Zurückgehend auf die Chroniken von Diebold Schilling: Eine reich illustrierte Chronik der Schweiz mit völlig neuen Landschaftsbildern

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Bremgarten (Schweiz) — Zwischen 1510 und 1535

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Bremgarten (Schweiz) — Zwischen 1510 und 1535

  1. Diese umfassende illustrierte Chronik stellt einen Meilenstein der Schweizer Geschichtsschreibung dar

  2. Die Arbeit zeigt Perspektivlandschaften, die für das Mittelalter völlig neu waren

  3. Der Autor Wernher Schodoler (1490-1515) stützte seine Arbeit auf die Chroniken von Diebold Schilling d. Ä. (ca. 1445-85)

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Alternativ-Titel:
  • Schodoler-Chronik
  • Swiss Chronicle of Wernher Schodoler
Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler – MS 62 (Bd. 1)|Ba. Nr. 2 (Bd. 2)|MS.Bibl.Zurl.Fol.18 (Bd. 3) – Leopold-Sophien-Bibliothek (Überlingen, Deutschland) / Stadtarchiv Bremgarten (Überlingen, Deutschland) / Aargauische Kantonsbibliothek (Aa
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  1. Kurzbeschreibung
  2. Kodikologie

Kurzbeschreibung

Die Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler ist eine dreibändige ausführliche Bilderchronik, die als Meilenstein der Schweizer Chronistik gilt. Als Textgrundlage dienten vorherige Stadtchroniken, die hier kritisch überarbeitet wurden. Die Illustrationen des Werkes zeigen Landschaften in für das Mittelalter völlig neuartigen Perspektiven und dokumentieren den Übergang in die Buchkunst der Renaissance.

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Die wohl bedeutendste Bilderchronik der Schweiz stammt vom Schriftsteller und Buchmaler Wernher Schodoler. Dieser orientierte sich für sein Werk an vorherigen Chroniken, hauptsächlich an der Berner Chronik von Diebold Schilling. Die Eidgenössische Chronik besteht aus drei Teilen. Im ersten Band wird die Geschichte der Eidgenossenschaft bis zum Konzil von Konstanz im Jahr 1415 geschildert. Der zweite Band behandelt die Geschichte des Alten Zürichkrieges und ist mit zahlreichen farbigen Illustrationen geschmückt. Der dritte Band beschäftigt sich mit dem Mühlhausenkrieg, dem Burgunderkrieg, dem Schwabenkrieg und den italienischen Feldzügen. In diesem Teil sind farbige Zeichnungen enthalten, die eine völlig neuartige Qualität besitzen, welche den Weg vom Mittelalter in die Renaissance verdeutlicht.

Wernher Schodoler verwicklicht seinen eigenen Traum

Der Chronist Schodoler, welcher 1490 in der Schweizer Stadt Bremgarten zur Welt kam, entsprang einem hoch angesehenen Familiengeschlecht. Seine Vorfahren leisteten der städtischen Gemeinde stets treue Dienste. Er selbst war zu Beginn des 15. Jahrhunderts in der Berner Kanzlei tätig, wo er Einblick in die Politik und die kostbaren Chroniken der Stadt hatte. Außerdem nahm er selbst an mehreren kriegerischen Auseinandersetzungen seiner Heimat teil. Er verfasste seine Eidgenössische Chronik nicht auf Wunsch eines Auftraggebers hin, sondern erfüllte sich damit seinen ganz eigenen Wunsch, nämlich die glorreichen kriegerischen Geschehnisse und auch das alltägliche Leben in seiner Heimat für seine Hinterbliebenen festzuhalten.

Geschichte, kritisch dokumentiert

Schodoler verwendete in seiner großen Chronik als Vorlagen die Chroniken anderer Schweizer Schriftsteller, vor allem stütze er sich auf die Werke von Etterlin und Diebold Schilling. Er übernimmt diese Chroniken jedoch nicht kommentarlos, sondern bearbeitet die Vorlagen kritisch, lässt unwichtige Passagen aus oder verändert sie nach seinem eigenen Urteil. Er scheut sich nicht, seine Meinung öffentlich zu machen, auch wenn diese seinen Vorgängern widerspricht. Desweiteren hat er eigene Aufsätze zum staatlichen und alltäglichen Leben seiner Heimat hinzugefügt und macht das Werk damit zu einer umfangreichen Geschichtsquelle.

Aufbruch in ein neues Zeitalter

Kunstgeschichtlich von großer Bedeutung sind die Illustrationen, die sich in den drei Bänden der Chronik wiederfinden. Im ersten Teil sind farbige Ausschmückungen noch spärlich eingesetzt, aber schon der zweite Band ist mit 130 farbigen Federzeichnungen und goldenen Initialen ausgestattet. Schodoler selbst gehörte wohl zu den hieran beteiligten drei Buchmalern. Den Künstlern ist es gelungen, ihre scharfen Beobachtungen der Umgebung in atmosphärisch dichten und überraschend realistischen Miniaturen festzuhalten. Im dritten Band sind 196 Federzeichnungen in Sepia vorhanden, welche von einem unbekannten und höchst talentierten Buchmaler stammen. Der Künstler stellt seine Landschaften in einer völlig neuartigen Perspektive dar, er verleiht ihnen Weite und Tiefe, was im Mittelalter unüblich war. Auch die Darstellungen der Menschen, die sich dem Text entsprechend, zumeist in kriegerischen Situationen befinden, sind von einer neuartigen Qualität. Die Menschenfiguren, die Krieger und Künstler in sich vereinen sollen, zeigen eine neue Denkweise, die den** Weg vom Mittelalter in die Renaissance** dokumentiert.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Schodoler-Chronik
Swiss Chronicle of Wernher Schodoler
Umfang / Format
1,048 Seiten / 39,5 x 29,5 cm
Datum
Zwischen 1510 und 1535
Sprache
Buchschmuck
325 Miniaturen
Künstler / Schule

1 verfügbare Faksimile-Ausgabe(n) von „Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler“

Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler
Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler – MS 62 (Bd. 1)|Ba. Nr. 2 (Bd. 2)|MS.Bibl.Zurl.Fol.18 (Bd. 3) – Leopold-Sophien-Bibliothek (Überlingen, Deutschland) / Stadtarchiv Bremgarten (Überlingen, Deutschland) / Aargauische Kantonsbibliothek (Aa
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Eidgenössische Chronik des Wernher Schodoler

Faksimile: 2 Bände Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten)
Verlag
Faksimile Verlag – Luzern, 1980 - 1983
Limitierung
980 Exemplare
Einband
Beide Einbände sind aus Schweinsleder in feinster Ausführung gefertigt und mit Blindprägungen sowie Beschlägen und Buchschließen aus Messing geschmückt. Das Kapitalband wurde von Hand umstochen, und alle Doppelblätter wurden von Hand geheftet.
Kommentar
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