De Prospectiva Pingendi

De Prospectiva Pingendi Faksimile

Italien — 1472–1475

Die Kunst der Technik oder die Technik der Kunst: Die neue geometrische Perspektive von Piero della Francesca in 100 Illustrationen

  1. Damit schuf Piero della Francesca, ein renommierter italienischer Künstler, eine neue Basis für die geometrische Perspektive

  2. Der Leser wird durch eine Reihe zunehmend schwierigerer Probleme in die Technik eingeführt

  3. 100 Illustrationen werden von Fragen und Antworten in dem schönen und lehrreichen Manuskript begleitet

De Prospectiva Pingendi

€€ (1.000€ - 3.000€)
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  1. Beschreibung
  2. Einzelseite
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Beschreibung
De Prospectiva Pingendi

De Prospectiva Pingendi oder "Über die Perspektive der Malerei" ist ein Manuskript des großen Künstlers und Mathematikers Piero della Francesca aus dem späten 15. Jahrhundert, das die Verwendung der Perspektive in der Kunst wissenschaftlich betrachtet und auf einfache und unkomplizierte Weise erklärt. Dieses Manuskript ist eines von nur drei Autografen, die von Piero selbst stammen, der nicht nur als Schreiber und Illustrator fungierte, sondern auch Korrekturen vornahm und den Text mit Randbemerkungen versah. Letzteres deutet darauf hin, dass es sich um ein unfertiges Werk handelt. Obgleich das Werk mit einem lateinischen Titel versehen ist, ist der Text in italienischer Sprache verfasst und behandelt die Themen Arithmetik, Algebra und Geometrie im Hinblick auf ihre künstlerische Anwendung. Es ist die einzige Abhandlung, die sich ausschließlich dem Thema der künstlerischen Perspektive widmet, aus der Zeit vor 1500. Dementsprechend galt sie als Vorbild für viele spätere Werke.

De Prospectiva Pingendi

Obwohl die Kunst der Renaissance unter der Prämisse einer Wiederbelebung klassischer Tendenzen entstanden sein mag, entwickelte sie die Kunst der Antike bald weiter, indem sie sowohl die Innovationen der gotischen Kunst aus Nordeuropa als auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse in den Schaffensprozess einbezog. Der daraus resultierende Stil war gleichermaßen schön und realistisch. Die Künstler der Renaissance schienen miteinander zu wetteifern, wer die akkuratesten und naturalistischsten Architekturen, Naturlandschaften und menschlichen Figuren hervorbringen konnte.
Piero della Francesca (ca. 1415–92) versuchte in seinem höchst innovativen Werk zu erklären, wie mathematische Prinzipien auf die Kunst angewandt werden konnten. Der Text war der erste seiner Art, weshalb der Autor und Künstler als einer der Väter der technischen Zeichnung angesehen wird. Er verfasste ihn etwa um 1472–75, das vorliegende Manuskript könnte aber auch erst 1482 entstanden sein. Den theoretischen Text über die Raumgeometrie und die Perspektive, der sich schrittweise an die revolutionäre neue Materie herantastet, illustrieren mehr als 100 technische Diagramme.

Eine behutsame Annäherung

Im Gegensatz zu vielen zeitgenössischen Werken ist Pieros Abhandlung rein mathematischer Natur und enthält keine Allegorien. Es ist in drei Bücher unterteilt: Disegno, Techniken für das Malen von Gesichtern; Commensurazio, das verschiedene Perspektiven beschreibt; Coloro, für die Gestaltung der Perspektive mit Farbe. Diese Struktur basiert auf dem 1435 erschienenen Traktat De pictura von Leon Battista Agnese (1404–72), doch Pieoros Ton ist klarer, nüchterner, praktischer und spezifischer.
Nachdem er sich zunächst mit der Frage beschäftigt hat, was die Perspektive ist, gehen die Texte und die dazugehörigen Diagramme von den grundlegendsten Prinzipien aus und bauen darauf auf, bis die kompliziertesten Techniken klar verstanden sind. Die größte Aufmerksamkeit wird dem zweiten Teil gewidmet, der die Projektion von Flächen, geometrischen Körpern und komplizierteren Volumina wie Körperteilen behandelt und die wissenschaftlichen Grundlagen für deren Darstellung untersucht.

