Der Jüngere Eberhard-Kalender

Der Jüngere Eberhard-Kalender – Edition Deuschle – Cod. theol. et phil. 8° 78 – Württembergische Landesbibliothek (Stuttgart, Deutschland)

1468

Ein Fürst im Einklang mit Himmel und Zeit: Für Eberhard im Bart geschaffen, vereint der kostbare Pergamentkalender präzises Sternenwissen, fürstliche Lebensordnung und die Aura seiner Jerusalemfahrt

  1. Im Jahr 1468 eigens für Graf Eberhard im Bart von Württemberg als kostbare deutsche Pergamenthandschrift geschaffen

  2. Kalendarium, astronomisches Wissen und präzise Rechenhilfen zu einem persönlichen fürstlichen Zeitbuch verbunden

  3. Entstanden im Jahr von Eberhards berühmter Jerusalemfahrt und seines Ritterschlags am Heiligen Grab

Der Jüngere Eberhard-Kalender

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Beschreibung
Der Jüngere Eberhard-Kalender

Der 1468 eigens für Graf Eberhard im Bart angefertigte Jüngere Eberhard-Kalender verbindet die Ordnung des Jahres mit dem astronomischen Wissen des späten Mittelalters. Das deutschsprachige Pergamentbuch erschließt wiederkehrende Zeitläufe durch Kalendarium, Zahlen, Zeichen und praktische Hilfsmittel zur Berechnung des Jahres. Damit war es weit mehr als ein Verzeichnis von Tagen: Es machte Kalenderordnung und die Bewegungen des Himmels für den persönlichen Gebrauch nutzbar. Seine Entstehung fällt in jenes Jahr, in dem der junge württembergische Graf nach Jerusalem pilgerte und am Heiligen Grab zum Ritter geschlagen wurde. Ohne selbst ein Reisebericht zu sein, steht der Kalender so an einem prägenden Wendepunkt seines Lebens. Die unmittelbare Verbindung von präzisem Zeitwissen und einem bedeutenden historischen Auftraggeber macht ihn zu einem außergewöhnlichen Zeugnis württembergischer Hofkultur.

Zeitwissen für Graf Eberhard im Bart

Der Jüngere Eberhard-Kalender wurde 1468 eigens für den jungen Grafen Eberhard im Bart von Württemberg angefertigt. Die deutschsprachige Pergamenthandschrift verbindet ein Kalendarium mit astronomischen Angaben und Hilfsmitteln zur Berechnung wiederkehrender Zeitordnungen. Sie war kein Buch zum fortlaufenden Lesen, sondern ein persönliches Instrument zur Orientierung im Lauf von Tagen, Monaten und Jahren.

Der Kalender entstand für einen namentlich bekannten Auftraggeber und erhält dadurch einen ungewöhnlich unmittelbaren historischen Bezug. Das Buch führt in jene höfische Wissenswelt, in der Herrschaft auch bedeutete, Zeit und wiederkehrende Abläufe verlässlich bestimmen zu können.

Das Jahr als berechenbare Ordnung

Ein mittelalterlicher Kalender umfasste weit mehr als eine Abfolge von Daten. Das Sonnenjahr und der Lauf des Mondes folgten unterschiedlichen Rhythmen, die aufeinander abgestimmt werden mussten. Zahlenreihen, Zeichen und Rechenregeln machten solche Zusammenhänge überschaubar und halfen, sich auch über ein einzelnes Jahr hinaus zu orientieren.

Der Jüngere Eberhard-Kalender führt dieses Wissen in knapper, gebrauchsfähiger Form zusammen. Seine Seiten verwandeln die abstrakte Zeitrechnung in eine geordnete Verbindung von Beobachtung, Zahl und praktischer Anwendung. Was heute selbstverständlich erscheint, erforderte im 15. Jahrhundert astronomisches Wissen und sichere Rechenverfahren.

Astronomie für den persönlichen Gebrauch

Die Bewegungen von Sonne und Mond bildeten die Grundlage mittelalterlicher Kalenderkunde. Astronomische Erkenntnisse dienten dabei konkreten Fragen der Zeitbestimmung. Der Kalender macht sichtbar, wie eng Himmelsbeobachtung, Jahresordnung und praktische Planung miteinander verbunden waren.

Gerade die Verbindung verschiedener Angaben verlieh solchen Büchern ihren Wert. Zahlen und Zeichen erschlossen sich aus ihrem Zusammenspiel; wiederkehrende Zyklen ließen sich vergleichen und für neue Jahre anwenden. So bewahrt die Handschrift ein präzises Wissenssystem in der Form eines persönlichen Gebrauchsbuchs.

Gelehrtes Wissen in deutscher Sprache

Bemerkenswert ist die Verwendung des Deutschen. Kalenderkundliches und astronomisches Wissen wurde nicht ausschließlich in der lateinischen Sprache der Universitäten und Geistlichen vermittelt, sondern für einen weltlichen Fürsten in der Volkssprache aufbereitet. Damit steht das Buch für eine Entwicklung, in der fachliches Wissen auch außerhalb enger gelehrter Kreise zugänglich wurde.

Die sorgfältige Anlage auf Pergament unterstreicht den Rang des Empfängers. Schrift, Zahlen und kalendarische Zeichen verbinden sich zu einer zurückhaltenden, aber anspruchsvollen Gestaltung. Nützlichkeit und fürstliche Repräsentation prägen gemeinsam den Charakter der Handschrift.

Ein Buch aus einem entscheidenden Lebensjahr

Das Entstehungsjahr 1468 war für Eberhard im Bart von besonderer Bedeutung. In diesem Jahr unternahm er seine Pilgerfahrt nach Jerusalem und wurde am 12. Juli in der Grabeskirche zum Ritter vom Heiligen Grab geschlagen. Der Kalender berichtet nicht von dieser Reise; seine Datierung stellt ihn jedoch unmittelbar neben eines der prägenden Ereignisse in Eberhards Biografie.

Später wurde Eberhard zum ersten Herzog von Württemberg und gründete 1477 die Universität Tübingen. Der Kalender gehört damit zur frühen persönlichen Buchkultur eines Herrschers, dessen Name dauerhaft mit Bildung verbunden blieb. Als für ihn geschaffenes Zeitbuch aus dem Jahr seiner Jerusalemfahrt vereint die Handschrift astronomische Ordnung, praktisches Wissen und historische Nähe.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Der Jüngere Eberhard-Kalender: Eine 1468 für Graf Eberhard im Bart von Württemberg angefertigte Pergamenthandschrift
The Younger Eberhard Calendar
Umfang / Format
120 Seiten / 13,0 × 9,5 cm
Datum
1468
Stil
Sprache
Auftraggeber
Graf Eberhard im Bart von Württemberg
Faksimile-Editionen

#1 Der Jüngere Eberhard-Kalender: Eine 1468 für Graf Eberhard im Bart von Württemberg angefertigte Pergamenthandschrift

Edition Deuschle – Süßen, 1986

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Edition Deuschle – Süßen, 1986
Einband: Leinenkassette
Kommentar: 1 Band (13 S.) von Wolfgang Irtenkauf und Ingeborg Krekler
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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