Das Meisterwerk des Medicus

Das Meisterwerk des Medicus – AyN Ediciones – Ms. 2197 – Biblioteca Universitaria di Bologna (Bologna, Italien)

Italien — erste Hälfte des 15. Jahrhunderts

Die einzige vollständig erhaltene hebräische Übersetzung des medizinischen Standardwerks des persischen Universalgenies Avicenna: Medizin, Pharmazie und Alltag des 15. Jahrhunderts in einem Prachtcodex mit wunderschönem Buchschmuck

  1. Ibn Sina (980–1037), latinisiert Avicenna, war ein persisches Universalgenie: Arzt, Philosoph, Mathematiker, Dichter, Astronom, Musiktheoretiker, Politiker…

  2. Sein medizinisches Standardwerk liegt hier in einem italienischen Manuskript aus dem 15. Jahrhundert in hebräischer Übersetzung vor

  3. Reich illuminierte Miniaturen zeigen verschiedene medizinische Behandlungen und Details aus dem Leben des damaligen Italiens

Das Meisterwerk des Medicus

Ausgabe bei uns verfügbar!
Preiskategorie: €€€
(3.000€ - 7.000€)
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Das Meisterwerk des Medicus

Der sogenannte Kanon der Medizin zählt zu den faszinierendsten Zeugnissen für die Weitergabe und den Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse über kulturelle und geografische „Grenzen“ hinweg. Das ursprüngliche arabische Werk wurde wohl um das Jahr 1000 von dem persischen Universalgelehrten Abū ʿAlī al-Husain ibn ʿAbdullāh ibn Sīnā, im lateinischen Europa als Avicenna bekannt, verfasst und galt bis ins 17. Jahrhundert als Eckpfeiler der medizinischen Lehre. In Bologna wird bis heute eine besonders wertvolle Ausgabe des Werks bewahrt: ein prachtvoll ausgestatteter italienischer Codex mit der einzigen vollständig erhaltenen hebräischen Übersetzung des Kanons der Medizin. Die Schrift und Zeilenfüller sind reich mit Gold verziert, was dem Codex eine außergewöhnliche Pracht verleiht. Die zahlreichen figürlichen Illustrationen des Textes erhöhen seine visuelle Anziehungskraft zusätzlich und machen das komplexe medizinische Wissen zugleich zugänglicher für seine Leserschaft. Der Codex zählt ohne Frage zu den schönsten und am reizvollsten illuminierten Handschriften des Kanons.

Das Meisterwerk des Medicus

Auf über 1000 Seiten breitet sich hier eine wundervolle historische Welt vor den Augen der Betrachtenden aus: in leuchtend bunten Illuminationen werden Themen aus dem Bereich der Anatomie, Medizin, Pharmazie und vieles mehr dargestellt. So findet sich hier unter anderem ein wunderschöner Kalender mit Tierkreiszeichen und typischen Darstellungen aus dem bäuerlichen Jahresablauf, wie sie auch aus Stundenbüchern bekannt sind. Besonders interessant sind jedoch die Darstellungen von medizinischen Behandlungen, eingebettet in zeittypische Szenen, die sich vor reizenden Architekturkulissen und Landschaften abspielen. Hervorzuheben sind hier etwa die Darstellung einer „Apotheke“ und die Anwendung von heilsamen Bädern.

Avicennas Werk in einer hebräischen Luxusausgabe

Diese äußerst qualitätvollen Illuminationen entstanden im Kontext der Schule von Ferrara und entstanden in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, vermutlich um das Jahr 1440. Was die Handschrift neben der wunderschönen künstlerischen Ausstattung – zehn ganzseitige Miniaturen und 498 Seiten mit Pflanzen- und Tiermotiven – so besonders macht, ist ihr Text: die hebräische Übersetzung des Kanons der Medizin von Natan ha-Meati aus dem 13. Jahrhundert. Die luxuriöse Handschrift in der Universitätsbibliothek Bologna ist das einzige Dokument, das diese Übersetzung vollumfänglich überliefert.

Der vielleicht bedeutendste Mediziner des Mittelalters

Abû Ali al Husaya Ibn Sīnā (980–1037), latinisiert Avicenna, gilt als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Gelehrten der mittelalterlichen Medizin. Er stammte aus der historischen Region Groß-Khorasan, einer Region in Zentralasien, die heute zwischen dem Nordosten des Irans und dem Nordwesten Afghanistans liegt. Seine Schriften prägten die medizinischen Lehren Europas und der islamischen Welt über Jahrhunderte hinweg. Aber auch seine philosophischen Abhandlungen wurden weitreichend rezipiert, etwa von Mystikern des Sufismus.

Ein Meilenstein der Medizingeschichte

Avicennas berühmter „Kanon der Medizin“ fasst das medizinische Wissen der Antike und des frühen Mittelalters systematisch zusammen und vereint griechisch-römische, persische, chinesische und indische Traditionen zu einem schlüssigen und umfassenden Gesamtwerk. Gegliedert in fünf Bücher oder Kapitel deckt es eine Vielzahl von Themenbereichen ab: von der Anatomie, der Beschreibung und Diagnostik von Krankheiten sowie ihre Behandlung bis zur Herstellung und Anwendung von diversen Medikamenten.
Besonders bedeutsam sind unter anderem die Beschreibungen zur Behandlung von infektiösen und nicht-infektiösen Krankheiten wie Krebs und Tuberkulose, die Erläuterungen zum Einfluss von Klima und Umwelt auf die Gesundheit sowie die korrekte Beschreibung der Anatomie des Augapfels. Avicenna war zudem einer der ersten Gelehrten, der Regeln dafür aufstellte, wie ein neues Medikament vor der Verabreichung an einen Patienten getestet werden sollte und den Zusammenhang zwischen den Emotionen eines Menschen und seiner körperlichen Gesundheit erkannte, wobei er auf die positiven körperlichen und psychischen Auswirkungen von Musik auf Menschen stieß.

