Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

Nürnberg (Deutschland) — 1511

Ausgestattet mit 36 meisterlichen Holzschnitten: Eine von Albrecht Dürers erfolgreichsten Arbeiten zu einem der populärsten Passionstexte aller Zeiten

  1. Veröffentlicht im Jahr 1511 von Albrecht Dürer ( 1471–1528), dem bedeutendsten Künstler der deutschen Renaissance (1471–1528)

  2. Ein derart erfolgreicher Bestseller des 16. Jahrhunderts, das er oft nachgedruckt werden musste

  3. Ausgestattet mit 36 Holzschnitten, die als Inspiration für andere Werke dienten, etwa dem Golf Stundenbuch von Simon Bening (ca. 1483–1561)

Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
  4. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

Albrecht Dürer war nicht nur ein brillanter Künstler, sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann, der erkannte, dass er mit seinen Holzschnitten, die für ein breites Publikum herausgegeben werden konnten, mehr Geld verdienen konnte als mit Aufträgen für einzelne Gemälde. Einer seiner größten kommerziellen Erfolge war die sogenannte Kleine Passion, die 1511 von Hieronymous Höltzel in Nürnberg herausgegeben wurde. Der Codex besteht aus 36 meisterhaften Holzschnitten und einem Titelblatt ohne jeden Text. Die Popularität von Dürers Werk erforderte den Druck zahlreicher Auflagen und zeugt von der religiösen Bedeutung der Passion im Spätmittelalter und ihrer späteren Beliebtheit als künstlerisches Sujet.

Albrecht Dürer – Kleine xylographische Passion

Vom größten Künstler der deutschen Renaissance stammt dieses beeindruckende Werk zur Passion Christi. 1511 gab Albrecht Dürer seine Holzschnitt-Folge der sogenannten Kleinen Passion als Buch heraus, gedruckt in Nürnberg bei Hieronymus Höltzel. Albrecht Dürer schuf mit seiner Passion ein großartiges Zeugnis der Passionsfrömmigkeit des Spätmittelalters und ein bedeutendes Werk der Kunstgeschichte, das bis heute nicht von seiner Faszination eingebüßt hat.

Der größte Künstler der deutschen Renaissance

1505 bis 1507 war Albrecht Dürer auf großer Italienreise unterwegs und sammelte im gelobten Land der Renaissance prägende Eindrücke für seine eigene Kunst. Zurück aus Italien, beschäftigte er sich mit religiösen Sujets wie dem Marienleben, der Passion und der Apokalypse. Im Jahr 1511 schließlich gab Dürer dazu vier religiöse Holzschnittfolgen in Buchform heraus, unter anderem die berühmte Kleine Passion. Dieses Buch mit 37 ganzseitigen Holzschnitten hat, wie der Titel schon verrät, die Leidensgeschichte Christi zum Thema.

Ein Wahrer Bestseller

Damit passt das Werk in seine Zeit des Spätmittelalters, als die Passionsfrömmigkeit weit verbreitet und die Passion ein populäres Thema auch der Kunst war. In der privaten Andacht und im Gebet sollte sich der Gläubige, mit den eindringlichen Bildern direkt vor Augen, in der sogenannten „compassio“ in das Leiden Christi versenken und es unmittelbar nachempfinden. Aufgrund der großen Popularität des Themas war auch und besonders die Kleine Passion Dürers ein wahrer Verkaufsschlager und wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein immer wieder nachgedruckt.

Das Leiden Christi in großartigen Bildern

36 Holzschnitte und ein Titelblatt bringen dem Betrachter die Leidensgeschichte Christi näher. Albrecht Dürer, der schon seinen Zeitgenossen besonders als hochtalentierter Graphik-Künstler bekannt war (besonders seit der Holzschnitt-Folge der Apokalypse von 1498), folgte dabei der traditionellen Ikonographie, brachte jedoch seinen unverwechselbaren und perfektionierten Stil zum Ausdruck. Die Folge beginnt mit dem Sündenfall und der Vertreibung aus dem Paradies. Erst dann kommt die eigentliche Passion bis zum Tod Christi und der Auferstehung und Himmelfahrt. Außerdem fügte Dürer seiner Folge einige Szenen aus der Genesis und zur Kindheit Christi bei. Als letztes Blatt der Folge dient die Szene mit dem Jüngsten Gericht.

