Liber Chronicarum

Liber Chronicarum

Das größte Projekte aus der Frühzeit des Buchdrucks: Schedels berühmte Weltchronik mit 1.821 Holzschnitte aus der Welt des 15. Jahrhunderts von Michael Wolgemut und Albrecht Dürer

  1. Der deutsche Humanist Hartmann Schedel (1440–1514) war für das ehrgeizigste Buchprojekt aus der Zeit der Inkunabeln verantwortlich

  2. Illustriert wurde es von Michael Wolgemut (1434–1519) und seinem Lehrling Albrecht Dürer (1471–1528), unter anderem mit 29 doppelseitigen Stadtansichten

  3. Gedruckt wurde es von Anton Koberger (ca. 1440–1513) sowohl in lateinischer als auch in deutscher Ausgabe im Jahr 1493

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Liber Chronicarum

Die meistbebilderte Inkunabel der Welt mit insgesamt 1 821 Stichen: der Liber Chronicarum von Hartmann Schedel. Auch als Schedelsche Weltchronik oder Nürnberger Chronik bekannt, umspannt das vor 1501 gedruckte Buch die Geschichte der Welt von der Schöpfung bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Neben Stadtansichten im Panorama und biblischen Szenen enthält die Chronik 596 Portraits von Päpsten, Kaisern, Königen und anderen prominenten oder berühmten Persönlichkeiten. Gedruckt von Anton Koberger in Nürnberg am 12. Juli 1493, könnten auch einige der Holzschnitte von einem gewissen jungen Mann namens Albrecht Dürer beigesteuert worden sein: Der war zu dieser Zeit Kobergers Patensohn und noch ein Lehrling bei Michael Wolgemut…

Liber Chronicarum

Der Liber Chronicarum gilt als das größte und bedeutendste Buchprojekt aus der Frühzeit des Buchdrucks. Im faszinierenden Milieu der Nürnberger Humanisten und Künstler des späten 15. Jahrhunderts versammelte sich eine Gruppe um Hartmann Schedel. Die großen Namen kamen dort zusammen: Michael Wolgemut - der Lehrer von Albrecht Dürer! - und Wilhelm Pleydenwurff als Künstler der grandiosen Holzschnitte, Anton Koberger als Drucker, mit finanzkräftigen Bürgern und Humanisten als Förderern und Finanziers des gigantischen Projekts. Die bedeutende Nürnberger Chronik umfasst die Geschichte von der Erschaffung der Welt bis zum Jahr 1493 und ist heute besonders berühmt für ihre wunderbaren Stadtansichten, von denen einige als die erste realistische Darstellung dieser Städte überhaupt gelten.

Ein Renaissance-Mensch unter Gleichgesinnten

Hartmann Schedel (1440-1514), ein Nürnberger Arzt, Humanist und Historiker, verfolgte mit seiner Chronik das Ziel, eine umfassende, nachvollziehbare Ordnung der Welt zu erschaffen. Es gelang ihm, dieses Vorhaben genial umzusetzen. Nürnberg, die fränkische Metropole und süddeutsches Zentrum des Humanismus und der Kunst um 1500, bot dafür die idealen Voraussetzungen. Schedel, dessen umfangreiche Bibliothek noch heute berühmt ist, wurde in den höchsten Kreisen der Nürnberger Gesellschaft geschätzt und verkehrte mit allen großen Köpfen der Stadt. So gelang es ihm, viele der Bürger für das Projekt zu begeistern und die größten Namen dafür zu gewinnen.

Eine Weltgeschichte

Die Chronik, die sich von der Erschaffung der Erde bis zum Jahr 1493 erstreckt, ist in sechs Teile unterteilt, die jeweils den sechs Zeitaltern der Welt entsprechen, wie es damals typisch war. So fügt ihr Hartmann Schedel nach der Einleitung von Isidor von Sevilla einen siebten und achten Teil bei. In diesem Versuch einer Ordnung der Welt sammelte der Mensch der Renaissance biblische Geschichten, historische Ereignisse und Personen, kuriose und sensationelle Wundergeschichten und geographische Informationen. Der Liber Chronicarum spiegelte in seiner 1493 erschienenen Fassung den damaligen Stand des Wissens wider.

