Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Abtei von Echternach (Luxemburg) — 1020–1050

Geschaffen im Auftrag Theophanus, geschmückt mit einem atemberaubenden Prunkeinband, ganz in Gold geschrieben: Die vielleicht prächtigste und schönste Handschrift aller Zeiten

  1. Der "Codex Aureus" von Echternach ist eines der schönsten mittelalterlichen Bücher überhaupt

  2. Der großformatige Codex ist vollständig in Goldtinte geschrieben und mit 64 herrlichen Miniatur- und Purpurseiten versehen

  3. Der vergoldete Originaldeckel zeigt Edelsteine, Emailarbeiten und eine Elfenbeinplatte mit der Darstellung der Kreuzigung

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Preiskategorie: €€€€€ (über 10.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!
  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (3)
Beschreibung
Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Der Codex Aureus Epternacensis (Goldenes Evangelienbuch von Echternach) gehört zu den schönsten Büchern, die bis in unsere Zeit erhalten geblieben sind. Der Codex ist komplett mit Goldtinte geschrieben und mit 64 prächtigen Miniaturen- und Purpurseiten versehen.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Das Evangelienbuch ist ein Werk von unvorstellbarer Pracht, verschwenderisch in seinem Reichtum an Bildmotiven, an herrlichen Ornamenten und farbenprächtigen szenischen Darstellungen zum biblischen Geschehen. Schon allein die Größe der Pergamentseiten (31 x 44 cm) verrät die Bedeutung, die diesem Buch als Repräsentationsobjekt zukam. In 64 ganzseitigen Miniaturen und Schrifttafeln, in Hunderten von kostbaren Initialen zeigt die Echternacher Malschule ihr einzigartiges Können in voller Blüte. Silbertöne und kaiserlicher Purpur steigern den Eindruck voller Würde. Seinen Namen erhielt der Codex Aureus durch die nahezu verschwenderische Verwendung von Gold auf fast allen Seiten.

Das Kloster in Echternach und der Heilige Willibrord

Die Benediktinerabtei Sankt-Willibrord im luxemburgischen Echternach hatte ihren Namen von ihrem Gründer, einem ** angelsächsisch Wandermönch**, der im Jahr 658 in Northumbrien geboren wurde. Als er 81 Jahre später in Echternach starb, hatte Willibrord längst den Grundstein dazu gelegt, dass Echternach eines der - viele sagen DAS führende Reichsskriptorium auf dem Kontinent beherbergte. Im 11. Jahrhundert ernannten es die herrschenden Salier zu ihrem Hofatelier. Geschätzte 100 prachtvolle und goldene Bilderhandschriften wurden in diesem Jahrhundert in Echternach hergestellt: Das Echternacher Sakramentar, das Echternacher Evangelistar, das Perikopenbuch Heinrichs III., das Salische Kaiserevangeliar… Keines allerdings ist so schön und so berühmt wie das Goldene Evangelienbuch - der Codex Aureus Epternacensis.

Wunderschöner Text

Von besonderer Schönheit sind die Pergamentseiten, auf denen die Texte der Evangelien in reinem Gold, dem Symbol des Lichts und der Erleuchtung, niedergeschrieben sind. Der Text selbst erscheint in zwei Kolumnen; er ist belebt von kleinen Initialen in Gold oder größeren Buchstaben, die von Flechtwerk durchsetzt sind. Als Ornament dienen häufig menschliche Gestalten, Vögel und Säulen. Um einzelne Textstellen besonders zu betonen, malte man Initialbuchstaben, die über eine ganze Spalte reichen.

Ein Blick in den Alltag

Der große Bilderzyklus zum Neuen Testament erscheint in vier Teilen, von denen je einer dem jeweiligen Beginn der Evangelientexte vorangestellt ist. In diesen wird das biblische Geschehen mit einer Fülle lebendiger Einzelheiten dargestellt. Auf sechzehn Seiten der Handschrift sind in je drei untereinander stehenden Zonen weit über hundert Einzeldarstellungen ausgebreitet. Jeder der vier Teile umfasst einen Zeitabschnitt des Lebens Christi auf Erden. Die Treue zum Bibeltext ist immer bis ins kleinste Detail gewahrt. Alle Bilder sind ein Spiegel des Mittelalters. Der Codex Aureus stellt damit eine, im Vergleich zu den schriftlichen Texten, unerschöpfliche Quelle zur Erforschung des mittelalterlichen Alltagslebens dar.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Aureus Epternacensis
Codex Aureus of Echternach
Golden Gospels of Echternach
Umfang / Format
272 Seiten / 44,5 × 31,0 cm
Herkunft
Luxemburg
Datum
1020–1050
Stil
Sprache
Buchschmuck
64 Prunkseiten, darunter 16 ganzseitige Miniaturen mit jeweils 3 Bildstreifen, 4 Evangelisten-Portraits und Majestas Domini, 10 Kanontafeln, 9 ganzseiteige, 16 halbseitige und 503 kleinere Gold- und Silberinitialen, gesamter Text mit Goldtinte geschrieben
Auftraggeber
Wohl Abt Humbert von Echternach (1018–1051), Prunkdeckel in Auftrag von Kaiser Otto III. (980–1002) und seiner Mutter Theophanu (960–991)
Vorbesitzer
Der Codex verblieb bis zur Französischen Revolution in Echternach. Als die Abtei 1795/1796 geschlossen wurde, gelangte er über Mainz nach Erfurt, wo er 1801 von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Altenburg (1745–1804) erworben wurde. Danach wurde er in das Haus Coburg-Gotha vererbt, welches ihn 1955 aus finanziellen Gründen an das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg abgab.

