Für einen Kirchenfürsten der Reformation: Ein Meisterwerk der Buchmalerei vom letzten großen deutschen Buchmaler, versehen mit einer Grafik von Albrecht Dürer

Glockendon-Gebetbuch

Nürnberg (Deutschland) — 1534

Glockendon-Gebetbuch

Glockendon-Gebetbuch

Nürnberg (Deutschland) — 1534

  1. 62 Miniaturen von Nikolaus Glockendon (aktiv 1515-1534), dem letzten großen deutschen Buchmaler

  2. In Auftrag gegeben von Kardinal Albrecht von Brandenburg (1490-1545), einem der prominentesten Kirchenfürsten der Reformation

  3. Mit einer zusätzlichen Druckgraphik von Albrecht Dürer (1471-1528)

Glockendon-Gebetbuch

Glockendon-Gebetbuch

Vergoldeter Rahmen mit floralen Marginalien

Die größten Kunstwerke zeichnen sich nicht nur durch die besondere Darstellung der Primärszenen aus, sondern auch durch die Detailgenauigkeit und Aufmerksamkeit, die sich bei der Gestaltung der Ränder niederschlägt. Zum Beispiel sitzt ein weißer Windhund faul in einer Ecke dieser Miniatur und teilt die Perspektive des Betrachters auf diese Szene. In der anderen Ecke ist „NG“ als die Signatur des Künstlers zu sehen. Die Schnecke und der Singvogel im Blumenrahmen mit Blattgoldhintergrund sind ebenfalls mit erstaunlicher Liebe zum Detail gestaltet.

Glockendon-Gebetbuch

Alternativ-Titel:
  • Ptolomäus-Atlas
Glockendon-Gebetbuch – Est.136 = a.U.6.7 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Der Nürnberger Künstler Nikolaus Glockendon, der letzte große Buchmaler Deutschlands, fertigte um das Jahr 1534 ein fantastisch illuminiertes Gebetbuch für Kardinal Albrecht von Brandenburg an. Das Werk ist mit 42 kostbaren, ganzseitigen Miniaturen aus der Feder des Meisters Glockendon geschmückt und enthält zusätzlich eine Druckgraphik des Nürnbergers Albrecht Dürer. Die historisch bedeutende Schrift ist nicht nur eines der letzten Meisterwerke der handschriftlichen Buchkunst, sondern gleichzeitig ein Schmuckstück aus dem Privatbesitz eines der wichtigsten Verfechter des katholischen Glaubens in der Reformationszeit.

Das Glockendon-Gebetbuch

Nikolaus Glockendon war der letzte große Meister der handgemachten Buchkunst in Deutschland. Seine illuminierten Manuskripte zählen zum Hochwertigsten, was in der mittelalterlichen Buchmalerei Europas je geschaffen wurde. Das Gebetbuch des unfassbar talentierten Meisters ist eine seiner exklusivsten Arbeiten und sticht nicht nur durch seine edle Illustration, sondern ebenso durch seinen historisch bedeutenden Hintergrund heraus. Das Werk wurde für den jungen Kirchenfürsten Albrecht von Brandenburg geschaffen und enthält Gebetstexte zu dessen privater Andacht. Es ist mit 43 zauberhaften, ganzseitigen Miniaturen und 62 reich verzierten Initialen geschmückt.

Das Ende einer Ära

Als der Künstler Nikolaus Glockendon wirkte, war die handschriftliche Buchkunst bereits zu größtem Teil vom Buchdruck verdrängt worden. Der gebürtige Nürnberger war somit einer der letzten Illuminatoren, der seine Schriften und Bilder von Hand herstellte. Gleichzeitig war er auch einer der begabtesten Künstler seines Fachs. Er arbeitete für die wohlhabendsten Fürsten Deutschlands und stand in der Gunst des wohl größten Künstlers aus Nürnberg, nämlich Albrecht Dürer. Dürer war es auch, der Glockendon mit seinem späteren Auftraggeber Albrecht von Brandenburg bekanntmachte. Neben dem Gebetbuch für Kardinal Albrecht fertigte Glockendon Meisterwerke für Herzog Johann von Sachsen oder Herzog Albrecht von Preußen an.

Deutscher Kirchenadel

Albrecht Kardinal von Brandenburg war bereits im Alter von 23 Jahren Erzbischof von Mainz und als solcher Metropolit der Kirchenprovinz Mainz, Landesherr des Erzstifts Mainz, Kurfürst und Erzkanzler des Heiligen Römischen Reiches und später Kardinal der Römischen Kirche. Als Förderer des Ablasshandels und ranghöchster geistlicher Würdenträger des römisch-deutschen Reiches war er einer der wichtigsten und populärsten Gegenspieler Martin Luthers. In einer Zeit, in der das politische Leben in Deutschland von religiösen Umbrüchen geprägt war, betete und meditierte der streng gläubige Katholik und Kunstliebhaber Albrecht häufig für sich allein. Zu diesem Zweck beauftrage er Glockendon mit der Herstellung eines privaten Andachtsbuches, das dem hohen Rang des Kirchenfürsten würdig war.

Bezaubernder Bilderschmuck

Die harmonischen, ganzseitigen Miniaturen des Gebetbuches zeigen Szenen aus dem Leben Jesu Christi und verweisen immer wieder auch auf ihren hochrangigen Auftraggeber. Ein Bildnis stellt das Wappen des Mainzer Erzbischofs in prachtvollen Farben dar. Die biblischen Szenen wurden von Glockendon in die mittelalterliche Welt überführt. Die Heilsgeschichte des neuen Testaments ist in den großformatigen Miniaturen abgebildet und wird von alttestamentlichen Szenen umrahmt, die in der eschatologischen Weltsicht des Mittelalters die Ereignisse des neuen Testaments vorausdeuteten. 62 prunkvolle Initialbuchstaben, die von Glockendons nicht minder begabtem Mitarbeiter Georg Stierlein angefertigt wurden, veredeln die sorgfältige Schrift des Gebetbuches. Einen Höhepunkt der zauberhaften Illumination des Werkes stellt eine Druckgraphik Albrecht Dürers dar, welche der Handschrift im Jahr 1523 beigefügt wurde.