Ein Projekt ohne Vorgänger

Das ambitionierte Buchprojekt wurde in der berühmten Druckerei von Anton Koberger (ca. 1400/45-1513) verwirklicht. 100 Setzer und Drucker an 18 Druckmaschinen beschäftigten sich fünfzehn Monate lang mit der Arbeit an der Weltchronik. Auf 568 Seiten sammelt das Werk über 1.800 Holzschnitte, eine beispiellose Fülle an Bildern! Die Verantwortung für diese künstlerische Gestaltung lag bei dem Ausnahmekünstler Michael Wolgemut (1434-1519) zusammen mit Wilhelm Pleydenwurff (ca. 1420-72) und seiner Werkstatt. Hier absolvierte sogar der berühmteste Nürnberger Künstler dieser Zeit, Albrecht Dürer (1471-1528), seine Lehrzeit bis zum Jahr 1490. Ob er sich auch selbst an dem Buchprojekt beteiligte, wird unter Forschern heftig diskutiert. Aber die Tatsache, dass Koberger sein Pate war, ist ein starkes Indiz dafür.

Der faszinierende Bildschmuck

Der Liber Chronicarum enthält zahlreiche Illustrationen zu Geschichten aus der Bibel, Leben von Heiligen, Wundergeschichten und Ähnlichem. So gibt es eine Seite mit einer Liste und Darstellung von wundersamen Geschöpfen aus antiken Quellen, ähnlich den Miniaturen mittelalterlicher Bestiarien. Doch besonders berühmt sind die Illustrationen der geographischen Teile des Buches: 29 doppelseitige Stadtansichten, eine Weltkarte und eine Europakarte zieren die Chronik. Besonders herausragend ist der Holzschnitt von Nürnberg mit der Kaiserburg, die über der Stadt thront. Aber auch Rom, Paris, Köln und unzählige andere Städte wurden abgebildet und bieten so teilweise die ältesten realistischen Darstellungen dieser Städte. Schedel wollte kein Werk der Phantasie, sondern möglichst realistische Ansichten, die die Stadtbeschreibungen illustrativ begleiten sollten.

Berühmt in ganz Europa

Der Liber Chronicarum wurde in zwei Ausgaben gedruckt, eine in lateinischer Sprache und eine deutsche Ausgabe, und wurde dadurch in ganz Europa verbreitet. Zahlreiche Exemplare sind bis heute erhalten geblieben. Die Bibliothek des Klosters Santa Maria de la Vid in Spanien beherbergt ein lateinisches Exemplar dieser wichtigsten illustrierten Inkunabel. Die *Schedelsche Weltchronik * ist als das ehrgeizigste Buchprojekt der Inkunabelzeit in die Geschichte eingegangen. Ein bahnbrechendes Werk, das als wichtiges Zeugnis für die Verbindung von Kunst und Humanismus in Nürnberg, der süddeutschen Metropole des Mittelalters, und als Buchprojekt der Superlative gilt!


Verfügbare Faksimile-Editionen:
Liber Chronicarum – Inc/750 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Vicent Garcia Editores – Valencia, 1994
Limitierung: 3320 Exemplare
Faksimile-Editionen

#1 Liber Chronicarum

Vicent Garcia Editores – Valencia, 1994
Liber Chronicarum – Inc/750 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien)
Liber Chronicarum – Inc/750 – Biblioteca Nacional de España (Madrid, Spanien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Vicent Garcia Editores – Valencia, 1994
Limitierung: 3320 Exemplare
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
Preiskategorie: €€ (1.000€ - 3.000€)
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