Mehr als 1.000 Jahre im Gebrauch: Ein karolingisches Meisterwerk aus dem Kloster Mondsee

Codex Millenarius

Kloster von Kremsmünster oder Mondsee (Österreich) — Um 800

Codex Millenarius

Codex Millenarius

Kloster von Kremsmünster oder Mondsee (Österreich) — Um 800

  1. Wurde länger als 1.000 Jahre im Kloster Kremsmünster verwendet

  2. Einzige gut erhaltenes Zeugnis einer inzwischen verlorenen bayerisch-österreichischen Form der Vulgata

  3. Die älteste erhaltene Handschrift, in denen die Evangelisten und ihre Symbole gleichwertig dargestellt sind

Codex Millenarius

Codex Millenarius

Der Evangelist Matthäus als Engel

Der Evangelist Matthäus wird hier als Engel in einem fließenden blauen Umhang dargestellt, wie er sein Evangelium mit ruhigem Gesichtsausdruck trägt. Die Federn seiner Flügel sind sehr detailliert gemalt und das Gesicht ist dank der großen Augen, der breiten Nase und der vollen Lippen, die der Künstler dem Matthäus gegeben hat, bemerkenswert ausdrucksstark. Blattgold wurde verwendet, um seine Kleidung sowie den Rahmen der Miniatur hervorzuheben, wo im Laufe der 1 200 Jahre manches abgeplatzt ist.

Codex Millenarius

Alternativ-Titel:
  • Codex Millenarius maior
Codex Millenarius – Cim. 1 – Stift Kremsmünster (Kremsmünster, Österreich)
Codex Millenarius – Cim. 1 – Stift Kremsmünster (Kremsmünster, Österreich)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

„Ein Jahrtausend-Codex!“, soll der Wiener Apostolische Nuntius Garampi ausgerufen haben, als er anlässlich des Gründungsjubiläums von Kremsmünster 1771 den Codex millenarius das erste Mal sah. Tatsächlich war seine Begeisterung nicht übertrieben: Der Codex wurde bereits um das Jahr 800 geschrieben (entweder in Kremsmünster selbst oder im Mutterkloster Mondsee) und lässt sich als Plenarium einordnen, da er alle 4 Evangelien komplett enthält. Kalligraphisch muss man ihn in seiner sehr gut lesbaren, feierlichen Unziale als Meisterwerk betrachten und seine bildlichen Darstellungen weisen viele Besonderheiten auf: Den Personen der Evangelisten werden auf der gegenüberliegenden Seite ihre Symbole in gleicher Größe beigesellt und die acht Abbildungen jeweils in eine Bogenarchitektur eingefügt. Schließlich ist er das einzige gut erhaltene Exemplar einer inzwischen verlorenen bayerisch-österreichischen Form der Vulgata. Eben ein Jahrtausend-Codex!

Ein einzigartiges karolingisches Meisterwerk

Der Codex Millenarius, der alle vier Evangelien in lateinischer Übersetzung enthält, gehört zu jenen drei kostbaren Heiligtümern des Klosters Kremsmünster, die von überragendem sakralen und kulturhistorischen Wert sind. Neben dem Tassilokelch und den Tassiloleuchtern ist auch der Codex Millenarius heute noch in feierlicher Verwendung.
Sein unschätzbarer Wert bestimmt sich durch sein hohes Alter, durch die Schönheit seiner Schrift und durch seinen hervorragenden Buchschmuck. Zudem ist mit seinem Text der einzige gut erhaltene Zeuge einer verschwundenen bayrisch-österreichischen Form der Vulgata erhalten. Der Codex Millenarius ist um 800 im Skriptorium von Mondsee, dem Mutterkloster von Kremsmünster, oder vielleicht in Kremsmünster selbst entstanden. Seit seiner Entstehung dürfte er in Kremsmünster gewesen sein.
Der Buchschmuck aus der karolingischen Zeit besteht aus insgesamt acht Vollbildern mit der Darstellung der vier Evangelisten und ihrer Symbole, aus den dazugehörigen vier Prunkinitialen am Beginn der Evangelientexte und aus geringen Resten der Kanonestafeln. Zusammen mit dem bildlichen Schmuck macht eine feierliche karolingische Schrift (Unziale) den heiligen Text zu einem einzigartigen Gesamtkunstwerk.