Das mittelalterliche Nürnberg - Eine Kunsthauptstadt

Nürnberg befand sich zur Zeit Glockendons an der Schwelle zur Neuzeit. Es stand im Zenit seiner Pracht und seines Reichtums. So wird verständlich, dass die fränkische Metropole berühmte Söhne hervorbrachte, die den Ruf der Stadt als Kunst- und Bücherzentrum begründeten. Zu nennen sind Schongauer, Cranach und Albrecht Dürer. Dieser war es auch, der das Genie Glockendons erkannte und ihn dem Kardinal aus Brandenburg anempfahl. Auch Johann, der Herzog von Sachsen und Herzog Albrecht von Preußen gaben Werke bei Glockendon in Auftrag, galt er doch als der letzte große Meister der deutschen Buchmalerei.

Kardinal Albrecht von Brandenburg

Albrecht von Brandenburg entstammte einer sehr einflussreichen Familie und schlug früh die Laufbahn als Kirchenmann ein. Schon mit 23 Jahren wurde er zum Erzbischof von Magdeburg berufen und war Administrator des Bistums Halberstadt. Ein Jahr darauf wurde er Mainzer Erzbischof und 1518 gar Kardinal. Seine Liebe zu Kunst und Pracht - er schmückte seine Residenzen mit den berühmtesten Meistern und umgab sich mit prächtigen Schmuck - verlangte nach einer steten Geldquelle. Diese erhielt er, als Papst Leo X. ihm das Ablaßmonopol für Deutschland zusprach - eine Praxis, die endlich zu Luthers berühmten 95 Thesen zu Wittenberg und zur Kirchenspaltung beitrug. Jedoch versuchte Kardinal Albrecht sogar bis 1538, den Streit zu schlichten, war er doch von großen Humanisten beeinflusst und gar ein Freund von Erasmus von Rotterdam.

Die Kunst Glockendons

Das Gebetbuch enthält 42 farbenprächtige Miniaturen, in denen Nikolaus Glockendon das Leben und Werk Jesu und alttestamentliche Szenen darstellt. Dort wird die Heilsgeschichte angedeutet und kunstvoll illustriert. In der mittelalterlichen Welt dargestellt, erlaubt es viele Einblicke in die damalige Zeit. In dem gut lesbaren und auf deutsch geschriebenen Gebetbuch findet sich auch das prachtvolle und monumentale Wappen des Mainzer Erzbischofs. Geschmückt wird die Handschrift von 62 prunkvollen Initialen, die Glockendons Mitarbeiter Georg Stierlein kunstvoll gestaltete. Beigefügt hat Glockendon einen 1523 entstandenen Kupferstich seines Freundes Albrecht Dürer.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Ptolomäus-Atlas
Umfang / Format
256 Seiten / 21,5 x 16,5 cm
Datum
1534
Sprache
Buchschmuck
43 ganzseitige Miniatur und 62 verzierte Initialen
Auftraggeber
Albert von Brandenburg, Bischof von Magdeburg
Künstler / Schule
Vorbesitzer
Glockendon-Gebetbuch

Glockendon-Gebetbuch

Der Verrat durch Judas / Josephs Träume

Diese Miniaturseite stellt die neutestamentliche Geschichte von Judas und die alttestamentliche Geschichte von Joseph einander gegenüber, der für seine eigenen Träume und die Fähigkeit, die Träume anderer zu interpretieren, berühmt war. Der kreative Rahmen besteht aus aneinander gebundenen Stöcken und in der oberen linken Ecke hängt ein rotes Schild, das die Quelle der am Rand dargestellten Szene angibt.

Die Hauptminiatur zeigt, wie Judas dreißig Silberlinge vom Sanhedrin annimmt, dessen Mitglieder als aufgeblähte Renaissancekleriker gekleidet sind. Das ist die Gegenleistung dafür, dass er Jesus mit einem Kuss an sie verrät. Die Szene ist in ein erhabenes Renaissance-Interieur verlegt. Die Bas-de-Page-Miniatur ist eine wunderschöne Landschaft, in der seine eifersüchtigen Brüder den jungen Joseph zunächst in einen Brunnen werfen, dann aber in die Sklaverei nach Ägypten verkaufen, wohin er von einem Kamel gebracht wird. Das gemeinsame Element ist in beiden biblischen Geschichten untreues Verhalten.

3 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Glockendon-Gebetbuch“

Glockendon-Gebetbuch
Glockendon-Gebetbuch – Est.136 = a.U.6.7 – Biblioteca Estense Universitaria (Modena, Italien)
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1 Band von Eberhard König, Ulrich Merkl, Regina Cermann und Ernesto Milano
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Il Libro di Devozione di Alberto di Brandeburgo
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Il Bulino, edizioni d'arte – Modena, 1997
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1 Band (160 Seiten) von Ernesto Milano, Daniele Bini, Leundro Ventura und Giancarlo Malacarne
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Libro de Oración de Alberto de Brandemburgo
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Verlag
M. Moleiro Editor – Barcelona, 1997
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987 Exemplare
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1 Band (160 Seiten) von Ernesto Milano, Daniele Bini, Leundro Ventura und Giancarlo Malacarne
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