Ein Eckpfeiler der westlichen Kunst

Piero della Francescas praktische Abhandlung war in der Künstlergemeinde sofort ein großer Erfolg und hatte einen nachhaltigen Einfluss auf künftige Künstlergenerationen. Der berühmtere mathematische Text Divina proportione von Luca Pacioli (ca. 1447–1517) diskutiert Pieros Verwendung der Perspektive und plagiiert sie sogar – beide Männer wurden in der toskanischen Stadt Borgo Santo Sepolcro, heute Sansepolcro genannt, geboren. Aufbauend auf diesen Arbeiten schrieb Leonardo da Vinci (1452–1519), ein enger Freund Paciolis, seine Sammlung von Notizbüchern, die allgemein als "Über die Malerei" bezeichnet werden.
Diese wurden von seinem Schüler und Erben, Francesco Melzi (1491–1570), zu einer einzigen Abhandlung, Trattato della pittura, zusammengefasst. Es wurde zuerst 1632 und 1651 in Frankreich veröffentlicht, bevor es in der Vatikanischen Bibliothek wiederentdeckt und 1817 in seiner modernen Form veröffentlicht wurde. So wurden die von Piero della Francesca im späten 15. Jahrhundert eingeführten Prinzipien und Techniken der Perspektive und der Raumgeometrie über zahlreiche andere Werke weitergegeben und waren bis in die Moderne hinein von großer Bedeutung.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Über die Perspektive in der Malerei
On the Perspective for Painting
De la perspective en peinture
Della prospettiva del dipingere
Herkunft
Italien
Datum
1472–1475
Buchschmuck
100 Zeichnungen
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
De Prospectiva Pingendi – Ms. Regg. A 41/2 – Biblioteca Panizzi (Reggio Emilia, Italien) Faksimile
Aboca Museum – Sansepolcro, 2008
Limitierung: 999 Exemplare

De Ludo Scachorum – ms. 7955 – Archivio Coronini Cronberg (Gorizia, Italien) Faksimile
Aboca Museum – Sansepolcro, 2008
Limitierung: Nicht limitiert
Einzelseite

De Prospectiva Pingendi

Ionische Säulen

Das Ionische ist die chronologisch zweite Stilrichtung der klassischen Architektur und zugleich die stilistische Mitte zwischen dem relativ strengen dorischen und dem prächtigen korinthischen Stil. Das Ionische an Säulen ist an den markanten Voluten seiner Kapitelle zu erkennen und hat die Säulen mit dem kleinsten Abstand der drei klassischen Stile.

Die perspektivischen Überlegungen beim Zeichnen einer ionischen Säule werden hier durch die meisterliche Hand von Piero della Francesca kunstvoll illustriert. Die Voluten werden zuerst in einer einfachen Seitenansicht und dann von oben in einer weitaus komplexeren Zeichnung dargestellt, die die Krümmungen der verschiedenen Seiten berücksichtigt. Dies war nötig, da sie in die richtige Perspektive gesetzt werden mussten, um sie auch aus verschiedenen Blickwinkeln gleichmäßig proportioniert erscheinen zu lassen.

De Prospectiva Pingendi (Vorzugsausgabe)
Faksimile-Editionen

#1 De Prospectiva Pingendi (Vorzugsausgabe)

Aboca Museum – Sansepolcro, 2008

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Aboca Museum – Sansepolcro, 2008
Limitierung: 999 Exemplare
Einband: Abgelagerte Buchenholzplatten und Messingschließen mit einem Buchrücken aus Schafsleder Präsentiert mit dem Kommentarband in einer geprägten schwarzen Leinentasche
Kommentar: 1 Band (270 Seiten) von Massimo Mussini und Luigi Grasselli
Sprachen: Englisch, Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€€ (1.000€ - 3.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!

#2 De Prospectiva Pingendi (Studienausgabe)

Aboca Museum – Sansepolcro, 2008

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Aboca Museum – Sansepolcro, 2008
Limitierung: Nicht limitiert
Einband: Mit Leinen bedeckte Hartpappe Mit dem Kommentarband in einem schwarzen Lederschuber mit Goldprägung
Kommentar: 1 Band (270 Seiten) von Massimo Mussini und Luigi Grasselli
Sprachen: Englisch, Italienisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
€ (unter 1.000€)
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