Eine „tausendjährige“ Kostbarkeit
Seinen Namen hat der Codex Millenarius seit der Tausendjahrfeier des ehrwürdigen Stiftes von Kremsmünster im Jahre 1777. Als damals der Wiener Apostolische Nuntius Garampi, der früher Präfekt des Vatikanischen Archivs gewesen war, das Evangeliar sah, rief er aus: „Vere hicce millenarius codex est“ („Dieser da ist wahrhaftig ein tausendjähriger Codex“).

Der künstlerische Schmuck
Es gibt nur ganz wenige vergleichbare Handschriften, in denen den Evangelisten die Symbole gleichwertig und in gleich großen Vollbildern gegenübergestellt sind. Der Millenarius ist die älteste erhaltene Handschrift, in der diese Doppelbilder erhalten geblieben sind.
Eine weitere Besonderheit des Millenarius ist die regelmäßige Einfügung aller acht Bilder in große rundbogige Arkaden. Diese sind abwechselnd in Gold und Silber gerahmt und mit Flechtbandornamenten versehen. Die Darstellungen der Evangelisten und ihrer Symbole beeindrucken durch ihre Dynamik und durch die Liebe zum Detail. Besonders wertvoll sind hierbei die aufgeschlagenen Bücher in den Evangelistenbildern, die eine äußerst feine Minuskelschrift zeigen.

Ein kalligraphisches Meisterwerk
Der einzigartige Wert des Millenarius wird nicht zuletzt durch die gleichmäßige Schönheit seiner Schrift bestimmt. Durch eine feierliche, sehr normierte Unziale aus der karolingischen Zeit wird der heilige Text besonders hervorgehoben. Jedes einzelne Blatt bietet somit ein graphisches Meisterwerk, welches vermutlich von einem einzigen Schreibkünstler geschaffen wurde.

Ein einzigartiger Textzeuge
Der Codex Millenarius ist ein Plenarium, d. h. er enthält vollständig alle vier Evangelien, Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Der Text stellt eine Vulgataversion dar, allerdings mit starker Beimischung von Vetus Latina, sodass man fast versucht ist anzunehmen, ein „Vorfahre“ sei aus Vetus Latina in Vulgata verbessert worden.
Von diesem Typus sind insgesamt nur mehr drei Handschriften überliefert, von denen der Codex Millenarius den am besten erhaltenen Zeugen darstellt. Dieser bayrisch-österreichische Typus, der in der Salzburger Kirchenprovinz vor Alkuin beheimatet war, stammt in seiner textlichen Gestalt aus Oberitalien.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Millenarius maior
Umfang / Format
700 Seiten / 34,0 x 23,0 cm
Datum
Um 800
Sprache
Codex Millenarius

Codex Millenarius

Lukas als geflügelter Stier

Als älteste erhaltene Handschrift mit ganzseitigen Evangelistenporträts samt ihrer Symbole ist dies eine der frühesten Darstellungen des Heiligen Lukas und seines Symbols - eines Stiers oder Ochsen, der typischerweise mit Flügeln dargestellt wird. Die Tatsache, dass dieses Symbol eine ganze eigene Seite erhielt, weist auf die Tradition insularer Buchmalerei hin, in der es erschaffen wurde.

Neben Elementen, die für die anglo-irische Kunst typisch sind, wie die Verwendung von Flechtwerk, tritt der klassische Einfluss in der Miniatur und in der ganzen Handschrift deutlich hervor. Abgesehen davon, dass der Stier in einem abgerundeten römischen Bogen platziert wird, ist der ästhetische Stil und die von den Künstlern gewählte Farbpalette stark von spätrömischer Kunst beeinflusst.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Codex Millenarius“

Codex Millenarius
Codex Millenarius – Cim. 1 – Stift Kremsmünster (Kremsmünster, Österreich)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1974
Einband
Halbleder
Kommentar
Beigebunden (40 Seiten) von W. Neumüller und K. Holter
Sprache: Deutsch

Dem Faksimile beigebunden ist ein wissenschaftlicher Kommentar, in dem Willibrord Neumüller, der Bibliothekar des Stiftes Kremsmünster, die textliche Gestalt der Handschrift sowie ihren kodikologischen Befund beschreibt und Kurt Holter den Buchschmuck aus kunsthistorischer Sicht erläutert.

W. Neumüller O.S.B., Kremsmünster, und K. Holter, Wels. 40 Seiten, 17 Abbildungen auf 6 Tafeln und 1 Farbtafel.
Mehr Informationen
Seiten in Farbe und in Schwarz/Weiß wiedergegeben und nicht dem Original entsprechend randbeschnitten.
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