Ein modernes Buch um 1500

Die Holzschnitte (auch Xylographie genannt) mit den bildlichen Darstellungen befinden sich im gedruckten Buch jeweils auf der rechten Seite. Die Holzschnitte der Kleinen Passion haben ein Format von 127 x 98 mm (im Vergleich zur „Großen Passion“ mit den Maßen 400 x 300 mm). Die große Popularität des Werkes führte dazu, dass die Holzschnittfolge 1612 auch in Venedig mit italienischem Text erschien.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Albrecht Dürer - Small Xilographic Passion - Nuremberg, 1511
Albrecht Dürer - La Piccola Passione xilografica - Norimberga, 1511
Umfang / Format
84 Seiten / 21,0 × 15,0 cm
Datum
1511
Sprache
Buchschmuck
36 Holzschnitte, sowie Titelseite
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511 – Privatsammlung
Il Bulino, edizioni d'arte – Modena, 2011
Limitierung: 199 Exemplare + 26 Exemplare (A bis Z)
Detailbild

Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

Die Auferstehung

Noch im Grabgewand und mit einem Kreuzstab in der Hand, auf dem eine Fahne dramatisch im Wind weht, steigt Christus nach drei Tagen in voller Pracht aus seinem Grab. Auf der rechten Seite versucht ein mit einer Hellebarde bewaffneter Wächter, seine Augen vor dem hinter dem Haupt Christi auftauchenden Sonnenstrahlen zu schützen, während auf der linken Seite in der Ferne die Heiligen Drei Könige in Sonnenlicht getaucht dargestellt sind, während sie sich auf den Weg zum Grab machen. Das dicht konzipierte Bild arbeitet mit sich überlagernden Formen und starken Kontrasten.

Albrecht Dürer - La Piccola Passione xilografica - Norimberga 1511
Einzelseite

Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511

Die Geißelung Christi

Eine der bedeutungsvollsten Szenen der Passion wird hier von Albrecht Dürer (1471–1528) in einem deutlichen Kontrast aus meisterhafter Architektur und grausamen Gesichtern dargeboten. Der bis zur Taille entblößte Christus ist an eine Säule gebunden, während zwei Soldaten ihn geißeln. Sie haben sich ihrer Rüstungen entledigt, um von ihnen nicht behindert zu werden. Reich gekleidete Pharisäer schauen mit verschränkten Armen diesem Treiben zu.

Christus, im Profil dargestellt, scheint geradezu ruhig und gelassen, aber die Gesichter der Folterknechte und deren dunkle Augen sind grotesk, ja dämonisch. Die Perfektion der architektonischen Perspektive steht im krassen Gegensatz zu der wilden Erscheinung der Peiniger Christi. Ein dritter Soldat, der im Profil am linken Rand mit affenähnlichen Gesichtszügen dargestellt ist, weist auf Dürers symbolisches „AD“ -Monogramm hin, das zu Füßen Christi eingraviert ist. Dies mag gleichfalls als Schuld des Künstlers und mit ihm aller Sünder am Leiden des Erlösers verstanden werden.

Albrecht Dürer - La Piccola Passione xilografica - Norimberga 1511
Faksimile-Editionen

#1 Albrecht Dürer - La Piccola Passione xilografica - Norimberga 1511

Il Bulino, edizioni d'arte – Modena, 2011
Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511 – Privatsammlung
Albrecht Dürer - Kleine xylographische Passion - Nürnberg, 1511 – Privatsammlung Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Il Bulino, edizioni d'arte – Modena, 2011
Limitierung: 199 Exemplare + 26 Exemplare (A bis Z)
Einband: Leder mit Goldprägung. Ein mit brauner Seide bezogener Schuber beherbergt sowohl Faksimile als auch Kommentar.
Kommentar: 1 Band von Mauro Bini
Sprache: Italienisch
Faksimile: 1 Band Teilfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Dies ist ein Faksimile eines seltenen Exemplars eines Probedrucks des 16. Jahrhunderts aus einer Privatsammlung. Es präsentiert alle Stiche ohne den Text von Maurizio Moro, darunter das Frontispiz, 36 Holzschnitte des Passionszyklus, 2 Holzschnitte von Adam und Eva und die Originalfassung von "Christus auf dem Ölberg".
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