Ein überregionales Standardwerk

Dieser Kanon wurde zu dem medizinischen Standardwerk überhaupt und beeinflusste in Europa unter anderem die berühmte Schule von Salerno. Dazu trug insbesondere seine lateinische Übersetzung bei, die das Werk für europäische Gelehrte zugänglich machte. Gerhard von Cremona war im 12. Jahrhundert der Erste, der eine solche Übersetzung anfertigte. Daran schloss sich ein Jahrhundert später Natan ha-Meatis hebräische Übersetzung an, die den Text ebenso für jüdische Gelehrte erschloss.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Canon of Medicine
Kanon der Medizin
Canon Medicinae Avicenna
Avicenna's Canon of Medicine
Umfang / Format
1.064 Seiten / 43,5 × 30,5 cm
Herkunft
Italien
Datum
erste Hälfte des 15. Jahrhunderts
Sprache
Buchschmuck
10 ganzseitige Miniaturen und 498 Seiten mit Planzen- und Tiermotiven
Inhalt
1. Band: Theoretische und praktische Grundlagen der Medizin und Anatomie
2. Band: 760 alphabetisch geordnete Heilmittel aus dem Pflanzenreich
3. Band: Krankheiten der einzelnen Organe
4. Band: Krankheiten, die den ganzen Körper betreffen
5. Band: Produkti
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Dominikanerkloster Bologna
Bibliothèque nationale de France

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Das Meisterwerk des Medicus – AyN Ediciones – Ms. 2197 – Biblioteca Universitaria di Bologna (Bologna, Italien)
AyN Ediciones – Madrid, 2002
Limitierung: 995 Exemplare
Detailbild

Das Meisterwerk des Medicus

Uroskopie

Die Untersuchung des Urins eines Patienten war für den mittelalterlichen Arzt das wichtigste Mittel zur Diagnose, eine Praxis, die als Uroskopie bekannt ist. Medizinische Manuskripte enthielten oft ein "Urinrad" mit ca. 20 farblich geordneten Fläschchen mit einer Erklärung, welche Krankheiten dies verursachen könnten. Die gut gekleideten Patienten dieses Arztes stehen mit ihrer Urinprobe Schlange, um ihre Diagnosen zu hören, die öffentlich bekannt gegeben werden. Der erste Patient in Schwarz mit rotem Hut und Strumpfhose zeigt ob der soeben von ärztlicher Seite erhaltenen Diagnose einen deutlich niedergeschlagenen und besorgten Gesichtsausdruck.

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Einzelseite

Das Meisterwerk des Medicus

Behandlung von Robert II. von der Normandie

Der Legende nach wurde Herzog Robert II. der Normandie während des Ersten Kreuzzuges im Kampf durch einen Giftpfeil verwundet. Die Hauptminiatur zeigt ihn bei seiner Rückkehr, als er in Salerno, der Heimat der ersten medizinischen Fakultät Westeuropas, Halt machte und sich behandeln ließ. Die mittelalterliche süditalienische Metropole galt wegen der dort stattfindenden Anwendung des antik-griechischen und römischen Medizinwissens gepaart mit den Einflüssen der arabischen und jüdischen Medizin als eines der Zentrum der europäischen Gesundheitslehre.

Die Ärzte rieten Robert, das Gift aus seiner Wunde zu saugen, was er jedoch ablehnte, da dies den Tod des Täters bedeuten würde. Seine Frau Sibylla beschloss jedoch, ihr eigenes Leben zu opfern, indem sie eines Nachts das Gift aussaugte. Sie ist die nackte, gekrönte Figur, die in einen Sarg gelegt wird, während Robert, gekrönt und rot gekleidet, den Ärzten für ihre Hilfe vor den Stadttoren dankt.

Das Meisterwerk des Medicus – AyN Ediciones – Ms. 2197 – Biblioteca Universitaria di Bologna (Bologna, Italien)
Faksimile-Editionen

#1 Das Meisterwerk des Medicus

AyN Ediciones – Madrid, 2002

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: AyN Ediciones – Madrid, 2002
Limitierung: 995 Exemplare
Einband: Brauner Ledereinband mit reicher Blindprägung, Metallbeschlägen und vier Schließen aus Leder und Metall
Kommentar: 1 Band von Biancastela Antonino, Luis Cifuentes, Laura Miani, Lola Ferre und Javier Docampo
Sprachen: Englisch, Spanisch
Vollständige farbige Wiedergabe des Originals „Das Meisterwerk des Medicus“ in Originalgröße. Das Faksimile bildet Erscheinungsbild, Haptik und physische Merkmale des Originals möglichst originalgetreu nach. Die Seiten sind dem Originalformat entsprechend beschnitten. Der Einband kann vom heutigen Einband des Originals abweichen.
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(3.000€ - 7.000€)
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