Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren

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Deutschland — 1514–1515

Politische Macht, künstlerische Elite und religiöse wie weltliche Motive vereint im Gebetbuch des Kaisers: Ein Schatz der deutschen Renaissance zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit den wohl schönsten Federzeichnungen der Zeit

  1. Dieses Gebetbuch soll Kaiser Maximilian I. (1459-1518) gehört haben

  2. Der gedruckte Text ist umgeben von einigen der schönsten Federzeichnungen der damaligen Zeit

  3. Sie wurden von Albrecht Dürer (1471-1528) und Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) hinzugefügt

Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren

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  1. Beschreibung
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Beschreibung
Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren

Dieses prachtvolle Gebetbuch wurde 1513 in einer limitierten Auflage von zehn Exemplaren für Kaiser Maximilian I. oder einige seiner engsten Vertrauten auf Pergament gedruckt. Die erlesene Ausgabe wurde so gestaltet, dass sie wie eine Handschrift wirkt und tatsächlich von Hand gemalte Initialen den gedruckten Text schmücken, für den eine frühe Form der Fraktur verwendet wurde. Eines der Exemplare, von dem man annimmt, dass es dem Kaiser selbst gehört hat, war am Rand mit Feder- und Tuschezeichnungen von einigen der besten Meister der Zeit versehen. Ein Teil dieser Handschrift, der sich heute in München befindet, zeigt außerordentlich detaillierte und kunstvolle Zeichnungen im Grisaille-Stil von niemandem Geringeren als den berühmten deutschen Renaissancemeistern Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren. Neben prachtvollen wie auch erschreckenden biblischen Szenen ziert eine unglaubliche Vielfalt an weltlichen Motiven die Ränder dieses faszinierenden Gesamtkunstwerkes.

Albrecht Dürers und Lucas Cranachs Randzeichnungen im Gebetbuch Kaiser Maximilians I.

Das Gebetbuch Kaiser Maximilians I. ist ein lateinischer Text, der 1513 von dem kaiserlichen Hofdrucker Johann Schönsperger d. Ä. (ca. 1455-1521) in Augsburg herausgegeben wurde. Es handelt sich um eine Pergamentausgabe von nur zehn Exemplaren, die entweder für den persönlichen Gebrauch von Kaiser Maximilian I. (1459-1518) selbst, von Mitgliedern des St.-Georgs-Ordens oder von Personen, die dem Kaiser sehr nahe standen, bestimmt war. Das Exemplar ist berühmt auf Grund seiner ornamentalen Typographie mit einer frühen Version der Frakturschrift. Eines der Exemplare wurde zusätzlich um das Jahr 1515 mit Randzeichnungen führender Künstler der Zeit geschmückt. Für wen dieses besondere Exemplar bestimmt war, konnte bis heute nicht ganz geklärt werden, aber die Forschung geht allgemein davon aus, dass es für Maximilian I. angefertigt wurde. Das kostbare Buch wurde zu einem unbekannten Zeitpunkt geteilt, wobei ein Teil nach Besançon und der andere gegen 1599 nach München gelangte. Das Münchner Exemplar ist berühmt für seine unglaublichen Randzeichnungen von zweien der bedeutendsten Künstler der deutschen Renaissance: Albrecht Dürer (1471-1528) und Lucas Cranach der Ältere (1472-1553).

