Ein Meisterwerk aus dem berühmten Skriptorium in Echternach: Pastellfarbene Miniaturen und goldene Initialen in einer wunderschönen Prachthandschrift

Echternacher Evangelistar

Abtei von Echternach (Luxemburg) — Um 1030

Echternacher Evangelistar

Echternacher Evangelistar

Abtei von Echternach (Luxemburg) — Um 1030

  1. Evangelienhandschrift aus der berühmten Abtei Echternach in handlichem Format

  2. 41 goldgeschmückte Miniaturen in einprägsamen Farben und 13 prächtige Initialzierseiten zeugen von Einflüssen aus der Spätantike, Byzanz und karolingischer Kunst

  3. Erster Bilderzyklus zur Geschichte des Heiligen Stephanus: Mittelalterliche Grabungsarbeiten mit Hacke und Spaten

Echternacher Evangelistar

Echternacher Evangelistar

Incipit-Seite: Mk 16

Große Initialen mit aufwändigem Flechtwerk und mit großzügiger Verwendung von Blattgold sind ein Charakteristikum der illuminierten Handschriften der Ottonen. Diese schöne M-Initiale wird durch den starken Kontrast zum violetten Hintergrund umso auffälliger und führt die Entdeckung des leeren Grabes Christi durch drei seiner Jüngerinnen ein. „Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.“ (Mk 16, 1)

Echternacher Evangelistar

Alternativ-Titel:
  • Echternach Pericopes
Echternacher Evangelistar – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
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Echternacher Evangelistar – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Das Echternacher Evangelistar stammt aus dem Skriptorium des salischen Hausklosters Echternach und ist etwa 1030 entstanden. Es ist der prachtvollste und kostbarste Codex der berühmten Abtei und beinhaltet lithurgische Texte der vier Evangelien, geordnet nach den Festen des Kirchenjahres. Ausgestattet ist dieses Meisterwerk der Buchkunst mit zahlreichen wunderbaren Malereien, die geschmückt sind mit Gold, Purpur, Seide und den hochwertigsten Farben.

Echternacher Evangelistar

Die salische Abtei Echternach, deren Geschichte bis ins Jahr 690 zurückgeht, verfügte im elften Jahrhundert über eines der berühmtesten Skriptorien der mittelalterlichen Welt und über die wohl prunkvollste Bibliothek des Abendlandes. Ein Prachtstück, das seinen Ursprung in dieser Schreibwerkstatt hat, ist das Echternacher Evangelistar. Das Werk ist eine Sammlung von Textausschnitten der Evangelien, die nach den Festen des Kirchenjahres geordnet sind und für die Lesung im Gottesdienst bestimmt waren. Auf 155 in kostbarster Art und Weise verzierten Seiten sind die heiligen Geschichten in Wort und Bild festgehalten.

Der salische Buchschatz

Das Echternacher Evangelistar ist wohl um 1030 entstanden. Zu dieser Zeit befand sich das Skriptorium des salischen Hausklosters in seiner schaffensreichsten Periode. Das Werk ist wohl nicht auf einen speziellen Auftrag hin entstanden, viel eher wollten die Mönche der Abtei mit dem luxuriös ausgestatteten Codex ihr künstlerisches Können unter Beweis stellen und haben sich so einen Platz in der höchsten Riege der abendländischen Buchkunst gesichert. Heute befindet sich die Prachthandschrift in der royalen Bibliothek von Belgien in Brüssel.

Ein Feuerwerk der Buchillustration

Für die zahlreichen Verzierungen der Handschrift haben die Echternacher Mönche weder Kosten noch Mühen gescheut. Das Werk beginnt mit einem wahrhaften Meisterwerk der Miniaturmalerei. Eine ganzseitige Darstellung der Majestas Domini, das beliebte Bildschemas Jesu Christi auf seinem Thron, umgeben von den vier Evangelistensymbolen, wurde in entzückend einfacher Farbwahl auf königlich purpurnen und goldenen Grund gemalt. Auf dieses Kunstwerk folgen die vier Evangelistenporträts und einige Darstellungen weiterer Heiliger, bei denen ebenfalls nicht an luxuriösen Goldelementen gespart wurde. Insgesamt finden sich 41 goldgeschmückte Illustrationen, 13 reich ausgestattete Textzierseiten und über 250 mehrzeilige schwungvolle Initialen im Codex wieder.

