Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter)

Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter)

Mexiko — Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts

Ein visueller Spiegel der mixtekischen Kultur vereint mit indianischer und europäischer Buchmalerei

  1. Ein einzigartiges Zeugnis der aufkommenden Mischkultur spanischer Kolonien in der "Neuen Welt"

  2. Enthält einheimische Überlieferungen in Form von Genealogien mit dem Schwerpunkt auf weiblichen Linien

  3. Die Buchmalerei vereint indianische und europäische Traditionen

Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter)

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Beschreibung
Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter)

Der Codex Egerton 2895 nimmt aus unterschiedlichen Gründen unter den Handschriften der Mixteken, einer Gruppe der mexikanischen Urbevölkerung, eine Sonderrolle ein: Bezüglich seines Formats und seines Inhalts wie auch hinsichtlich der gewählten Ikonographie entstammt er deutlich sichtbar der indigenen Tradition vor der spanischen Conquista Mexikos. Seine Besonderheit liegt aber hauptsächlich darin begründet, dass man diesen Codex mit Beischriften in lateinischer Schrift versehen hat. Darin werden in mixtekischer Sprache die Darstellungen erklärt – ein großer Glücksfall für die Forschung! Viele Orts- und Namensbestimmungen wurden dadurch überhaupt erst möglich. Eine lange, über die Mutter geführte Genealogie, ist eine weitere Besonderheit in diesem Ausnahmecodex. Er ist also ein Beispiel dafür, wie die Buchmalerei die indigene und die europäische Tradition auf friedfertige Weise miteinander vereinen kann.

Die Sonderstellung, die der Codex Egerton innerhalb der Gruppe der mixtekischen Handschriften einnimmt, liegt auch in seiner Entstehungszeit begründet.

In der ersten Hälfte des 16. Jh.s, als die Konquistadoren die Gebiete Mittelamerikas für die spanische Krone eroberten, kam es dort zu einem Aufeinanderprallen zweier Hochkulturen. In dieser Phase entstand der Codex Egerton, bei dem sich so unterschiedliche Traditionen wie die altamerikanische und die europäische zu einer neuen, einzigartigen Form zusammenfanden. Im formal-inhaltlichen Bereich überwiegt die einheimische Überlieferung, indem an der Tradition der Geschichtsschreibung in Form von Genealogien (wobei hier im Aufbau die Betonung auf der weiblichen Linie liegt) festgehalten wird.

In stilistischer Hinsicht wird jedoch in der Vergrößerung der Figuren und ihrer freien Verteilung auf der Bildfläche, im deutlichen Abrücken von der formalen Konzentration der vorkolumbischen Handschriften der europäische Einfluss wirksam.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Codex Waecker Götter
Umfang / Format
64 Seiten / 27,0 × 21,0 cm (Länge insgesamt: 4,4 m)
Herkunft
Mexiko
Datum
Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter) – Egerton 2895 – British Museum (London, Großbritannien)
Akademische Druck- u. Verlagsanstalt (ADEVA) – Graz, 1965
Faksimile-Editionen

#1 Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter)

Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter) – Egerton 2895 – British Museum (London, Großbritannien)
Codex Egerton 2895 (Codex Waecker Götter) – Egerton 2895 – British Museum (London, Großbritannien) Copyright Bildmaterial: Ziereis Faksimiles

Details zur Faksimile-Edition:

Einband: Faltbuch in Halbleder-Kassette mit Kommentar
Kommentar: 1 Band (30 Seiten) von Cottie A. Burlund
Sprache: Deutsch
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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