Grisaille-Meisterwerke an den Rändern

Die Feder- und Tuschezeichnungen sind monochrom, entweder schwarz, rot oder blau, und bedienen sich meisterhaft der Grisaille-Technik, die Details nur mittels Schattierungen und Abstufungen der verwendeten Farbe hervorheben kann. Neben religiösen Bildern, wie man sie in einem Gebetbuch erwarten würde, gibt es auch zahlreiche weltliche Szenen, darunter Ärzte und Musiker, seltsam gekleidete Fremde, Flora und Fauna, hybride Kreaturen und andere Grotesken sowie verschiedene Schlachtszenen. Die Liebe zum Detail und die meisterhafte Ausführung der Kunstwerke ist umso beeindruckender, wenn man bedenkt, dass sie nur auf dem begrenzten Raum um den Text herum ausgeführt werden konnten, der vom Rubrikator ursprünglich nicht für solche Ausschmückungen vorgesehen war. Nichtsdestoweniger sind diese meisterhaften Zeichnungen aus der Hand von Dürer und Cranach ein Zeugnis für das Genie von zwei der größten Renaissance-Künstler nördlich der Alpen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Albrecht Dürers und Lukas Cranachs Randzeichnungen zum Gebetbuche Kaiser Maximilians I in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München
Maximilian I Prayer Book
Albrecht Dürer's and Lucas Cranach's Marginal Drawings in the Prayer Book of Emperor Maximilian I
Prayer Book of Emperor Maximilian I with Albrecht Dürer's and Lucas Cranach's Marginal Drawings
Herkunft
Deutschland
Datum
1514–1515
Sprache
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Kaiser Maximilian I.
Detailbild

Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren

Kämpfende Böcke

Während der Brunft, der Paarungszeit verschiedener Wiederkäuer, zu denen auch die Hirsche zählen, erleben die Männchen einen Anstieg des Testosterons, der sie nicht nur dazu antreibt, Weibchen zu finden, um sich mit ihnen zu paaren, sondern auch dazu, sich gegenseitig zu bekämpfen. Das Geweih dient in erster Linie dem Kampf gegen andere Böcke und nicht gegen Raubtiere, denen die Hirsche auf ihren flinken Beinen leicht entkommen können. Dieses Bild eines jungen Bocks, der einen älteren herausfordert, ist das Werk von Lucas Cranach dem Älteren, der eine geflügelte Schlange mit einem Rubinring als Signatur verwendete (hier nicht abgebildet).

Albrecht Dürers und Lukas Cranachs Randzeichnungen zum Gebetbuche Kaiser Maximilians I in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München
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Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren

Pater Noster

Bei diesem Gebet handelt es sich nicht um den Standardtext des Vaterunsers, sondern um das Memento comprehensionis et temptationis tuae. Die prächtigen Randzeichnungen von der Hand Albrecht Dürers, dessen bedeutungsreiches Monogramm kaum sichtbar unter dem Fuchs entdeckt werden will, täuschen jedoch eindeutig die berühmte Zeile "Führe uns nicht in Versuchung" vor:

Ein reich gekleideter und mit einer Hellebarde bewaffneter Landsknecht sieht zu, wie ein Fuchs mit seinem Flötenspiel Hühner anlockt. Papst Gregor I. erklärte den Hahn zum Emblem des Christentums, und Papst Nikolaus I. erklärte, dass die Figur des Hahns auf jedem Kirchturm angebracht werden sollte. Der Hahn symbolisiert insbesondere die christliche Wachsamkeit, da er den Morgen ankündigt und den Teufel und seine Dämonen vertreibt.

Albrecht Dürers und Lukas Cranachs Randzeichnungen zum Gebetbuche Kaiser Maximilians I in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München
Faksimile-Editionen

#1 Albrecht Dürers und Lukas Cranachs Randzeichnungen zum Gebetbuche Kaiser Maximilians I in der Bayerischen Staatsbibliothek zu München

Prestel Verlag – 1987
Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älterern – 2 L.impr.membr. 64 / 67633 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland) / Bibliothèque Municipale (Besançon, Frankreich)  Faksimile
Gebetbuch Kaiser Maximilians mit den Randzeichnungen von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älterern – 2 L.impr.membr. 64 / 67633 – Bayerische Staatsbibliothek (München, Deutschland) / Bibliothèque Municipale (Besançon, Frankreich) Faksimile Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Prestel Verlag – 1987
Kommentar: 1 Band
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion von 58 ausgewählten Seiten des Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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