Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār Faksimile

Wohl Türkei — 17. Jahrhundert

Eine wunderbar verzierte genealogische Rarität: Der Stammbaum einer stolzen osmanischen Dynastie von Adam und Eva bis Sultan Mehmed IV., nicht als Rotulus, sondern in seltener Buchform

  1. Der Stammbaum der osmanischen Dynastie, der im 17. Jahrhundert von Mahmud ibn Shaik Ramadan verfasst wurde

  2. Solche Werke sind in der Regel auf langen Papierrollen aufgezeichnet, so dass genügend Platz für die Stammbäume vorhanden ist

  3. Das geometrische Schema bleibt hier in Buchform erhalten, da die Verbindungen von roten Linien eine Art Abfolge ermöglichen

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

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  1. Beschreibung
  2. Detailbild
  3. Einzelseite
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Beschreibung
Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

Dieses prächtige Ahnenbuch verfolgt die Ursprünge der osmanischen Dynastie durch die Jahrhunderte zurück bis zu Adam und Eva. Der sogenannte Rosenkranz der Weltgeschichte ist ein genealogisches Werk von höchster künstlerischer Qualität und eines der schönsten osmanischen Exemplare dieser Gattung. Ungewöhnlich ist dabei auch die Buchform des Werks, war es doch üblicher, Genealogien als Schriftrollen anzufertigen, auf denen auch lange Stammbäume ohne Unterbrechung dargestellt werden konnten. Die meisterlichen Ahnenporträts dieser Handschrift wurden unter Verwendung einer üppigen Farbpalette und kostbarem Blattgold geschaffen und werden von kurzen biografischen Texten begleitet, die ursprünglich schon im 16. Jahrhundert verfasst wurden, aber erst im 17. Jahrhundert in diesem Codex Verwendung fanden. Die talentierten Buchmaler vereinten für die Gestaltung des besonderen Manuskripts sowohl westliche als auch östliche künstlerische Einflüsse zu einem wunderschönen Meisterwerk.

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

Illuminierte Stammbäume wie dieser wurden im gesamten Osmanischen Reich erstellt und befanden sich häufig im Besitz von Amtsträgern. Obwohl diese Stammbäume für Historiker wenig neue Erkenntnisse bieten, sind sie dennoch von großem kunsthistorischen Wert. In Wien befindet sich eines der schönsten Manuskripte, das den Stammbaum der osmanischen Dynastie kunstvoll darstellt und Subḥat al-aḫbār oder "Rosenkranz der Weltgeschichte" genannt wird.
Solche Werke wurden üblicherweise auf langen Papierrollen festgehalten, wodurch der Charakter des Stammbaums umso deutlicher hervortritt. Dieses Manuskript hat jedoch die Form eines deutlich funktionaleren Codex. Dennoch wird das geometrische Schema in der Buchform beibehalten, indem die verbindenden roten Linien bis an die Seitenränder gezogen wurden, so dass sie die Genealogie von Seite zu Seite verbinden.
Der Text wurde von Mahmud ibn Shaik Ramadan geschrieben und basiert auf dem anonymen Werk Züb detü t-Tevārīḫ, "Quintessenz der Geschichten", das unter der Herrschaft von Suleiman dem Prächtigen im 16. Jahrhundert entstand. Er wurde in den folgenden Jahren stetig erweitert, bis schließlich dieses Manuskript in den letzten Regierungsjahren von Sultan Meḥmed IV. (reg. 1648–1687) geschaffen wurde.

