Handschriften dieser Spätzeit muss eine ungemein prächtige gewesen sein. Zur Beurteilung dieses Stils ist man auf Kopien der Kolonialzeit angewiesen, da in diesem vor allen anderen exponierten Gebiet kein Original erhalten blieb. Der Codex Borbonicus ist eine Kopie einer vorspanischen Bilderhandschrift aus der frühen Kolonialzeit.
Der Wert des Codex als Quelle der Mexikanistik wird durch die Tatsache unterstrichen, dass es sich bei ihm um die einzige von europäischen Einflüssen nahezu unberührte Bilderhandschrift kalendarischen Inhalts handelt, die mit Sicherheit aus dem engeren Einflussbereich des aztekischen Hauptstadt stammt.

Kodikologie

Umfang / Format
38 Farbseiten in Leporello-Bindung / 39,0 × 40,0 cm
Herkunft
Mexiko
Datum
16. Jahrhundert
Sprache
Schrift
Kursive
Buchschmuck
36 Miniaturen
Inhalt
Rituelle Zeremonien und Wahrsagekalender der Azteken
Vorbesitzer
El Escorial

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Borbonicus – Bibliothèque de l´Assemblée Nationale (Paris, Frankreich)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1974
Detailbild

Codex Borbonicus

Teotleco Zeremonie

Teotleco bedeutet in der Nahuatl-Sprache "Gott ist gekommen" und ist zugleich der Name eines Festes, das allen aztekischen Göttern gewidmet ist. Diese Szene zeigt die ixiptla, die menschliche Verkörperung von Chicomecōātl, der Göttin des Mais und der Ernte, wie sie auf frisch geernteten Maiskolben liegt, die mit weißem Papier mit schwarzen Sternen bedeckt sind. Der blaue Nasenring und das huipil, eine locker sitzende Tunika, sind typisch für diese Göttin. Eine Glosse unter diesem Bild besagt: "Göttin der Zauberei, die sich in einen Löwen und einen Tiger und andere Dinge verwandelte."

Codex Borbonicus
Einzelseite

Codex Borbonicus

Die 13. Trecena

Das 260-Tage-Jahr des aztekischen Kalenders war in 20 trecena unterteilt, einen Zeitraum von 13 Tagen. Die 13. Trecena stand unter der Ägide der Göttin Tlazōlteōtl, einer Gottheit der Lasterhaftigkeiten, der Reinigung, der Dampfbäder, der Lust und des Schmutzes, die auch Schutzherrin der Ehebrecher war. Sie ist links oben abgebildet, trägt einen abgezogenen Hautfetzen und bringt Centeōtl zur Welt. Dieser war der Gott des Mais und damit eine der wichtigsten Figuren der aztekischen Religion.

Da Tlazōlteōtl sowohl zur Sünde ermutigte als auch der Reinigung vorstand, spielte sie eine wichtige Rolle bei der Beichte von Fehlverhalten über ihre Priester. Die 13 Tageszeichen dieser Trecena, beginnend mit Erdbeben, Feuerstein/Messer, Regen usw., sind in der unteren Reihe und in der Spalte auf der rechten Seite mit erklärenden Glossen in Spanisch dargestellt.

Codex Borbonicus
Faksimile-Editionen

#1 Codex Borbonicus

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: 38 Farbseiten in Leporello-Faltung Kommentar und Faksimile in Buchkassette mit Lederrücken
Kommentar: 1 Band (40 Seiten) von Karl Anton Nowotny und Jacqueline de Durand-Forest
Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch

K. A. Nowotny, Köln (in deutscher Sprache), kodikologische Beschreibung von J. de Durand-Forest, Paris (in französischer Sprache); Zusammenfassungen in Englisch, Französisch und Spanisch. 40 Seiten.
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
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