Originale aus Echternach

Nicht nur die beeindruckend kostbaren Materialien, die gewählt wurden, sondern auch der aufregend neue Stil der Buchmalereien machen das Evangelistar kunstgeschichtlich besonders interessant. Die Darstellungen mögen auf den ersten Blick recht einfach anmuten, jedoch erkennt man nach längerer Betrachtung die verschiedensten Einflüsse, die die Echternacher Mönche in ihren Miniaturen miteinander kombiniert haben. Spätantike, byzantinische und karolingische Vorbilder dienten ihnen dabei, aber auch von der Malkunst ihrer Gegenwart ließen sie sich inspirieren. Heraus kam eine unverwechselbare Sammlung bewegender Bilder des Lebens Jesu Christi, die Szenen zeigen, welche so noch nie zuvor dargestellt waren.

Neue Bildergeschichten, die zu begeistern wissen

Einige Details des Werkes sind besonders hervorzuheben, da sie sozusagen eine Revolution des klösterlichen Schreibhandwerks markieren. Die Verkündigung an die Hirten ist eine dieser Besonderheiten. Nicht wie bisher üblich wurde diese Szene als Teil der Geburt Christi behandelt, sondern man stellte sie als einzelne, großflächige und in sich geschlossene Miniatur dar. Leuchtende Farben wurden gewählt, die in hervorragendster Weise mit einer goldenen Umrahmung zusammenspielen. Desweiteren findet sich ein erstmaliger Bilderzyklus zur Geschichte des Heiligen Stephanus wieder, welcher die Grabungsarbeiten des einfachen Volkes darstellt, wo sonst lediglich das Suchen und finden der Gebeine des Märtyrers thematisiert wurde. Erstaunlich genaue Bilder zeigen Arbeiter mit Hacke und Spaten, Winzer, die für ihre Dienste mit Goldstücken bezahlt wurden und weitere alltäglich Szenen des mittelalterlichen Lebens, die zuvor nie als darstellenswert betrachtet wurden. Mit dieser ausufernden Erzählvielfalt und diesem Bilderreichtum schafft es das Echternacher Evangelistar, seine Betrachter noch heute zu begeistern.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Echternach Pericopes
Umfang / Format
310 Seiten / 20,5 x 14,7 cm
Datum
Um 1030
Sprache
Buchschmuck
41 meist ganzseitige Miniaturen, 13 großzügig ausgestattete Textseiten und mehr als 250 aufwändig verzierte Goldinitialen
Echternacher Evangelistar

Echternacher Evangelistar

Christus in seiner Herrlichkeit

Die sogenannte Maiestas Domini-Darstellung ist eines der beliebtesten Motive in der westchristlichen Kunst. Nach dem Vorbild des römischen Kaisers wird Christus immer thronend dargestellt, eingerahmt von einer Mandorla und flankiert von anderen Heiligenfiguren, in diesem Fall den Symbolen der vier Evangelisten. Dieses Bild ist das Titelbild eines der größten Werke aus Echternach.

Gemalt in den königlichen Farben Lila und Gold, ist es ein wahres Meisterwerk. Obwohl er sitzt, lässt der polierte goldene Hintergrund Christus so erscheinen, als schwebe er leicht über seinem Sitz mit den Symbolen von Alpha und Omega, die über seinen Schultern kaum sichtbar sind. Sein durchdringender Blick schaut schon fast durch den Betrachter, nicht nur auf ihn. Das kraftvolle Bild vermittelt ein zeitloses, raumloses Gefühl, in dem man der ewigen Natur Gottes nahekommt.

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Echternacher Evangelistar“

Echternacher Evangelistar
Echternacher Evangelistar – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
Echternacher Evangelistar – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
Echternacher Evangelistar – ms. 9428 – Bibliothèque royale de Belgique (Brüssel, Belgien)
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Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 2006 / 2007
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Das Faksimile wird von einer getreuen Replik des heutigen Einbands geschützt, einem Halblederband mit Deckeln aus massivem Eichenholz und einer Schließe aus Messing. Eine edle Holzkassette präsentiert Faksimileband und Kommentar. Im Deckel der Kassette ist ein aufwendiges Replikat einer Schnitzarbeit aus Bein mit kunstvoll durchbrochenen, teilweise bemalten Schmuckplatten eingelassen. Dieses heute in der Erzabtei St. Peter in Salzburg verwahrte Kunstwerk schmückt den Einband eines Evangeliars aus der Salierzeit aus dem 12. Jahrhundert und bietet damit die passende Hülle für das Echternacher Evangelistar.
Kommentar
1 Band (376 Seiten) von Anton von Euw, Bernard Bousmanne und Martina Pippal
Sprachen: Französisch, Deutsch
Mehr Informationen
Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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