Eine prächtige imperiale Genealogie

Der Stammbaum beginnt mit Adam und Eva und umfasst deren Kinder, Propheten des Alten Testaments, Porträts persischer Herrscher, Alexander den Großen, Johannes den Täufer, Jesus Christus, Mohammed und die Kalifen, die ihm folgten, sowie andere wichtige religiöse Figuren. Diese Blutlinie setzt sich fort über die wichtigsten Emire und Kalifen des islamischen Mittelalters, dann über türkische Fürsten, Mitglieder späterer persischer Dynastien, die Mongolen und Timuriden, bevor sie mit den sechs osmanischen Sultanen endet, die bis zur Entstehungszeit des Manuskripts regiert hatten.
Während die Sultane in Porträts abgebildet sind, werden die Familienmitglieder in Medaillonminiaturen dargestellt, oft mit einem kostbaren Blattgoldhintergrund versehen. Jede dieser Miniaturen ist mit einer Kurzbiografie versehen, die fein säuberlich in Naskh-Schrift mit schwarzer und roter Tinte verfasst wurde. Künstlerische Einflüsse sind sowohl aus Europa, insbesondere bei den Throndarstellungen, als auch aus Asien im Hinblick auf die ornamentale Gestaltung erkennbar. Sie wurden harmonisch in das Werk integriert, das sich zudem durch seine prächtige Farbpalette und die weichen Formen auszeichnet, die von einem erfahrenen Künstlerteam geschaffen wurden und es zu einem wahren Meisterwerk der osmanischen Buchmalerei des 17. Jahrhunderts machen.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Rosenkranz der Weltgeschichte
Rosary of World History
Subḥat al-aḫbār
Genealogy of Suleiman the Magnificent
Biblia Otomana
Umfang / Format
34 Seiten / 30,0 × 18,5 cm
Herkunft
Türkei
Datum
17. Jahrhundert
Sprache
Buchschmuck
102 goldgeschmückte Medaillon-Miniaturen in kräftigen Farben sowie goldene Ornamente im gesamten Codex

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār – Cod. Vindob. AF 50 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich) Faksimile
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1981

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār – Cod. Vindob. AF 50 – Österreichische Nationalbibliothek (Wien, Österreich) Faksimile
CM Editores – Salamanca, 2021
Detailbild

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

Einführung

Die Einführungsseite hat eine dekorative Kopfzeile, die so prachtvoll und detailliert ist wie jede der folgenden Miniaturen. Es ist ein beispielhaftes Exemplar islamischer Kunst. Der Titel steht vor einem Blattgoldgrund wie auf einen Teppich geschrieben, ein beliebtes dekoratives Element in muslimischen Manuskripten, das auch in der christlichen Kunst, insbesondere in insularen Handschriften, erscheint. Der tiefblaue Hintergrund kontrastiert wunderbar mit den gewundenen goldenen Ranken, die mit bunt blühenden Blumen gefüllt sind.

Der Rosenkranz der Weltgeschichte
Einzelseite

Rosenkranz der Weltgeschichte - Subḥat al-aḫbār

Orhan, Murad I., Bayezid I. und Mehmed I.

Nachdem die Handschrift die Linien des osmanischen Herrscherhauses bis zu frühen muslimischen Herrschern, persischen Dynastien, historischen Figuren wie Alexander dem Großen und biblischen Figuren von Adam und Eva, ja sogar bis Jesus Christus verfolgt hat, stellt sie hier die tatsächliche Abstammungslinie dar. Vier Beys (Häuptlinge) und Sultane werden hier in schimmernden goldenen Medaillons mit goldenen Blumen präsentiert.

Diese vier Monarchen herrschten von 1323 bis 1421 über die osmanischen Türken, ein Jahrhundert, in dem sie ihr Reich als die mächtigste Kraft im Nahen Osten etablieren konnten. Sie sind alle im Schneidersitz dargestellt und lehnen sich an große Kissen an. Jeder trägt einen Turban mit fließenden Gewändern aus Brokat und Bayezid I., der eine der größten Armeen der Welt aufbaute, hält ein Schwert in seinem Schoß.

Der Rosenkranz der Weltgeschichte
Faksimile-Editionen

#1 Der Rosenkranz der Weltgeschichte

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Goldgeprägter Kunstledereinband
Kommentar: 1 Band (8 Seiten) von Kurt Holter
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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#2 Biblia Otomana (Subhat-al-ahbar)

CM Editores – Salamanca, 2021

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: CM Editores – Salamanca, 2021
Kommentar: 1 Band
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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