Seligmann Haggadah

Seligmann Haggadah

Südwestdeutschland — 1779

Ein kunstvoller Blick ins Aschkenas des 18. Jahrhunderts: 14 kupferstichartige Miniaturen von graziler Schönheit als wunderschönes Zeugnis der Kunst des gelehrten elsässischen Buchkünstlers Eliezer Seligmann

  1. Eliezer Seligmann (1756–1809) war ein jüdischer Buchkünstler aus Rosheim im Elsass, der später Verwalter der Lemle-Moses-Klaus in Mannheim wurde

  2. 1779 schuf er eine kunstvolle Haggadah-Handschrift aus Papier und Pergament für eine Witwe namens Lea, ansässig in Neckarsulm

  3. 14 halbseitige Miniaturen von graziler Schönheit begleiten die traditionellen Texte zum Seder, die dem Exodus der Israeliten aus Ägypten gedenken

Seligmann Haggadah

Manuscrit 5988 Bibliothèque nationale et universitaire (Straßburg, Frankreich)
  1. Beschreibung
  2. Faksimile-Editionen (1)
Beschreibung
Seligmann Haggadah

Die Seligmann Haggadah ist ein wunderbares Zeugnis der Blütezeit jüdischer Handschriften-Kultur im Europa des 18. Jahrhunderts, die durch den gesellschaftlichen Aufstieg vieler jüdischer Familien bedingt wurde. Wie für viele ihrer handgeschriebenen Zeitgenossinnen üblich, basiert das Bildprogramm der illuminierten Haggadah-Handschrift auf den berühmten Kupferstichen der gedruckten Amsterdam Haggadah und anderen biblischen Kupferstich-Zyklen – und das nicht nur ikonografisch, sondern auch stilistisch. Die 14 halbseitigen Miniaturen sind von einer feinen Linienführung, hoher Präzision und laviertem Farbauftrag geprägt, so dass der Stil insgesamt sehr zeichnerisch und geradezu kupferstichartig wirkt. Der dafür verantwortliche, talentierte Buchkünstler war Eliezer Seligmann (1756–1809) aus dem elsässischen Rosheim. Er schuf die kunstvolle aschkenasische Haggadah aus Papier und Pergament 1779 für eine Witwe namens Lea, die in Neckarsulm bei Heilbronn ansässig war und die Handschrift später an ihre geliebte Tochter vererbte.

Kodikologie

Alternativ-Titel
Haggada du scribe Éliézer Seligmann de Rosheim
Die Haggada von Eliezer Seligmann von Rosheim
Haggada par Seligmann de Rosheim
Umfang / Format
42 Seiten / 29,0 × 19,0 cm
Herkunft
Deutschland
Datum
1779
Schrift
Aschkenasische Quadratschrift Kursive
Buchschmuck
14 halbseitige Miniaturen und eine umlaufende Bordüre auf der ersten Seite
Inhalt
Segenssprüche, Gebete, Psalmen und narrative Texte für den Sederabend
Auftraggeber
Lea, Witwe aus Neckarsulm
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Haggada du scribe Éliézer Seligmann de Rosheim
Presses Universitaires de Strasbourg – Straßburg, 1998
Faksimile-Editionen

#1 Haggada du scribe Éliézer Seligmann de Rosheim

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Presses Universitaires de Strasbourg – Straßburg, 1998
Kommentar: 1 Band von Thérèse Metzger, Mendel Metzger, Bloch, Joseph, Selig Pinchas Bamberger, René Gutman und Robert Weyl
Sprache: Hebräisch, Deutsch, Französisch

Der Kommentarband enthält sowohl eine deutsche als auch eine französische Übersetzung des hebräischen Texts sowie Vorworte von Rabbi René Gutman und Robert Weyl.
Faksimile: 1 Band Vollfaksimile des gesamten Originaldokuments (siehe unten) Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband. Diese Edition kommt mit Goldschnitt und umfasst zwei zusätzliche Karten: Die Karte des Herzogs von Wellington und die Karte von Du Craan.
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