Speculum Animae

Speculum Animae Faksimile

Valencia (Spanien) — Spätes 15. Jahrhundert

Der berühmt gewordene "Spiegel der Seele": Religiöse Texte und biblische Szenen in 75 wunderbaren Miniaturen von Schwester Isabel de Villena

  1. Die Arbeit von Schwester Isabel de Villena (1430–90) befasst sich mit der Passion Christi und anderen religiösen Themen

  2. Schwester Isabel war die uneheliche Tochter des Marqués de Villena (1384–1434), eines hochrangigen spanischen Adeligen

  3. Nicht weniger als 75 Miniaturen veranschaulichen den Text in entzückenden, subtilen Federzeichnungen

Speculum Animae

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Beschreibung
Speculum Animae

Diese wunderbare spanische Handschrift des Speculum Animae entstand im späten 15. Jahrhundert als Werk der Nonne Isabel de Villena, die aus höchsten gesellschaftlichen Kreisen des Königreichs Kastilien stammte. Bis vor kurzem war sie noch relativ unbekannt, doch heute wird sie neben Christine de Pizan als protofeministische Autorin hoch geschätzt. Der Seelenspiegel enthält religiöse Meditationen über biblische Themen, wobei der Schwerpunkt auf dem Leben Christi liegt, das von der Verkündigung bis zur Passion nachgezeichnet wird. Nicht weniger als 75 Miniaturen illustrieren diesen Inhalt, darunter 53 ganzseitige Miniaturen, die aus reizvollen, subtilen Federzeichnungen bestehen und zudem sorgfältig koloriert sind. Die Figuren tragen zeitgenössische Kleidung mit Kopfbedeckungen und geben so dem Betrachter auch einen Einblick in die Mode Spaniens im späten 15. Jahrhundert.

Speculum Animae

Eine rätselhafte Bildkomposition findet sich gleich auf den ersten Seiten der Handschrift: rund um ein einfaches rotes Kreuz in der Mitte sind jeweils vier Medaillons mit geheimnisvollen Szenen angeordnet. So finden sich hier Darstellungen eines vor Christus knieenden Gläubigen, drei Männer, durch einen Nimbus vereint – die Heilige Dreifaltigkeit? –, ein auf einem Feld stehendes Skelett oder ein wundersames Monster. Aber auch eine sanfte Flusslandschaft, ein Kompass und ein Engel sind Motive dieser runden Bildtäfelchen.

Eindrucksvolles Zeugnis der katalanischen Gläubigkeit

All diese Darstellungen illustrieren ein religiöses Andachtsbuch mit dem lateinischen Titel Speculum Animae, Seelenspiegel. Als Schreiberin und Künstlerin dieser eindrucksvollen kastilischen Handschrift gilt Schwester Isabel de Villena. Isabel de Villena (um 1430–1490) war die Tochter des berühmten Marqués de Villena, eines bedeutenden kastilischen Adligen des 15. Jahrhunderts. Sie wirkte im Koster La Trinidad in Valencia, für das auch der Seelenspiegel angefertigt wurde. Von dort verschwand das Manuskript erst im 18. Jahrhundert und gelangte schließlich im 19. Jahrhundert in die Spanische Nationalbibliothek.

63 biblische Szenen

Neben den anfangs genannten nicht sofort zu entschlüsselnden Medaillons sind die 88 Seiten der Handschrift außerdem mit 63 ganzseitigen Miniaturen geschmückt. Diese illustrieren die geistlichen Meditationen über die Passion Christi mit herrlichen, feinen Federzeichnungen, die zusätzlich sorgfältig koloriert wurden. Neben einer Darstellung von Adam und Eva im Paradies finden sich hier vor allem detaillierte Szenen zum Leben Christi, von der Verkündigungsszene und Geburt bis zur Passion. Elegante, lange Figuren erinnern an gotische Formensprache, und die bunten Kleider und Kopfbedeckungen geben Rückschlüsse über die Mode der Zeit. So ist die Handschrift des Speculum Animae der Isabel de Villena rundherum ein eindrucksvolles Zeugnis der katalanischen Buchmalerei und Gläubigkeit des späten 15. Jahrhunderts!

Kodikologie

Alternativ-Titel
Soul´s mirror
Umfang / Format
88 Seiten / 33,0 × 25,0 cm
Herkunft
Spanien
Datum
Spätes 15. Jahrhundert
Stil
Buchschmuck
75 Miniaturen, 63 davon ganzseitig
Künstler / Schule

Verfügbare Faksimile-Editionen:
Speculum Animae – Esp. 544 – Bibliothèque nationale de France (Paris, Frankreich) Faksimile
Edilan – Madrid, 1992
Limitierung: 1500 Exemplare
Detailbild

Speculum Animae

Christus an der Geiselsäule

Der an eine Säule gefesselte Christus, der mit verzweifeltem Gesichtsausdruck zu seinem himmlischen Vater aufblickt, ist bereits blutverschmiert, und dennoch gehen seine Schläge weiter. Zwei seiner Peiniger packen Christus an seinen langen Haaren und reißen seinen Kopf nach hinten, während ein dritter, der im Profil mit langer Nase und Tatarenbart dargestellt ist, sich zum Schlag vorbereitet. Abgesehen von der geschickten Verwendung von Schattierungen und Farben stellt diese "Momentaufnahme" auch den menschlichen Körper und seine Bewegungen realistisch dar.

Speculum Animae
Einzelseite

Speculum Animae

Adam und Eva im Paradies

Adam und Eva stehen im Garten Eden hinter rechteckigen Mauern, die ihren Intimbereich verbergen, weil sie ja eben gerade erst die Frucht vom Baum der Erkenntnis gegessen haben. Die Schlange windet sich um den Baum, an dessen Stamm ein Totenkopf liegt, um anzuzeigen, dass von nun an der Tod ihr Schicksal ist.

Obwohl diese Miniatur auf den ersten Blick sehr einfach erscheint, ist sie ein Beweis für das Können der Künstlerin, die sie geschaffen hat, Schwester Isabell de Villena. Die Komposition ist perfekt ausbalanciert, die Perspektive realistisch und die Figuren sind naturalistisch dargestellt. Adam gestikuliert wie er mit Eva spricht, die mit ihren hüftlangen blonden Haaren die Frucht mit einem ruhigen Gesichtsausdruck in der Hand hält. Ihre Hüften sind breit und könnten auf die Fruchtbarkeit und ihre Schmerzen bei der Geburt anspielen.

Speculum Animae
Faksimile-Editionen

#1 Speculum Animae

Edilan – Madrid, 1992

Details zur Faksimile-Edition:

Verlag: Edilan – Madrid, 1992
Limitierung: 1500 Exemplare
Einband: Leder im Mudejar-Stil
Kommentar: 1 Band von Albert Hauf i Valls und Daniel Benito Goerlich
Sprache: Spanisch
Faksimile: 1 Band Möglichst detailgetreue Reproduktion des gesamten Originaldokuments (Umfang, Format, Farbigkeit). Der Einband entspricht möglicherweise nicht dem ursprünglichen oder aktuellen Dokumenteneinband.
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