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)
Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 250 Exemplare

Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Normalausgabe)
Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 850 Exemplare

Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Coron-Ausgabe)
Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 150 Exemplare
Detailbild

Goldenes Evangelienbuch von Echternach

Aufbau einer Kantontafel

Die Evangelien von Matthäus, Markus und Lukas werden nebeneinander unter drei Bögen präsentiert, um den Leser bei seinen religiösen Studien zu unterstützen - dies sind die von Eusebius von Cäsarea geschaffenen Kanontafeln. Auf vier Säulen mit kunstvollen Kapitellen ruhend, ist dieses kunstvolle Gebälk ein Beispiel für die ottonische Buchmalerei und insbesondere für das Skriptorium des Klosters Echternach. Es verwendet nur die feinsten Pigmente und schimmerndes Blattgold, allesamt ausgeführt von einigen der besten Buchmaler der Epoche.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Vorzugsausgabe)
Einzelseite

Codex Aureus von Echternach

Einband – Kreuzigung

Dieser spätottonische Prunkeinband ist wohl der wertvollste, der das Mittelalter überlebt hat. Er ist ungefähr 50 Jahre älter als das eigentliche Manuskript und dürfte seinen Ursprung in Trier haben. Ein Elfenbeinrelief in der Mitte zeigt die Kreuzigungsszene, die ursprünglich mit Blau und Grün bemalt war, wovon heute aber nur noch Spuren vorhanden sind.

Vier goldene Tafeln im Repousségoldrelief zeigen die vier Evangelisten und ihre Symbole mit verschieden gestaltetem Hintergrund. Weitere Persönlichkeiten sind Kaiser Otto III. (980–1002) und seine byzantinische Mutter Theophanu sowie die Jungfrau Maria, der heilige Petrus und vier Heilige des Klosters Echternach. Sie werden von einem Band unterteilt, das aus mit Edelsteinen besetztem, filigranem Gold, Emaille und dünneren Goldbändern mit kleinen Perlenketten besteht.

Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Vorzugsausgabe)
Faksimile-Editionen

#1 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Vorzugsausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland)
Goldenes Evangelienbuch von Echternach – Hs. 156 142 – Germanisches Nationalmuseum (Nürnberg, Deutschland) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 250 Exemplare
Einband: Prunkeinband mit Elfenbeinrelief in der Deckelmitte, Ornamentbänder aus Emailplättchen und Edelsteinen sowie die Perlenreihen in den Eckdiagonalen. Zwischen den Emailplättchen sind 48 größere Halbedel- und Schmucksteine in Fassungen aus Goldfiligran eingelassen. Jeder Edelstein ist von vier herz- oder tropfenförmigen Schmucksteinen begleitet. Die seidenbezogene Rückseite ist durch fünf vergoldete Beschläge gegliedert.
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: €€€€€ (über 10.000€)
Ausgabe bei uns verfügbar
Preis: Hier anmelden!

#2 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Normalausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Normalausgabe)
Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Normalausgabe) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 850 Exemplare
Einband: Einband in purpur/grün eingefärbter Seide und mit vergoldeten Beschlägen
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.

#3 Goldenes Evangelienbuch von Echternach (Coron-Ausgabe)

Müller & Schindler – Frankfurt, 1982

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Müller & Schindler – Frankfurt, 1982
Limitierung: 150 Exemplare
Einband: Einband in purpur/grün eingefärbter Seide und mit vergoldeten Beschlägen Lederüberzogene Kork-Kassette, auf dem Deckel Elfenbein-Intarsie mit Kreuzigungsszene, sowie vergoldete Metallbordüren mit Edelstein-, Perl- und Email-Einlagen
Kommentar: 1 Band von Rainer Kahsnitz und Elisabeth Rücker
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Das könnte Sie auch interessieren:
Bibel des Federico da Montefeltro
Bibel des Federico da Montefeltro
Florenz (Italien) – 1476–1478

Ein riesiges, zweibändiges Meisterwerk mit grandiosen Gemäldeminiaturen: Die Prachtbibel für einen der reichsten Fürsten der italienischen Renaissance

Erfahren Sie mehr
Kreuzritterbibel Ludwigs des Heiligen
Kreuzritterbibel Ludwigs des Heiligen
Paris (Frankreich) – Um 1250

Von König Ludwig den Heiligen über den Schah von Persien nach New York: Eine der am schönsten illuminierten und berühmtesten Handschriften des Mittelalters

Erfahren Sie mehr
Lesenswerte Blog-Artikel
Filterauswahl
Verlag