Ein poetiches Denkmal der Liebe: Das Meisterwerk vom Mönch und Dichter Matfre Ermengaud

Breviari d'Amor

Valencia (Spanien) — 15. Jahrhundert

Breviari d'Amor

Breviari d'Amor

Valencia (Spanien) — 15. Jahrhundert

  1. Das unvergleichliche Meisterwerk des Geistlichen Matfre Ermengaud (gest. 1322) ist der Höhepunkt der okzitanischen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts

  2. 34.500 Verse in achtsilbigen Reimpaaren formulieren die christliche Liebe Gottes

  3. Die Arbeit wird hier in einer reich illumierten spanischen Handschrift aus dem 15. Jahrhundert präsentiert

Breviari d'Amor

Alternativ-Titel:
  • Liebes-Brevier
  • Love Breviary
Breviari d'Amor – Res. 203 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Matfre Ermengaud, über dessen Leben Historiker bis heute kaum Informationen besitzen, lebte im 13. Jahrhundert als Mönch des Franziskanerordens. Der außergewöhnlich begabte und gebildete Mönch verfasste wahrscheinlich im Zeitraum von 1288 bis 1320 ein einzigartiges Manuskript, das christliche Theologie und historische Rechtslehre mit der Poesie mittelalterlicher Troubadourlyrik vereint. Das unvergleichliche Meisterwerk des Gelehrten trägt den Titel „Breviari d´Amour“ und gilt heute als ein absoluter Höhepunkt der okzitanischen Literatur des 12. und 13. Jahrhunderts. Hier liegt uns eine spanische Übersetzung des großen Klassikers der Literatur vor.

Breviari d´Amour – Matfre Ermengaud

Als Troubadouren bezeichnet man Dichter, Komponisten und Sänger der höfischen mittelalterlichen Poesie und des Gesanges. Die Troubadourdichtung erfreute sich im 12. und 13. Jahrhundert besonders im südlichen Frankreich großer Beliebtheit. Ein außergewöhnlich begabter Vertreter dieser Kunstform war der Franziskanermönch Matfre Ermengaud. Er verfasste ungefähr im Zeitraum von 1288 bis 1320 eine einflussreiche Schrift, die die Literaturgattung der Troubadourlyrik auf unvergleichliche Weise zitierte und neu interpretierte. Sein sogenanntes „Breviari d´Amour“, was man übersetzt als „Stundenbuch der Liebe“ bezeichnen kann, gilt heute als eines der wichtigsten Werke der okzitanischen Dichtkunst. Das Meisterwerk liegt uns hier in einer spanischen Übersetzung aus dem 15. Jahrhundert vor. Es ist illustriert mit atemberaubenden Miniaturen, die teilweise koloriert und mit kostbaren Blattgoldelementen verziert sind.

Der Gelehrte Matfre Ermengaud

Über das Leben des Matfre Ermengaud konnten Forscher bis heute nur sehr wenige Informationen sichern. Er kam etwa in der Mitte des 13. Jahrhunderts im südfranzösischen Ort Béziers zur Welt. Sein Leben widmete er der Rechtslehre und der Dichtkunst. Er legte besonders hohen Wert auf eine umfassende Bildung und war ein wahrer Rechtsexperte des Mittelalters. Er erwarb sogar einen Abschluss in den Rechtswissenschaften, welcher heute in etwa mit einem Masterabschluss im Fach Jura gleichzusetzen ist. Wann genau er in den Orden der Franziskanermönche eintrat, ist nicht bekannt. Möglicherweise begann er bereits mit der Arbeit an seinem „Breviari d´Amour“, bevor er sich zu einem Leben als Mönch entschied. Was dem Manuskript Ermengauds einen einzigartigen Status in der Geschichte der Literatur verleiht, ist die Tatsache, dass sein Text theologische Tradition mit der Lehre des Rechts verbindet. Es gibt keine weitere mittelalterliche Handschrift, die mit dem Werk des Matfre Ermengaud vergleichbar ist.

Literarisches Kulturgut

Das „Breviari d´Amour“ enthält in etwa 34.500 Verse und ist in achtsilbigen Reimpaaren verfasst. Es ist ein umfangreicher, vielseitiger und didaktischer Text, der mit einer Enzyklopädie gleichzusetzen ist. Die christliche Liebe zu Gott wurde hier in der Art und Weise der Liebesdichtung formuliert, wie sie von den Troubadourlyrikern vorgetragen wurde. Dabei zitierte Ermengaud literarische Vorbilder verschiedenster geschichtlicher Epochen. Zitate klassischer Troubadoure wie Aimeric de Peguilhan, Bernart de Ventadorn und Peire Vidal finden sich in seinem Manuskript besonders häufig. Ebenso vertreten sind Zitate aus einigen von Ermengauds früheren Schriften und auch aus Texten seines Bruders Piere. Daran wird deutlich, wie außergewöhnlich belesen und gebildet der Franziskanermönch war. Die spanische Ausgabe des literarischen Meisterwerkes wurde von Guillem de Copons angefertigt, welcher sich in seiner Übersetzung strikt an die Originalvorlage hielt.

Ein einmaliges Buchkunstwerk

Das Werk wurde in mehrere Teile strukturiert. Es beginnt mit einem theologischen Abschnitt, der übersetzt den Titel „Studien zu Gott und der Erschaffung der Welt“ trägt. Dieser Abschnitt behandelt die göttliche Dreieinigkeit, Engel, Dämonen, die Zeichen des Tierkreises und die zu jener Zeit bekannten Sterne und Planeten. Darauf folgt ein Abschnitt mit dem Titel „Studien zur Natur und dem Naturgesetz“, in welchem die richtigen Modi der Gottesverehrung diskutiert werden, die Versuchungen der Welt besprochen werden und die Süden genannt werden, die gute Christen um jeden Preis vermeiden sollten. Im letzten Abschnitt, „Die Liebe zu Gott“, wird das Glaubensbekenntnis zusammengefasst und einige Heiligenlegenden werden geschildert. Sagenhafte Miniaturen in verschiedenen Größen, welche meist skizzenhaft vorliegen, teils jedoch mit bunten Farben und schimmernden Goldelementen ausgestattet wurden, illustrieren das umfassende Werk und verdeutlichen die Schilderungen Ermengauds.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Liebes-Brevier
Love Breviary
Umfang / Format
330 Seiten / 42,0 x 31,0 cm
Datum
15. Jahrhundert
Künstler / Schule
Vorbesitzer

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Breviari d'Amor“

Breviari d'Amor
Breviari d'Amor – Res. 203 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
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Faksimile: 3 Bände Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Vicent Garcia Editores – Valencia, 1980
Limitierung
3000 Exemplare
Einband
Geprägtes Leder über Holzdeckeln. Schuber mit Faksimile und Kommentar
Kommentar
1 Band (490 Seiten) von Antoni Ferrundo Francés
Sprachen: Spanisch, Valencian
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Details
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Verlag